Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1962
- Issue
- No. 6-7 (1962)
- Date
- 1962-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 3169)
- Language
- German
- Belongs to
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Der „Katalog Pinczower" heute als „Reference Book” bezw. als Nachschlagewerk benutzt wird. Ephraim Pinczower, der 2. Sohn von Elieser P. wurde im Laufe der zwanziger Jahre durch seine grosse Privat-Bibliothek bekannt, die er sich durch eifriges Sammeln geschaffen hatte. Sie bestand ausschliesslich aus Judaica und Hebraica und war als die grösste Privat-Bibliothek anzusehen, die sich auf diesem Gebiete in Berlin befand. Zahlengemäss wurde sie nur durch die Sammlungen in den öffentlichen Bibliotheken übertroffen. Ephraim P. war ein viel beschäftigter Arzt. Im Laufe der Jahre wurde sein Haus mehr und mehr Treffpunkt jüdischer Gelehrter, für die seine Bibliothek ein ständiger Anziehungspunkt bildete. Da Ephraim P. keine Kinder besass wurde er eines Tages befragt, welche Pläne er für seine Bibliothek in der Zukunft habe. Er erklärte damals, es läge in seiner Absicht, sich bei Erreichung des 60. Lebensjahres von seiner Praxis zurückzuziehen und seine Bibliothek der Jüdischen Universität in Jerusalem zur Verfügung stellen. Er selbst wolle Bibliothekar an der Universität werden. Das war sein Plan. Doch leider kam es anders. Ein schweres Herzleiden zwang ihn zur vorzeitigen Aufgabe seiner Praxis. Er starb im Jahre 1930 im Alter von 57 Jahren. Die Bibliothek wurde von der bekannten orientalistischen Buchhandlung Harrassowitz in Leipzig erworben, die in 2 jähriger Arbeit binen Katalog anlegte, der 12.800 Titel enthielt und 758 Seiten umfasste. Er war der grösste je bisher erschienene Antiquariats-Katalog für Judaica und Hebraica. Dieser Katalog ist eine Fundgrube für alle jüdischen Bibliophüen. Er enthällt u. a. 75 Handschriften teilweise aus dem 14. u. 15. Jehrhundert darunter, um nur eine zu nennen, die illuminierte Handschrift der „Mischne Thora” von Maimonides. Ferner weist der Katalog 10 Inkunabeln auf, darunter einen Erstdruck von More Nebuchim sowie einen Kommentar zu Pirke Aboth von Maimonides. Zur Geschichte der Familie Pinczower (Schluss) Elieser trägt. Von den Töchtern von Jehuda P. lebt Rosa verh. Leissner in Holon (Israel) und hat eine Tochter Penina. Ferner lebt eine weitere Tochter Helene verh. Fischman in New York. Der 2. Sohn von Elieser P. war Ephraim, ein bekannter Arzt und grosser Bibliophile, lebte in Berlin-Tempelhof und starb kinderlos im Jahre 1930. Von den Töchtern Elieser P.’s war Sara verh. Neumann nach Kalisch verzogen. Sie hatte 2 Söhne, starb jung bereits im 30. Lebensjahr. Die beiden Söhne wurden deportiert. Der jüngste Sohn gab kurz vor der Deportation seine 1 Jahr alte Tochter seiner christlichen Hausangestellten in Pflege, die das Kind unter einem anderen Namen aufzog. Sie ist dite einzige überlebende und wohnt heute in Crossen a.O. (Polen). Deborah, eine weitere Tochter von Elieser P. verh. Lipnowski hatte 6 Kinder, 2 Söhne und 4 Töchter. Sie starb 1940 im Ghetto Warschau. 2 ihrer Töchter leben in Tel-Aviv, Mira, verh. Rubinek und Schochannah verh. Ben Gad. Alle anderen Mitglieder dieses Zweigs der Familie wurden deportiert. Von den weiteren Töchtern von Elieser P. starb Selma in jungen Jahren und die jüngste Tochter Tirza, die in Berlin lebte, wurde 1942 ebenfalls nach dem Osten deportiert. Ferner war vorhanden eine wohl einzig dastehende Sammlung von 178 jüdischen Nekrologen, die die Biographien namhafter Persönlichkeiten der letzten 100 Jahre umfasste. Daneben wären noch zu erwähnen komplette Reihen von jüdischen wissenschaftlichen Fachzeitschriften, die in ihrer Vollständigkeit heute eine Seltenheit darstellen. Es war erstaunlich, wie ein einzelner Mensch in so kurzer So hat die Sammler-Tätigkeit des Verstorbenen Ephraim P. letzten Endes der jüdischen Wissenschaft einen grossen Dienst geleistet, und seinen Katalog heute zu einem Hilfsmittel für die jüdische Wissenschaft gemacht. Wenn auch sein Plan, die Stelle eines Bibliothekars in der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem einzunehmen durch seinen vorzeitigen Tode nicht mehr zur Ausführung kam, so blieb doch die Liebe zum jüdischen Buche Ccrtihcat« Naobi of ölryuu- £1 eacK, Numbered/£LC^£ UW DeVEI0PM£vr w LIMITED. ” tNCOnrouvrrn under tue com v.ni«'*act». tat jo P« >\T . <1^ c <• <• <• <• < CAPITAL, £50,000. Dmdri) U o 200 Fouodtf', Share« of SSO f*- _ . ZTbls is. tö certifg iKat.—_ ... - - i,« ihn Regialeri r>--’ ... .... ... ...fully pa!d up Ordinary Share« o£ _lo__in Iho PALE3TINE LAND ■DEVELOPMENT (OMPANT, LIMITED, subjcct Io Ihc Memorandum and . rliclcs of Aaaocialion tbereof. Given under I c Common Seal ol Iho aaid Company, day _:__190^ i- Um« m Truiltr.vkaikM Im im it.r.lC mmm fce ngmwl. vA^lIjJ Regislered Holder Dies ist der von Elieser Pinczower im Jahre 1909 gekaufte Share No. 358. Zeit eine derartige Sammlung Zusammentragen konnte. Ferner besass Ephraim P. eine wertvolle Autographen-Sammlung darunter eine Reihe Briefe von Theodor Herzl, mit dem er längere Zeit in Correspondence gestanden hat, die nicht zum Verkauf gelangte und heute als verloren bezeichnet werden muss. Seine Frau wurde 1942 nach dem Osten deportiert. Der Katalog selbst ist heute eine Seltenheit geworden und wird ständig von Bibliophüen gesucht. Die Bücher selbst wurden zum grössten Teil von der Firma Harrassowitz im Laufe der Jahre verkauft und dadurch in alle Teile der Welt zerstreut. Ein kleiner Rest, der unverkauft geblieben war, fiel im Dezember 1943 einem Grossangriff englischer Bomber auf Leipzig zum Opfer, bei dem das gesamte Lager der Firma Harrassowitz zusammen mit den Restbestand dieser Bibliothek zerstört wurde. Der Katalog ist heute ein bibliografisches Hilfsmittel ersten Ranges geworden, das nicht nur in der Bibliotheken von Jerusalem sondern auch in Oxford und Cambridge anzutreffen ist, und wenn man heute aus Europa ab und zu einen Judaica Katalog erhält, so kann man bei einzelnen Titeln den Vermerk „Im Katalog Pinczower als selten bezeichnet” finden. Das bedeutet, dass der Katalog vom internationalen Buchhandel in der ganzen Welt Verantwortlich für die Beilage Chronik der Familie Pinczower zeichnet: Felix Daniel Pinczower — Tel-Aviv. in der Familie erhalten. Die Tochter seines Neffen Felix Daniel Pinczower, Frau Schoschanah Langerman arbeitet heute als Bibliothekarin in Jerusalem an der gleichen Stelle, wie Ephraim P. es sich einmal für sich selbst vorgestellt hatte. Für das Frühjahr den modernen MARENGO-ANZUG nach Mass incl. 3 Anproben und beste Zutaten von IL. 125.— bis 155.—. Terylene und Mohair Massanzüge von IL. 95.— an. Terylene Hosen und Jackets sehr preiswert. Grosse Auswahl. Zuvorkommende Bedienung. — Kein Kaufzwang. RÖMER, TEL AVIV, MOHILEWER 49 (früher Breslau) l'll'SM J&citshacicnJtd FÜR ALLE ZEITUNGEN INSERATEN-ANNAHME JEET (früher Breslau) TEL AVIV, SHEINKINSTR. 34 8