Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 41)
- Language
- German
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37 wirken, als es Ermahnungen oder Strafen zu thun vermögen, wenn diese sich nicht als Folgen des begangenen Unrechts von selbst fühlbar machen. Eine vierte Reihe weiblicher Fehler endlich hat ihren Ursprung in der Eifersucht, die in ihrer Steigerung als Neid und Mißgunst erscheint und sich als Scheel- und Tadelsucht, als Klatschhaftigkeit und Verläumdung äußert. Die Eifersucht hat ihren Quell in dem frühzeitig erwachenden Verlangen des weiblichen Gemüths nach dem ausschließlichen Besitz, wie es seinen Beruf in der ausschließlichen Hingebung findet. Das weibliche Herz, das in jedem Momente sich ganz hinzugeben geneigt ist, vermag den Begriff einer Theilung der Empfindungen nicht zu fassen, die mehr als Einer ganz zugewendet sind, ohne die Einzelnen dadurch zu verkürzen. Die Tochter ist auf die Liebe der Eltern gegen ihre Geschwister eifersüchtig, die Freundin mißgönnt einer Dritten die Liebe ihrer Freundin, und am lebhaftesten tritt diese Leidenschaft hervor, wo die Beziehungen zum männlichen Geschlecht in den Vordergrund treten. Die Verirrung des Gemüths, aus der diese Leidenschaft hervorgeht , beruht auf der Einseitigkeit des Empfindens, die an alle Verhältnisse den Maßstab der einen herrschenden weiblichen Empfindung anlegt. Wie sehr diese Eifersucht das Urtheil trübt und das natürliche Empfinden verdunkelt, ist leicht zu begreifen; und so wird dieselbe leicht zur Quelle des Neides und der Mißgunst, der Scheel- und Tadelsucht, die endlich in Klatschhaftigkeit und Verläumdung ausartet. Denn das Mädchen und das Weib sieht nun in jedem Mädchen und in jedem Weibe eine Nebenbuhlerin, die ihr den ihr gebührenden Antheil an der Achtung und Liebe an der Beachtung und Anerkennung der Menschen verkürzt und verkümmert. — Wie aber ist dieses Uebel zu heben oder zu verhüten? — Wenn es den Eltern gelingt, in ihren Kindern das Gefühl zu wecken