Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 80 (2006) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 80 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/7506414-7413234-7497301--633-7413246
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

12 Unsere Leser schreiben . .. Seit ich vor vielen Jahren (um 1960) in Breslau bei einem Antiquar das Lehrbuch der israelischen Religion “Glaube und Pflicht” von 1877 mit dem Stempel “Jüdisches Reform-Realgymnasium Breslau” gekauft hatte, dem Beginn meiner Arbeit am Projekt “Untersuchung zum Schulwesen in der Stadt Breslau während der Weimarer Republik unter den besonderen Gesichtspunkten der Stellung der jüdischen Schulen und der weiteren Lebenswege von Lehrern und Verwaltungsbeamten” vor wenigen Jahren und heute, habe ich unendlich viel gelernt. Beim Lesen authentischer Akten aus der Nazizeit im polnischen Staatsarchiv in Breslau, die all das Grauen, das Versagen und die Schuld der nicht jüdischen Nachbarn, Bekannten und Freunde in der Nazizeit - die auch noch auf uns Nachgeborene lastet - dokumentieren, empfinde ich immer wieder aufs neue Scham und Trauer und hoffe zugleich durch meine Arbeit an diesem Projekt etwas der Verantwortung gerecht zu werden, die Deutschland und jeder seiner deutschen Bürger heute trägt. Ihre Zeitung ist mir dabei eine Hilfe und zugleich empfinde ich Dankbarkeit, dass ich zu einigen ehemaligen Breslauern in Israel, in Südamerika und hier in Deutschland Kontakt diesen Kontakten menschliche Wärme eine Rolle spielt. Konkret gab mir Nr. 79 Ihrer Zeitung aber Anlass, in doppeltem Sinne traurig zu sein. Zum ersten möchte ich der Familie von Dr. Max Feuchtwanger mein tiefempfundenes Beileid aussprechen, ich bin sehr traurig über seinen Tod. Max Feuchtwanger war mir aus etlichen Dokumenten, die ich im Archiv gelesen habe, bekannt. Seinen Lebenslauf (Kopie anbei) habe ich wie ein mir vorgelegtes Dokument gelesen. Das klingt vielleicht ein wenig seltsam, denn zu der Zeit, als er sich mit diesem beworben hatte, habe ich noch nicht gelebt und ich war und bin weder Magistratsschulrat noch selbst Breslauer. Aber das Befassen mit einer Schule (bzw. dem gesamten Komplex der Schuleinrichtungen für die jüdischen Kinder und Jugendlichen zwischen 1918 und 1933, als dieses im Rahmen eines einheitlichen und, wie man heute vielleicht sagen würde, pluralistischen Schulsystems, bestand, sowie nach 1933, als e ssich um ein eigenständiges jüdisches Schulwerk handelte), führte zu einer gewissen Vertrautheit meinerseits. Ich möchte seiner Familie, allen ehemaligen Breslauern und allen Menschen in Israel sagen, dass ich großen Respekt vor dem gesamten Lebenswerk von Max Feuchtwanger, so habe. Ich bekenne aber auch, dass ich sehr traurig bin, weil ich es versäumt habe, mit Max Feuchtwantger noch zu seinen Lebzeiten in Kontakt zu kommen. Zu vielen Details, die sich aus den Akten ergeben, hätte er sicherlich etwas sagen können. Aber ich empfinde seinen Tod auch als Verpflichtung, hier über ihn zu sprechen bzw. vielleicht gelingt es mir, in hiesigen Publikationsoranen einen Artikel über ihn zu veröffentlichen. Daraus erlaube ich mir, eine Bitte abzuleiten. Ich möchte in einem ggf. Artikel gerne ein oder zwei Fotos von ihm mit veröffentlichen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dabei behilflich wären, dass ich vielleicht ein Foto aus seiner Breslauer Zeit und das Foto, welches Sie in Nr. 79 veröffentlicht haben, als Vorlage erhalten kann... Mein weiteres Ziel ist es, nach der Vorarbeit über das Breslauer Schulwesen in der Zeit der Weimarer Republik auch noch über das Schulwesen in der Zeit 1933 bis Ende ein Buch zu verfassen. Dazu liegt mir bzw. im Archiv noch viel Material vor. Mit freundlichen Grüßen an alle ehemalige Breslauer Dr. Ronald Müller Sarrasanistr. 19 /204 01097 Dresden bekommen habe und dass in wie er in den Mitteilungen geschildert wird, Jüdische Volksschule für Knaben und Mädchen 7 stufig mit z. Z. 10 Klassen Höhere Jüdische fchule für Knaben und Mädchen Sexta bis Untersekunda Unter staatllrher Aufsicht Rahdlgerplatz 3 Eine der beiden AnfSngerklassen Im Schulhause. Minoritenhof 1/3 nach dem Plane des Reforrn-Real-Gymnasiums Unter staatlicher Aufsicht MenzelstraOe 100 Neueie Sprachen In den unteren Klassen, tn den nöneten Klassen Latein. Rellglons- und jüdisch-*lssenschaltlieber Unterricht Innerhalb des Stundenpions. Sonnabend schulfrei. AniM«l«itin0*n für alle Klassen täglich von 9—10 Uhr beim stellvertretenden Leiter Dr. Speyer. Lehrplan der st&dtlschen Volksschulen. Jüdische Unterrichtsfächer Im Rahmen des allgemeinen Lehrplans. Schulfrei sind der Sonnabend und i. Z. für die 2 unteren Jahrg&nge auch der Sonntag. JUim*ldung«n für alle Klassen nur Rehdiqerplatz 3 Sonntags 9—10. Werktags 12 —13 Uhr b. Schulleiter Feilchenfeld. NEUER DODISCHER SCHULVEREIN e.V. Breslau, Am Anger 8 Fernsprecher 59665 PRIVATE JÜDISCHE VOLKSSCHULE für Knaben und Mädchen 15 Klassen, davon 7 Kursusklassen mit g«Hob*n*m Lehrplan Schulleiter! Studienrat a. D. Pollack Sprechstunden: Werktags von 11.30 - 1 ß.30 l.’hr, jedoch Mittwoch von 10—17 Uhr IltWl Lothringer Straße 9 Fernsprecher 8*2 00. Anmeldung; von Knaben und Mädchen, auch für Lernanf angcr, täglich von 12—1 Uhr erbeten. Dora Münzer - Bandntann Breslau, Schwerlnstr. 58 Tel.807 S9 üDteniüit In allen HaadelslätheiD Stsnojriphle, Deutsch. Fr in?. Enjllsc»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.