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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1852-01-01 · 1852 · p. Seite 10

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1852
Date
1852-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Die erste ist wesentlich erhaltend, die andere erobernd. Die Wissenschaft vertrant der ersten Art der Gewohnheiten die Resultate der erworbenen Kenntnisse an, um sie im nö'thigen Falle und bei Gelegenheit wiederzusinden; sie braucht, auf diese Weise, die zu diesen Kenntnissen führende Reihe von Beobachtungen und Schlußfolgen nicht beständig gegenwärtig zu haben. Eben so überläßt die Tugend, der ersten Art der Gewohnheiten, die erworbenen guten Eigenschaften, um sie in passenden Umständen anzuwenden. Es ist nicht nothwcndig, daß man stets die Betrachtungen gegenwärtig habe, die zur Begründung der Pflichten gedient haben, von welchen jene Eigenschaften der lebendige Ausdruck sind. Für die Wissenschaft und die Lugend liegt der Vortheil dieser Hülfe darin, daß beide, in ihrer Wirksamkeit erleichtert, während sie fortfahren das Erworbene zu gebrauchen, ihre freie Thätigkeit zu neuen Erwerbungen verwenden können. Und hierin besteht die ganze Kunst der Vervollkommnung des Menschen; denn diese wunderbaren Gesetze sind es, vermöge deren der sonst so engbegrenzte Mensch im Stande ist, sich zu erheben und seine Sphäre durch einen ununterbrochenen Fortschritt zu erweitern, so daß er, je mehr er erringt, desto fähiger zu weiteren Erzeugungen wird. Hier erkennen wir auch einen offenbaren Beweis, daß der Mensch zur Vervollkommnung bestimmt ist. Denn jene beiden Anlagen sind dergestalt mit einander verbunden, daß der Mensch sich fortwährend bereichern kann, indem die eine das aufbewahrt, was die andere hcrvorbringt. Aber diese schöne und weise Dekonomie der Natur wird zerstört, wenn wir in einen der beiden Irrthümer verfallen : wenn die bloß mechanische Uebung die Verrichtungen sich aneignet, welche, in der sittlichen Bildung, der besonnenen Uebung angehören, oder wenn wir, zufrieden glückliche Gewohnheiten erworben zu haben, es vernachläßigen, sie durch die be-

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