Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1970
- Issue
- No. 27 (April 1970)
- Date
- 1970-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/7411685-7412964-7497077--0282-7412980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
W ir gratulieren: Frau Grete JACOB, Mayan Zwi bei Sichron Jaakob (Israel) zum 90. Geburtstage und wünschen ihr dieselbe körperliche und geistige Frische noch viele Jahre. Sie ist die beliebte und geachtete Mutter des Kibbuz. ★ Herrn Adolf WOLFF, Haifa, Elternheim Bne Brith, Rechow Chorew 20 zum 90. Geburtstage. Er ist der bekannte und beliebte Grosskaufmann von der Karlstr. Breslau, der aus Oberschlesien kommend sich wegen seines geraden Wesens immer eines guten Rufes im Geschäftsleben erfreute. Ad mea weesrim. ★ Herrn Max WIENER, Tel-Aviv, Hermann Cohenstr. 7 zum 70. Seine Liebenswürdigkeit, Bescheidenheit und seine Vitalität haben ihm viele Freunde erworben. Mit seiner Gattin und mit uns viele Jahre in Gesundheit. ★ WIR KONDOLIEREN Familien TCHINO und POSENER, Tel-Aviv Bugraschowstr. 32 zum Ableben ihrer Mutter Ellen Poseper, die aus Breslau über Lichtenstein hier einwanderte und sich durch ihr besonders freundliches Wesen und ihre Hilfsbereitschaft einen grossen Freundeskreis schuf. Sie war die Witwe von Franz Posener, der als bekannter Kaufmann in Lichtenstein verstarb. ★ Wir kondulieren Frau Margot Mirjam SÜSS¬ MANN, Jerusalem zum Hinscheiden ihres Mannes Herbert Süssmann, von dessen Heimgang wir erst später erfuhren. Herr Siissmann war in der Textilbranche in Breslau tätig, war aber mit seinem Bruder, der in der Nazizeit umkam, Leiter des Hachscharahgutes in Friedersdorf, Kreis Strehlen, das seinem Vater gehörte. WIR DANKEN Herrn Dr. Max und Frau Dr. Annemarie KÖH¬ LER, Cochabamba Bolivien, Casilla 1521 für Ihre schöne Spende für den Altersheimfonds. ZUR GEFL. BEACHTUNG Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde in Israel und in allen Ländern der Welt darauf zu achten, dass bei Einzahlungen oder Überweisungen auf unser Bankkonto der deutliche Name des Eninzahlers bezw. Absenders erscheint, da wir sonst nicht in der Lage sind ordnungsgemäss Quittungen einzusenden. Es ist leider in letzter Zeit einige Male vorgekommen, dass die Schecknummer etc. angegeben wurde aber der Absender bezw. Einzahler war nicht zu ermitteln. Wir wollen Ihnen und uns Unanehmlichkeiten ersparen. Bei dieser Gelegenheit bitten wir sehr höfl. die fälligen Beiträge 18.— IL in Israel und 10 $ im Ausland baldgef. einsenden zu wollen, damit wir unsere Arbeit wie bisher durchführen können. Einzahlung bezw. Überweisungen sind zu senden an Irgun Joze Breslau, Tel-Aviv, Bank Japhet, Rothschild Blvd. 11. Bankkonto: 26582-4 oder an Erich Lewin, Ramat Gan, Mazadastr. 27. Vergessen Sie unser “Goldenes Buch” nicht bezw. den Altersheimfond auf den Namen unseres Gründers Dr. Wilhelm (Seew) Freyhan s.A. Wir danken Ihnen im Voraus. Verband ehemaliger Breslauer Ernst Tauber 1. Vorsitzender UNSER UNTERHALTUNGSABEND AM 4. JANUAR 1970 Der elegante und festliche Saal im Irgun Joze Litta bildete den Rahmen der Gala — Veranstaltung unseres Tel-Aviver Verbandes. 200 ehemalige Breslauer dazu Gäste und Vertreter befreundeter Landsmannschaften waren anwesend und die Veranstalter hatten sich viel Mühe gegeben, durch erstklassigen Vortrag und ausgezeichnete Künstler eine denkbar beste Atmosphäre zu schaffen. Herr E. Palmon beleuchtete nach Begrüssung durch Herrn Tauber die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation in interessanter Weise. Im anschliessenden Künstlerprogramm verstanden es die Damen Rose Dampf (Sopran) und Jaqueline Herzt (Pianospiel) aufs Herrvorragendste das Publikum zu unterhalten. Am Klavier begleitete meisterhaft Franz Crzellitzer. Den humoristischen Teil bestritt der beliebte Komiker Schmuei Fischer so, dass des Lachens kein Ende war. Man vergass für 2 Stunden an diesem Abend die Spannungen und Aufregungen des Alltages. Mit viel Geschick und ohne Aufhebens wurden die technischen Vorbereitungen hinter den Kulissen von Herrn Erich Lewin, die künstlerischen Belange von Herrn Julius Sachs organisiert. Wir konnten an diesem Abend Herrn Harry Schein aus New York in unserer Mitte begriissen, der als früüherer Breslauer sich inmitten seiner Landsleute sehr wohl fühlte und den wir durch eine schöne Blumenspende ehrten und ihm die Grüsse an die Breslauer in Amerika übermittelten. ■¥■ EINE KURZE REISEGESCHICHTE So fing es an: An meinem Geburtstag — 65 — (eine schöne runde Nummer) sagten meine Kinder zu mir: “Wäre es nicht Zeit, nach 47 Jahren Breslau zu besuchen?” Eine gute Idee! Trotzdem ich wusste, dass vieles fremd sein wird. — Menschen — Sprache — Strassen dachte ich. Vielleicht finde ich etwas, die Oder fliesst ja immer —. Im September konnte ich mir 2 Wochen frei machen. Mein Mann ist ein sehr unwilliger Flieger. Ich war auf mich allein angewiesen. — Mit meinem Pass zum Consul von Polen. Was ich herausfand: Niemals erhalten Sie ein polnsiches Visa, solange Ihr Pass als Geburtsort Breslau Germania auf weist. Fraglich wäre es auch, wenn Sie es auf Wroclaw ändern!” das was das Ende von meinem sentimentalen Breslauer Besuch. Doch das Reisefieber war in mir. Vor einigen Jahren hatte ich meine Familie in Israel besucht. Aber nie war ich in Paris, oder London. Wien oder Salzburg mit den Musik-Festspielen. Zum Glück konnte meine Israeli Schwester mit mir eine Woche in Salzburg und Wien verbringen, und sie machte in Tel-Aviv die nötigen Reservationen. In einem Textbuch “Europa on $ 5 a day” fand ich praktische, preiswerte Ideen, und ich arrangierte mein Zimmer in einer Pariser Pension wie auch in einer Londoner YWCA. Und in zwei Wochen baute ich ein Reichtum von Errinerungen auf.: Salzburger Opern, Schloss und Park, Konzerte, die Altstadt, der Markt, das Mozarthaus. Die Wiener Denkmäler, Brunnen, Sakrale Bauten, Reitschule, Schlösser über Schlösser. — Dann ich und mein kleines Köfferchen nach Paris mit meinem miserablen Schulfranzösisch. “City-Rama” Buses brachten mich, wohin ich gehen wollte, der Lautsprecher erklärte, was ich wissen wollte. — Und in London sieht sich jeder Tourist das Spectacle der Soldaten vor dem Buckingham Palast an. Die Londoner Brücken, Westminster Abby, die Parlament gebäude versetzen mich in die alte Welt. — Dann zurück nach New York. Wie schön war die Reise! und wie treffend das Sprichwort: “Überall ist es schön, aber am schönsten ist es zu Hause!”! Hedel Schwartz-Wasser, New-York Goldenes Buch In unser “GOLDENES BUCH” erfolgten seit Erscheinen unserer letzten Mitteilungen folgende Eintragungen auf die Namen: JAK GALEWSKI, Jaakow ben Mosche geb. 8. Februar 1879 gest. 8. Juli 1940. 2. Tammuz 5700 GERTRUD GALEWSKI, geb. Schlesinger, Dewora bat Chajim Zwi geb. 13. Oktober 1889 gest. 7. Oktober 1942, 26. Tischri 5703 eingetragen von ihrer Tochter Irene Mamroth geb. Galewski. MARTIN MAMROTH, Mosche ben Aron geb. 8. Januar 1903 gest. 14. September 1958, 1. Tischri 5719 eingetragen von seiner Ehefrau Irene Mamroth geb. Galewski, Ramat-Josef (Israel) SALLY LANDSBERGER gest. 24. Mai 1922, 15. Ijar 5682 EMMA LANDSBERGER, geb. Sachs gest. 15. Februar 1953, 30. Schwat 5713 eingetragen von ihrem Sohne Ernest R. Lane, Los Angeles. GEORG HERZ geb. 26. Januar 1890 gest. 5. Januar 1954, 1. Schwat 5714 ROSA HERZ, geb. Nicklas geb. 24. Mai 1892 gest. 8. Dezember 1963. 22. Kislew 5724 HENNY METZ, geb. Herz gest. 1. Dezember 1966, 18. Kislew 5727 eingetragen von Heinz, Z. Herz und Judith Herz geb. Kassvan, New York. ADOLF MAMROTH, Aron ben Mosche gest. 3. November 1946, 9 Cheschwan 5707 JETTCHEN MAMROTH, geb. Margoliner, Gittel bat Schimon gest. 29. März 1947, 8 Nissan 5707 RECHA MAMROTH, Rachel bat Aron gest. 19. Mai 1944, 27 Ijar 5705 eingetragen von ihren Kindern: Siegbert & Dorchen Mannheim, geb. Mamroth, Kiriat Uno Israel. ★ KLEINKUST IN ISRAEL FREDI DURRA IM SHERATON Fredi Durra, in Breslau geboren, in Naharyia heimisch geworden, bringt ein grosse Repertolr an Kleinkust. Er weiss sein Publikum fast 2 Stunden lang pausenlos bestens zu unter halten. Er singt, tanzt und tingelt in grosser Skala von Nuancen, er serviert dem Publikum nicht nur Witze, nicht nur das Wort ist ihm wichtig, sondern wie er die Pointen bringt, mit jenem Komödiantischen Ausdruck — darin liegt sein Charme, seine Wandlungsfähigkeit, und seine Mimik. Wie er alles sagt, aus der Situation heraus, voll freundlicher Kritik an menschlichen Schwächen! Denn Witze erzählen — ohne Zusammenhang — das kann der Humorloseste schliesslich auch, aber sie in ein Milieu, in die jeweilige Stimmung, passend einordnen, sodass sie richtig “ankommen”, das ist neben seinen ausgewählten Songs die grosse Kunst jener, resp. seiner Kleinkunst. Um Fredi herum wirbelte an diesem Abend die höchst charmante Tel-Aviver Künstlerin Dorothea Livio. Sie hat ein grosses Talent zu singen und zu tanzen, sie gibt sich rhytmisch und ihre humorvolle Art spricht an. Sprachlich hat sie keine Schwierigkeiten, denn ihr Rumänisch ist so entzückend hochdeutsch, dass man aus ihrem vergnügten Gesicht sofort ersehen und übersetzen kann, dass “Dragöstea” “Liebe” heisst! Und mit viel Liebe gestaltet sie ihre Operetenlieder und Chansons. Jehuda Oppenheimer leistet Hervorragendes auf seiner elektronischen Orgel. Und Kurt Mass fungierte als vortefflicher Beigleiter des amüsanten Abends, der an vielen Orten im Lande wiederholt wurde. Julius Sachs 16