Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 12)
- Language
- German
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tääiiiiL — 8 — Reichthum weiblicher Tugenden seinen Ausdruck. Die liebreiche Schwester findet in den altern, und bietet den jüngern Geschwistern eine vermittelnde Zwischenstufe für ihr Verhältniß zur Mutter; und es wiederholt sich in diesen Beziehungen der Geschwister untereinander gewissermaßen im Kleinen das Grundverhältniß der Kinder zu den Eltern. Die anschmiegende Unterordnung und die dienstwillige Aufmerksamkeit gegen ältere Geschwister wird da nie fehlen, wo diese ein Vorbild des Gehorsams und der Ehrfurcht gegen die Mutter geben; die schützende Fürsorge und die dienstfertige Hilfsbereitschaft gegen jüngere Geschwister ist das beste Zeugniß des Dankgefühls für die Zärtlichkeit, welche die ältere Schwester von der Mutter erfahren hat. Die liebreiche und dienstfertige Schwester wird immer auch eine gute Tochter ihrer Mutter, und gewiß auch dereinst eine zärtliche Mutter ihrer Kinder sein. Wie viele weibliche Tugenden lernt die Schwester im Umgang mit ihren Geschwistern, sowohl mit den älteren wie mit den jüngeren, üben: Gefälligkeit gegen jene und Dienftfertigkeit gegen diese; Nachgiebigkeit gegen jene und Nachsicht gegen diese; schonende Rücksicht gegen jene und ausharrende Geduld und Sanftmuth gegen diese; jene nicht zu beneiden und diese nicht zu unterdrücken; jenen nicht zu trotzen und diese nicht zu beherrschen; jenen nachzueifern und diese anzuspornen. Und was haben Eltern zu thun, um diese Tugenden der nachgiebigen Verträglichkeit und der liebreichen Dienstfertigkeit in dem Verhältniß der Geschwister gegeneinander zu pflegend Sie sollen vor Allem darauf bedacht sein, allen Kindern ihre Liebe in gleicher Weise zuzuwenden und das Gefühl von dieser Gleichheit Aller vor dem Gesetz der Elternliebe in dem Herzen Aller lebendig zu erhalten. Sie sollen ferner den ältern Geschwistern gegen die jüngern, und den jüngern gegen die ältern nur Pflichten auferlegen, ohne ihnen dafür Rechte einzuräumen. Die ältere Schwester soll