Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 24)
- Language
- German
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20 Mit dem inner« Fortgange unserer Schule im vergangenen Schutjahre haben wir Ursache zufrieden zu seyn» Es herrscht ein sittlicher Geist unter Schülern und Schülerinnen; wir haben im Ganzen weder böse Neigungen zu bekämpfen, noch über Widersetzlichkeit und Ungehorsam zu klagen, und es bewährt sich, von welchem wohlthätigen Einflüsse die Handhabung einer kräftigen Disciplin ist. Dieß zeigt sich anch in dem Fteiße und den Fortschritten der Zöglinge, und mit Ausnahme derjenigen, denen selbst mittelmäßige Anlagen abgehen, treten sie vollkommen ausgerüstet mit den erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten aus der Schule, wofern sie nicht zu spät in dieselbe eintreten oder sie zu frühzeitig verlassen. In jenem Falle bekommen wir die Kinder, wenn sie auch Unterricht erhalten haben, gewöhnlich so ungründlich oder theilweise vorbereitet, daß sie sich nicht für die, ihrem Alter angemessene Klasse eignen, sondern unter weit jüngere Kinder gesetzt werden müssen, und selten die obern Klassen erreichen. Noch häufiger aber geschieht es, daß, besonders Knaben, schon aus der vierten Klasse austreten. Da es nun der zweijährige Cursus der obersten Klasse ist, wo die Schüler, bei gereifterm Verstände und nachdem sie in den Elementen befestigt sind, raschere Fortschritte machen und praktische Brauchbarkeit erlangen, so ist es natülich, daß solche zu srübzeitig Austretende noch sehr untüchtig befunden werden müssen. Mit großem Unrecht würde man daher nach diesen die Leistungen der Schule beurtheilen, Der Unterrichtsgang in derselben ist auf fünf Klassen berechnet, und es kann ihr nicht zur Last gelegt werden, wenn Schüler, die ihreLehrcnrse nicht vollenden, auch die bezweckte Stufe der Bildung nicht erreichen. Um dieses Uebel zu beseitigen, wäre es sehr zu wünschen, daß die Herrn Kaufleute die Annahme eines jeden Lehrlings ablehnten, der nicht mit einem Zeugt