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Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel · 1965-12-01 · No. 3 (Dezember 1965) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel
Volume
1965
Issue
No. 3 (Dezember 1965)
Date
1965-12-01
Page
[Seite] (sequence 3888)
Language
German
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Nur eine geflochtene Kerze Yod ZWI K ARIiIN ZR ★ Hanna kehrte ln die Stadt ihrer Jugend zurück. Yange Zeit hatte sie gezaudert, bis sie sich entschloss, die Stadt aufzusuchen. Fast durch ganz Europa war sie gereist mit ihrem Auto, und sie stellte ihr Auto an den Rand der Strasse, blickte an dem Haus empor. In der nächsten halben Stunde sah sie sich die Gesichter der Menschen an. Auf dem Bürgersteig spielten zwei kleine Mädchen “1, 2, 3, 4, Himmel und Hölle”. Gebannt blickte sie auf den Stein, der zwischen den kreidegezeichneten Feldern geschoben wurde, sie sah sich um Jahre urückversetzt, als sie selbst das Spiel kannte, velileiche auf der selben Stelle gesprungen war. “Suchen Sie jemanden?” szHanna drehte sich um. Vor ihr stand eine iüte Frau, deren Gesichtszüge ihr bekannt vorkamen. “Nein — nein”, stoterte sie cerlegen. “Wohnen Sie in diesem Haus?”, stiess sie hervor. “Ja”. "Schon lange?“ “Sehr lang, über fünfundzwanzig Jahre. Eine sehr lange Zeit”. Die Frage brannte Hanna auf den Lippen. “Vielleicht erinnern als sich an eine Familie Heubach. Sie wohnten in diesem Haus. Sie waren Juden”. “Neubach”, sicherlich, die hatten eine Tochter mit blon den Locken, sie besuchte uns öfters. Wir wohnten eine Etage über ihnen. Hanna hiess sie... Ja. mein Gott... Sie sind doch sicherlich... ja, Hanna”, rief sie erregt. “Ich bin Hanna Neubach”, bestätigte sie mit trockener Stimme. An ihrem Hals würgte es stark. Die Arte fasste sich an ihr Gesicht, ihre Augen glänzten, föllten sich mit Tränen. Vergebens suchte sie in ihren Taschen nach einem Tuch. Mit einer Hand fuhr sie sich über die Augen. “Sie leben”, rief sie aus, .Gottseidank, ich dachte schon, ich sah Sie Jahre nicht, Jahre”. “Ich lebe”, konstaterte Hanna. Ihre Stimme $ LARGE SELECTION OF FINE FABRICS HIGH FASHION NOVF.LTIES 105, Dizengoff Rd. Tel-Aviv Phone 229703 Wir bitten unsere Mitglieder, die fälligen Beitragszahlungen auf unser Postbank-Konto: Nr. 43806 überweisen zu wollen. Zahlungen können auch bei unseren Zusammenkünften im Cafe “NIZZA” geleistet werden. kam ihr unbekannt vor. Heftig unterdrückte sie ihre Gefühle. Der letzte Brief ihrer Eltern stammte vom Oktober 1939. Seither war ihr Schicksal unbekannt. Durch Zufall fand sie den Namen ihrer Eltern in den Listen der nach Theresienstadt Deportierten. Von dort führte ein gerader Weg nach Auschwitz. “Kommen Sie herauf. In der Wohnung Ihrer Eltern wohnt eine Familie. Gleich nach Kriegsausbruch holte man Ihre Eltern ab. Seit damals habe ich sie nie mehr gesehen. Leben Ihre Eltern noch? ” “Sie sind tot, vergast...”, antwortete Hanna. Die Unterhaltung stockte, stumm stand die alte Frau vor ihr, wartete auf ein Zeichen ihrer Einwilligung. Nach einigen Sekunden nahm Hanna die Einladung an, sie wolle die Treppen sehen, die Tür zu der Wohnung. “Hanke”, las Hanna auf d. Tür, welche sie so gut kannte. Wie oft hatte ihre Hand die Klingel berührt? Es war der gleiche abgenutzte Knopf. Nur d. Namensschild hatte sich geändert. Ihre Hand zuckte, der Versuch die Wohnung zu betreten überwältigte sie. Widerstrebend folgte sie der alten Frau. “Gräber” las sie auf dem Schild. Der Name war ihr schon seit einiger Zeit eingefallen. Sie sass im guten Zimmer, wie es die alte Frau seit Jahren genannt, und in ihren Erinnerungen tauchauf. te dergleiche süsse schwere Geruch von Aepfeln Hanna war in Gedanken versunken, während Frau Gräber das Gespräch auf die Schrecken des Grieges lenkte. “Unser Haus blieb inmitten einer Ruinenwiiste zurück”. “Unser Haus”, dachte Hanna bitter. Die Worte der Alten flössen an ihren Ohren vorüber, sie fühlte sich um Jahre zurückversetzt, sie sah sich mit ihren Spielgefährten in dem Park gegenüber dem Haus spielen, wegen ihrer blonden Locken fühlte sie nicht sofort Hitlers Aufstieg. Es dauerte zwei Jahre bis das Wort JUDE an ihr Ohr klang die Spielgefährten verscheuchte, die Tage ihrer Kindheit auslöschten. Frau Gräber redete. “Noch eine Tasse Kaffee?” kam die Frage. Hanna erwachte, blickte auf ihre Uhr. Sie lehnte dankend ab. Sie verabschiedete sich und stieg langsam die Treppen herunter. Magisch zog sie das Schild an, wie hypnotisiert blieb si vor der Wohnungsür stehen. Wie von einem tremden Willen geleitet, hob die ihre Hand und drückte auf den Klingelknopf. Nach einiger Zeit vernahm sie Schritte und stand einer nicht mehr jungen Frau genenüber. Ihre Blickte trafenlich. “Wen wollen Sie sprechen?”, kam eine schleppemde verärgerte Stimme. Hanna hatte die Frau aus dem Schlaf geweckt. “Ich wollte, — mit Ihrer Erlaubnis wollte ich mir die Wohnung anseheu. “Die Wohnung? Warum? Wir ziehen nicht aus, Sie befinden sich im Irrtum. Büchler, über uns sieben am ersten aus”. Sie wollte die Ttlrschliessen. “Ich will keine Wohnung mieten”, sagte Hanna schnell. “Verzeihen Sie meine Störung, ich wollte nur einen kurzen Blick auf die Wohnung werfen. Vor dem Krieg wohnten meine Eltern in dieser Wohnung. Die Frau musterte sie missfällig. “Was gibt es zu sehen? Die Wohnung ist kein Museum”. Hanna wollte sich umdrehen, sie sah die Zwecklosigkeit ein. Zur gleichen Zeit stieg in der Frau ein Mitleid mit dieser jungen hübschen Perron auf. “Treten Sie näher, die Wohnung ist zwar nicht aufgeräumt. Es ist heute so schwer Dienstboten zu erhalten. Hanna folgte ihr. Sie trat in den dunklen Kurridor. Sie schloss ihre Augen, zu gut kannte sie die Räume, sie wusste, dass nach sieben Schritten ein Raum links lag, ihr Zimmer, und gegenüber das Esszimmer, daneben das Schlafzimmer ihrer Eltern. Eine Tür wurde aufgestossen, eine Stimme drang an ihr Ohr. “Bitte, treten Sie näher, ich ziehe mich schnell um”. Hanna öffnete ihre Augen und erstarrte, sie fühlte eine Ohnmacht in sich aufsteigen, kämpfte mit aller Gewalt gegen das Schwindelgefühl. Träumte sie? — War sie der Gegenwart entrückt? Zog sie die Vergangenheit in einen Strudel, aus dem es kein Entrinnen gab? Das Zimmer kreiste vor ihren Augen, die Wände, die Bilder, die Möbel, selbst der Tisch. Ihre Hände hielten eine Stuhllehne umklammert, ihre Finger suchten die Kerbe — und fanden sie — diese Kerbe, welche sie an einem Nachmittag voller. Verzweiflung mit einem Messer in die Stuhllehne geritzt, und die ihre Eltern nie entdeckt hatten. Nichts war an dem Aussehen des Zimmers verändert geworden. Kein Möbelstück war weggerückt, selbst die Vitrine stand an ihrem gewohnten Platz, nur fehlten die Schabbatleuchter. Die Bsomimbüchse mit ihrem wunderlichen Geruch v. Gewürznelken und Zimtrinde, die gestickte Deckte, die geflochtene Kerze lag nicht an dem gewohnten Platz, nein, — sie trat an die Vitrine, öffnete die Scheibe. In einer Ecke entdeckten ihre Augen den silbernen. Teller, Die Büchse, die Kerze — welche jeden Sonnabend ihr Vater in seinen Händen gehalten, und sie segnete. Ein Schauer überfiel hie, sie erzitterte, eine ungewohnte Kalte durchrieselte ihren Körper. Laut schluchzte sie auf. Die Stimme der Frau schreckte sie auf. “Was treiben Sie an unserer Vitrine?” Hanna drehte sich zu der Frau um, in ihrem Händenhielt sie die geflochtene Kerze. Ihr Gesicht war wutverzerrt, sie erkannte ihre eigne Stimme nicht wieder. “Sie fragen noch? — Ich halte den Besitz meiner Eltern in den Händen, den Besitz meiner vergasten Eltern!” Die Frau schob sich an die Wand zurück. Mit verglasten Augen blickte sie auf Hanna, Undeutlich murmelte sie einige Sätze: “Die Tochter der toten Juden ist auf erstanden, ich — nein, wir erhielten die Wohnung erst, nein —”. “Sie haben nicht nur gemordet, sie haben auch geerbt”, schrie sie und floh über die Treppen zu ihrem Wagen. ERFAHRUNG - SICHERHEIT * * FACHKENNTNIS MIGDAL INSURANCE COMPANY HD / j i' i i nrTTf»fVTf Tf nt w» >i bnzn nyzx nina4? man 094

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