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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1964-01-01 · No. 10-11 (1964) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1964
Issue
No. 10-11 (1964)
Date
1964-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Bitte bewahren Sie die „Mitteilungen” und denken Sie immer wieder ah die „Suchanzeigen”. (J.k M .1 JUlJAfi a mivu >nxi> imN bw my>-r> j MITTEILUNGEN No. 10-11 | DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E. V. Und Schlesien — Gegruendet 1958 lnu»\»n] in Tel-Aviv Aktions-Comite: Dr. William (Seev) Boss, Heinrich H. Cohn, Arthur Dombrowski, Dr. Wilhelm Freyhan (Tel Aviv, Lord Byron St. 4) Dr. Julie Freund, Dr. B. Grzebinasch, N. Heymann, Dr. Th. Rosenthal, M. Rosenfeld, (Maro), Dr. S. Schmerei, J. Sachs, E. Tauber Der iüdisehe Kalender Ist der jüdische Kalender heut nur noch ein Fossil, eine prähistorische Erscheinung, die wie viele ähnliche es verdient als Museumstück unter Glas gesetzt und von wissbegierigen Besuchern mit dem Vergrösserungsglas betrachtet zu werden? Sicherlich werden viele Juden so denken, die gewöhnt sind, sich des von Julius Cäsar eingeführten julianischen Kalenders mit der kleinen Ergänzung des Gregorianischen, den Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 eingeführt hat, zu bedienen.* Und dennoch scheint es uns, dass der jüdische Kalender, der gute, alte luach auch heut im Zeitalter der Technik, des Vordringens in den Weltraum seine Existenzberechtigung hat und lebt. Ja, er lebt! Anders kann man seine Existenz gar nicht bezeichnen. Er hat nicht wie das jüdische Volk durch die Errichtung des Staates Israel eine Renaissance, eine Wiedergeburt erlebt, wie etwa die hebräische Sprache, die Sprache der Bibel, die Jahrtausende nur noch als tote Sprache in der Form der hebräischen Gebete existierte — nein —- der jüdische Kalender hat mit seinen kleinen und grossen Fest- und Fasttagen immer geiebt. Mit diesen seinen Gedenktagen an historische Ereignisse der Bibel anknüpfend, an historische Begebenheiten aus der mehr als 3000 jährigen Geschichte des jüdischen Volkes und des Judentums hat ihr Kalender die Juden in die Heimat ihrer Väter nach dem „Heiligen Lande” aus Egypten gebracht und sie unter ihrem Führer Josua zum ersten Mal am 15. Nissan das Pessach-Fest im eigenen Lande feiern lassen. Er hat sie begleitet als sie fast ein Jahrtausend später daraus vertrieben wurden und in die Babylonische Gefangenschaft wanderten. Und dort hat er mit ihnen gelebt und sie Tage und Monate zählen lassen, bis die siebzig Jahre ihrer ersten Galuth erfüllt waren. Und er hat sie zurück begleitet in ihre Heimat und dort * Die Endgiltige Fassung des heutigen jüdischen Kalenders gab der Patriarch Hillel II um die Mitte des 4. Jahrhunderts. ihnen wiederum als Zeitenweiser gedient zur Erfüllung ihrer heiligen Pflichten an den bestimmten ihnen verkündeten „Festen” und „Halbfesten”. Und dann kam die letzte grosse Austreibung aus der biblischen Heimat. Und das lange 2000 jährige Exil begann, die ewige Galuth, die den Juden völlig veränderte und einen neuen Menschen aus ihm machen sollte. Aber auch dieser neue Mensch, der aus seiner ursprünglichen Heimat vertrieben, fortgeführt wurde, nahm seinen alten jüdischen Kalender mit bis in die entferntesten Länder der Welt, wo er eine neue Heimat zu finden gedachte, bewahrte ihn wie ein Kleinod auf. Und immer, wenn ihm sein Kalender ein besonderes Datum anzeigte, einen Festtag oder einen historischen Gedenktag, da zog der Jude seinen neuen Menschen aus und seinen ehemaligen, den Juden der Vorzeit zog er an, gedachte all der Leiden, die seine Vorfahren erlitten oder der Festesfreuden, die ihnen ihr Leben lebenswert machten und auch ihm die finstere Zeit der mittelalterlichen Verfolgungen erleuchteten und auf eine glücklichere Zukunft hoffen liessen. Und so führte ihn der jüdische Kalender durch die Jahrtausende und erinnerte immer wieder den Juden, dass er eine glorreiche Vergangenheit habe, dass er nicht nur aus einem Volke der Händler und Krämer stamme, dass auch er seinen Tribut zu den Weltkulturen beigesteuert, ja — dass er vielleicht die grösste Kulturtat geleistet habe, welche die Menschheit aufzuweisen hat, und ihr die höchsten Werte geschenkt, als er sie das Gebot seiner Tora: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” lehrte. (3. B.M. 19,18). Solcher Art konnten wohl die Gedanken des Juden sein, wenn er sich seinen Kalender, einen kleinen Luach vornahm und der Festtage und Fasttage und der kleinen und grossen Gedenktage, die in seinem sonst so freudlosen und gehetzten Leben einen so breiten Platz einnahmen, gedachte. Nicht die Tage seiner „Heiligen”, die andere Kalender auszeichnen mögen, galten dem Juden als Gedächtnistage. Solche Heiligen ande¬ Die tlVM”“~ ist die ra-j.Ttrrnrif-VYi^i deutschsprachige Tageszeitung Israels Abonnementspreise pro Quartal: Israel: Europa (Luftpost) Gesamtausgabe : 18.— 30.60 Freitagsausgabe: 6.— 10.95 politisch unabhängig aktuell und vielseitig interessant und ein erstklassiges Werbemittel U.S.A. (Luftpost) SS YEDIOTH HAYOM rer Religionen und Völkerschaften kennt das Judentum nicht. Dies waren Menschen, die wohl als Vorbild dienen sollten. Aber sie hatten kein Verhältnis zum menschlichen Alltag. Ihr Leben war ein Leben der Entsagung, der Kasteiung, sie waren meist Asketen von einer fast übernatürlichen Enthaltsamkeit — sie lebten ein Leben, das dem täglichen Leben mit seinen natürlichen Anforderungen fremd ist. Der jüdische Kalender kennt solche Heilige nicht. Das Judentum ist nicht lebensfremd sondern lebensnahe. Es soll dem Menschen eine Stütze im täglichen Leben sein. Daher hat sich auch der jüdische Kalender durch die Jahrtausende bewährt. Er lebt auch heute noch als imentbehrlicher Begleiter auf dem täglichen Wege des Juden mit ihm, belebt und verschönt seinen Alltag. Dr. Wilhelm Freyhan. A1terscheim Nachdem die Abteilung der Breslauer in dem Altersheim des W.S.S. von uns besetzt worden ist, haben wir einen zweiten Altersheimfond gegründet, um uns wiederum an einem bestehenden oder in Kürze zu erbauenden Heim zu beteiligen. Wir haben bereits die Beziehungen zu einer der führenden Baugesellschaften aufgenommen und bitten unsere Mitglieder und die unsere Bestrebungen unterstützenden Kreise bei jeder sich bietenden Gelegenheit unserem neuen Fond Spenden und Beiträge in reichem Masse zufliessen zu lassen, damit wir recht bald die Möglichkeit haben, unser Projekt zu verwirklichen. Schon jetzt nehmen wir Meldungen entgegen und bitten um schriftliche Meldungen von Reflektanten an die Adresse unseres Vorstandsmitgliedes Ernst Tauber, Beth Jizchak (Israel), unter Angabe ob auf ein Zimmer für eine oder 2 Personen reflektiert wird. Soweit Platz vorhanden, werden auch Nicht-Breslauer aufgenommen. Einzelheiten werden Interessenten direct mitgeteilt. Dr. HURWITZ LTD. TRAVEL & TOURIST AGENCY NEUE ADRESSE: TEL-AVIV, YEHUDA HALEVI STR. A3 NEUE TELEPHON-NUMMER 6 13 5 1 Special-Arrangements für Reisen nach U.S.A. zur Weitausteilung New York

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