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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1962-01-01 · No. 3 (1962) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1962
Issue
No. 3 (1962)
Date
1962-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Eine Erklärung zur Hagadah Rabbi Elieser ben Asarjah sagte in der Hagadah: Ich gleiche einem 70-jährigen und mir ist nicht vergönnt gewesen, aus der heiligen Schrift den Beleg zu finden, dass man des Auszugs aus Ägypten auch in den Nächten erwähnt, bis Ben Soma die Schrift folgendermassen auslegte: Die Schrift sagt: „Damit Du gedenkst des Auszugs aus Ägypten alle Tage Deines Lebens”. Hätte in der Schrift gestanden „Tage”, so hätte ich meinen können, dass man nur am Tage die Pflicht habe den Auszug aus Ägypten zu erwähnen, „da es aber heisst „alle” Tage Deines Lebens”, so besteht die Pflicht auch in den Nächten”. Aus diesem Grunde liegt uns die Pflicht ob, nachts das Sch’ma zu lesen in welchem der Auszug aus Ägypten erwähnt wird, sowie auch in der Pessachnacht die Hagada zu lesen und vom Auszug von Ägypten zu erzählen. Neben dieser einfachen, sinngemässen allgemein bekannten Auslegung möge noch folgende Auslegung gestattet sein. In der Sprache des Midrasch bedeutet der Ausdruck „Nacht” auch Leiden. Man könnte einwenden: es ist einleuchtend, dass man in Zeiten des Glücks vom Auszug aus Ägypten erzählt. Warum sollen wir aber in der bitteren Nacht des Leidens aus Ägypten erzählen? Welchen Sinn hat es von der damaligen Befreiung zu erzählen, da wir wieder in Unfreiheit und Unterdrückung seufzen und den Mord von Millionen von Brüdern und Schwestern beklagen? Darauf antwortet der Prophet Jesayes: Mir ruft man aus Seir zu: „Wächter, was ist verstrichen von der Nacht, Wächter was ist verstrichen von der bitteren Leidensnacht? Darauf erwiderte der Wächter: „Es kommt der Tag und auch die Nacht! Wenn ihr wollt, befragt mich wieder und kehrt zu G”tt zurück.” Israel fragt in der Nacht der Verbannung und Erniedrigung: Wächter was ist vorüber von der Nacht? Der Wächter ist aber kein anderer als G”tt selbst, von dem es heisst: „Siehe es schläft und schlummert nimmer der Wächter Israels”. Wenn Israel seinen Ruf zu seinem Vater im Himmel, der der Wächter Israels ist, erhebt und fragt: Wächter, was ist von der bitteren Nacht des Leidens verflossen? Da antwortet G”tt „Verzage nicht Israel! Es kommt der Tag und auch die Nacht”. Es kommt der Tag und auch die Nacht für seine Feinde. Die Ankunft jener Zeit aber hängt ganz allein davon ab, dass Ihr Busse tut, wie der Prophet Jesayas an einer anderen Stelle sagt: „Kehre zu mir zurück, dass ich Dich erlöse. * ’hbtfl '3 ■'bs n;ip” Wie der Allgütige einst Israel erlöst hat, so wird er auch uns wiederum im Monat der Befreiung, Nissan, erlösen, wie der Prophet Jeremias verkündet: „Er, der Israel zerstreut, wird es auch wieder sammeln”. Gabriel Bulienwieser (Tivon — Israel) Spenden dam), Gerda Sandberger (Brüssel), W. Weiss (München), Walter Wendriner (Stuttgart). Aus ENGLAND (durch den Chairman der Ortsgruppe London Mr. G. Streat: Dr. F. Becker (London), Mrs. M. Callomon (Kenton), Prof. Dr. E. Cohn, Mrs. Glücksman, G. Goddard, Franz Mendelsson, Mrs. u. G. Moss, M. Streat, Dr. Hans Leser, Else Stephany (London), F. E. Gumpert (Calcutta). Aus Nord- Süd- und Central America: Adolf Bardasch, Dr. Bertha Badt-Strauss, Resi Better u. Geschwister, Prof. Biberstein, Elsie Bergman, Dr. Blumenthal, E. Bolan, George Brann, Arthur Büchler u. Geschwister, (USA), pmst Freund (SA), Erwin Fuss, Alice u. Bemh. Feilchenfeld, Dr. M. Hadda, Betty Harlan, Martin Israel, Bertha Kamm, Grete Karden, Dr. Klemann, Alice Kroner-Kaufmann, Ernst Kroner, Dr. Ludwig Korn, Rosamunde Kumy, (USA), Dr. Köhler (SA), Emil Lang, Kurt Lessy, M. D., (USA), Helene Mauthner (SA), Hertha Mendelsson, George Milner, Helene Pick, Grete Sander, Paul Stern, Fanny Stern-Sichel, Hans Schiftan, (USA), Alfred Schnitzer (SA), Ilka Taussig-Goldnberg, Prof. Karl M. Weigert, Judith Whiteland, Irene Wolfsohn (USA). Aus Australien: S. Rosen (Sidney). Aus Süd-Africa: Dr. Kurt Schlesinger (Johannesburg). Unsere rührige Ortsgruppe New-York, die “Society of friends from Breslau” hat uns wiederholt durch ihren Schatzmeister Mr. Martin Gutman Spenden aus Sammlungen und Versteigerung von Bildern im Rahmen ihrer regelmässigen Veranstaltungen überwiesen für die auch an dieser Stelle ihr und dem verehrten Vorsitzenden Dr. Fred Singer gedankt sei. lmi Herbsttreffen der New-Yorker Ortsgruppe wurden 2 Bilder des bekannten Breslauer Malers S. Laboschin, der wohl manchem alten Breslauer noch persönlich in Erinnerung ist,versteigert. Sie waren eine Spende von Rabbi Dr. Bärwald und brachten mit einer kleinen Aufrundung der Ortsgruppe den Betrag von $50.—, wofür an dieser Stelle dem Spender und der Ortsgruppe herzlich gedankt sei. Auch dieser Betrag ist restlos für unser Altersheim verwendet worden. Liebe ehemalige Breslauer: Denkt bei freudigen und anderen Gelegenheiten an unser Altersheim in Israel! Ihr helft nicht nur social sondern Ihr tragt zur Errichtung eines Denkmals für unsere unvergessliche Heimatsgemeindc bei. Auch allen anderen Spendern sei nochmals herzlich gedankt. Sie alle werden aus den verschiedenen Mitteilungen in dieser Zeitung ersehen haben, welchen wahrhaft socialen Zwekken ihre kleineren oder grösseren Spenden gedient haben. Je reichlicher die Spenden fliessen, desto mehr können wir leisten. Wir verweisen in diesem Zusammenhänge besonders auf unsere Ausführungen über unser „Altersheim” an anderer Stelle dieser Nummer. Berichtigung: In unserem letzten Spendenausweis muss es heissen: Frau Fritz (Margarete) Fischer statt Frau Walter Fischer, Ramat Gan. Nach Fertigstellung der vorstehenden Listen gingen bei uns noch folgende Beiträge und Spenden ein: Aus Israel: von Frau Dr. Lilli Berg-Platau (Dr. Paul Berg Stiftung), (T.A.), Otto Bergmann (Rechowoth), Lotte Bing (J.), Frau Czesny (T.A.), Eva Goldstein, Dr. V/alter Goldstein (J.), Dr. Nathan Hoffmann (Kfar Noar Dati) (Rabbiner Dr. Moses Hoffmann- Stiftung), Bar Kama (T.A.), Irene Kober (H.), Margetrete Levy und Rosa Bodanoff (T.A.), Dr. Prager (T.A.), Frau K. Rüben geb. Kleemann (R. Haschawim), Irma Rau geb. Horovicz (Dr. Artur Rau-Stiftung), Josef Walk (J.), Sara Weiss (Tel Ganim). Aus Deutschland: von Gebr. Fischbaum (München). Aus USA: von Frieda Deutsch (St. Louis), Hans H. Petersdorf (Los Angeles). Eindrücke einer Israelreise Rosel Steffen-Hamann, die Tochter des bekannten Kunsthistorikers Richard Hamann, ehemals ord. Professor an der Universität Marburg schreibt uns über ihren Besuch in Israel: Die ersten Berührungspunkte mit Israelis erhielt ich auf der Fahrt von Neapel nach Haifa auf dem wundervollen Schiff „Theodor Herzl”. Da die Passagiere in der Hauptsache Einwanderer und Israelis waren, die von Studienreisen aus Europa, zurückkehrten, hatte ich Gelegenheit, mit einigen Passagieren ins Gespräch zu kommen. Ich war erstaunt, mit welcher Unbefangenheit sie mir als Deutsche gegenübertraten und über viele Probleme zu sprechen fähig waren. Ich spürte nichts von einem Hass den Deutschen gegenüber, den ich gut verstanden hätte, da ich selbst meine liebsten Verwandten in Theresienstadt verloren habe. Ich teilte meine Kabine mit 2 Einwanderinnen, von denen die Ältere aus der Schweiz kam und sich in Tel-Aviv eine neue Heimat gründen wollte. Schon hier tauchte für sie ein Problem auf. Sie fuhr mit ihrem 15 jährigen Sohn, der kein Wort hebräisch sprach. Sollte der Junge sich innerhalb eines Jahres nicht einleben können, müsste er zurück zu seiner Grossmutter, während die Mutter in Israel bleiben würde. Die andere Passagierin war ein junges Mädel, das mutterseelenallein aus Amerika kam, um ebenfalls in Israel zu bleiben. Der erste Blick auf Haifa war faszinierend. Die goldene Kuppel des Bahai-Tem.pels leuchtete im hellsten Sonnenschein. Dahinter die weissen Häuser, die an den Hängen des Karmelberges langsam ansteigen, und einen herrlichen Rundblick auf die ganze Stadt und den Hafen geben. Ich war überrascht über die moderne Anlage der Städte, die oft von herrlichen Grünanlagen und Parks mit wundervollen Blumenbeeten und kleinen Teichen unterbrochen sind. Das schönste Beispiel für die moderne Bauweise war für mich die neue Universität in Jerusalem, die medizinischen Gebäude, das Frederic Mann Auditorium in Tel-Aviv, das Weizmann Institut in Rehovoth, die modernen Schulen und das Churchill Auditorium der Techn. Hochschule in Haifa. Dies sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten. Aber nicht nur das moderne Israel, sondern auch die alten biblischen Stätten hinterlassen einen tiefen Eindruck. Kapemaum, wo die Reste der alten Synagoge von einer grossen Vergangenheit zeugen, Nazareth die arabische Stadt mit der Verkündigungsgrotte und dem Marienbrunnen und Jerusalem mit dem Zionsberg. Da mein Aufenthalt nur sehr kurz war, war es mir unmöglich mich eingehender mit den alten Kulturstätten zu befassen. Leider! Über die Kultivierung des Landes war ich einfach sprachlos! Sieht man doch überall den steinigen Boden, auf dem nur die genügsamsten Pflanzen wachsen, daneben aber riesige Apfelsinen- und Bananenhaine, Tomaten- und Getreidefelder. Es ist kaum zu glauben, was zähe Arbeit, künstliche Bewässerung und Fleiss aus Wüste und Geröll hervorgezaubert haben. Alle Hochachtung den Menschen, die dies alles aus den primitivsten Anfängen bis zur heutigen Industrialisierung geschaffen haben. Aus Europa: Gebr. Fischbaum (München), Professor Dr. Ernst Fränkel (Frankfurt), D. Gertler (München), Ernst Huldschinsky (Essen, Dr. Erwin Markus (London). Aus Amerika: Ingeborg Heilborn, Hellmut Glücksmann (New York).

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