Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1968-04-01 · No. 23 (April 1968) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1968
Issue
No. 23 (April 1968)
Date
1968-04-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/7411685-7412902-7496926--0214-7412914
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Manfred Rosenfeld (Maro) s.A. TEL-AVIV Dieser Tage haben wir Manfred Rosenfeld (Maro) hier in Tel Aviv zur letzten Ruhe gebettet. Als Redaktionsmitglied der '“Breslauer Zeitung” waren seine Artikel immer klar und von grösstem Interesse. Später betätigte er sich in Shanghai als Journalist. Auch das “Jüdische Gemeindeblatt” redigierte er eine Zeltlang in Breslau. (Siehe Artikel No. 20 unserer Zeitung Würdigung zu seinem 80. Geburtstage.) In Tel Aviv war er im Vorstand unseres Verbandes und hatte noch einige sehr schöne Jahre dank der Wärme, die er im Rahmen der Familie Mandel fand, wo er wohnte. Da er vollkommen alleinstehend war empfand er diese Familienatmosphäre um so wohltuender. Eine grosse Zahl von Freunden und Verehrern sowie unser Verband betrauern diesen bescheidenen und besonders guten Menschen. Erich Lewin sprach bei der Beerdigung vom Verband aus herzliche Abschiedsworte ebenso ein guter Freund des Heimgegangenen. Dr. Ernst Fischer s.A. In tiefer Erschütterung haben wir vom dem Heimgang von Dr. Ernst Fischer erfahren. An einem der letzten heiteren Abende des “Verbandes ehemaliger Breslauer” nahm er noch mit seiner Gattin teil und bedankte sich am Schluss für die genussreichen Stunden. Der Unterzeichnete war jahrelang mit ihm im Magdalenengymnasium in Breslau und war immer erstaunt über die sehr guten Leistungen dieses Schülers. Als Primus ging er durch alle Klassen. Geboren als Sohn von Markus Fischer und seiner Ehefrau Anna geb. Baeck war sein Grossvater der bekannte Rabbiner Dr. Samuel Baeck in Lissa i/Posen und sein Onkel kein geringerer als Rabbiner Dr. Leo Baeck. Studiert in Breslau und Giessen war er 2 Jahre Soldat im 1. Weltkrieg. Später wurde er Studienassesor am Karolinum in Neisse O/S. und bis zum Jahre 1934 Studienrat an der Aufbauschule in Ziegenhals O/S. Dann zog er nach Breslau, wo er Lehrer an der Angerschule der jüdischen Gemeinde war. 1939 in Israel eingewandert ist er viele Jahre im Staatsdienst tätig gewesen. Seine hervorragende Bildung, sein grosses Wissen, seine überaus vornehme Art in Erscheinung und Benehmen, sehr zurückhaltend und bescheiden brachten ihm überall, wo er auftrat, starke Sympathien. Als gütiger Ehemann, guter Vater und Grossvater war er nicht nur beliebt in seiner Familie sondern bei allen, die ihn kennen lernten. Wir sprechen von dieser Stelle seiner Ehefrau Hanna Fischer geborene Beihoff, den Kindern und der Familie unsere innigste Teilnahme aus. Dr. Emst Fischer war einer der Wenigen, die nichts von sich her machten und seine Worte waren abgewogen und gut durchdacht. Wir werden ihn nicht vergessen. E. L. ABRAHAM SOGLOWEK sA„ NAHARIAH Inmitten eines arbeitsreichen Lebens verstarb Abraham Soglowek Inhaber der bekannten Wurstfabrik “Nahariah”. Früher in Breslau und Beuthen — Fleischeri Grünpeter Inh. Kwilecki, — hat Soglowek diese beste Tradition im Lande fortgestzt und seine Tüchtigkeit mit seiner Gattin und der weiteren Familie “die bekannte Wurstfabrik Nahariah” ausgebaut. Wir sprechen der Gattin und der gesamten Familie unsere innigste Teilnahme aus. Chajim Feilchenfeld i.A. NEW-YORK Im Alter von nur 34 Jahren starb nach eintätiger Krankheit in New York Chajim Feilchenfeld Urenkel des Landesrabbiner von Posen Rabbiner Wolff Feilchenfeld. Der Heimgegangene war Familienvater von 4 Kindern, erwarb an der Jeschiwah Universität den Titel Raw, war aber als Elektro Ingenieur bei der Stadt New York für die Untergrundbahn tätig. Ein Mensch von grosser jüdischer und Allgemeinbildung, gütig zu allen, hat er eine grosse Lücke hinterlassen. Der Raw sagte bei seiner Bestattung: '‘Er habe in wenigen Jahren mehr erreicht als ein anderer im langen Leben”. Wir sprechen der Mutter Frau Alice Feilchenfeld, geb. Daniel, der Witwe, den Kindern und Geschwistern unsere tiefe Anteilnahme aus. Verband ehemaliger Breslauer Frieda Schachtel s.A. Vor einigen Monaten starb im Altersheim in Haifa Frau Frieda Schachtel, Witwe unseres beliebten und bekannten Zionisten in Breslau Dr. Hugo Schachtel, dessen Haus Mittelpunkt der Ziele und Aufgaben waren, Palästina zum jüdischen Staat zu machen. Sein Wirken war s. Zt. schon fruchtbringend und dank solcher Männer konnte letzten Endes das Ideal zur Wirklichkeit werden. Unsere Teilnahme gilt ihren 2 Söhnen und 2 Töchtern, die alle in Israel wohnen. META ANGRESS GEBORENE SCHNITZER TEL AVIV Nach langer Krankheit verstarb in Tel-Aviv Meta Angress, deren Klugkeit und Lebensweisheit, deren Güte und Hilfsbereitschaft allbekannt waren. Eine grosse Schaar von Freunden und Verwandten betrauern mit ihrem Mann Carl Angress, der Tochter und ihrer Familie diese besondere Frau. Das Haus Angress hatte immer viel Freunde, die gern viele Stunden in diesem gastlichen Heim verbrachten. Wir hoffen, dass Gtt dem Mann und den Kindern die Kraft geben wird, diesen schweren Schicksalsschlag zu überwinden. Frau Meta Angress enstammt der bekannten Familie Schnitzer (Schirmfabrik Breslau). Frau ERNA SCHEYER, Tel-Aviv, Aronowitz Str. 2, unsere innigste Teilnahme zum Ableben ihres Gatten BRUNO SCHEYER, dessen umfassende Bildung und seine besonders herzliche Art im Umgang mit Menschen uns allen unvergesslich sein wird: ★ Herrn Professor EPHRAIM URBACH, seiner Gattin CHANNA geb. Pinczower, sowie Frau LOT¬ TE PINCZOWER geb. Kober, Jeruschalajim, früher Breslau tiefstes Mitgefühl zum Verlust ihres Sohnes und Enkels ABRAHAM URBACH, der in Erfüllung seiner Pflicht um das Land fiel. Ein herrvorragender Student mit tiefem Pflichtgefühl wird er als Vorbild bei den Seinen und bei allen Freunden weiterleben. Frau Ruth Stern — Goodmann Fulton Tulsa 12 Oklahoma U. S. A. unser Beileid zum Ableben ihrer Mutter Frau Paul Stern geb. Mania Aschkenazy Ehefrau desbekannten Mühlensterns in Breslau. Frau Helena Schinbach, Tel Aviv unsere innigste Teilnahme zum Ableben ihres Mannes Sewulun Schinbach früher Lederhändler in Breslau, der so bescheiden und gut war, dass er sich jedes Lobeswort verboten hätte. J; Jahrzeitsstiftungen || \ und Eintragungen <! In unser “GOLDENES BUCH” erfolgten seit Erscheinen unserer letzten Mitteilungen folgende Eintragungen auf die Namen: BRUNO SCHEYER (Esra ben Pinchas) geb. 5. Januar 1893. ge st. 27. Mai 1967 (18. Ijar 5727). eingetragen von seiner Ehefrau Erna Scheyer, Tel-Aviv. SEWULUN BEN JAAKOB SCHINBACH gest. 11. Mai 1967 (1. Ijar 5727) eingetragen von seiner Ehefrau Helena Schinbach. STEFFY PREUSS geb. GUTMAN geb.: 23. Dezember 1897. gest. 20. Juni 1967 (12. Siwan 5727) eingetragen von Ihrem Ehemann Dr. Max Preuss und Ihren Söhnen. MARGALITH MARGARETHE WALDSTEIN (geb. Waldstein) geb. 27. Mai 1889 gest. 2. Januar 1968 (1. Teweth 5728) eingetragen von Ihrem Ehemann Martin (Mosche) Waldstein Kfar Saba. META ANGRESS geb. SCHNITZER geboren am 5. Oktober 1890 gestorben, 9. Februar 1968 (11. Schwat 5728) eingetragen von ihrem Ehemann Carl Angress und der Familie, Tel-Aviv. From doom fo dawn by GEORGE VIDA Rabbiner Dr. George Vida, ein Schüler des Breslauer Seminars, der auch an der Breslauer Universität promovierte (Philosophie) hat vor kurzem ein Buch veröffentlicht. Vida kam 1939 nach Amerika und nach wenigen Jahren in einer Gemeinde (Haddon Heights, N. J.) diente er in der US Army als Feldrabbiner (Chaplin). In dieser Eigenschaft hat er des öfteren Gelegenheit, den überlebenden Opfern des Krieges zu helfen. 1945 war er in Frankfurt a/M. stationiert, wo er u.a. eine Delegation früherer Breslauer empfing, die auf dem Wege von Breslau in die heutige Bundesrepublik misshandelt wurden. Das Buch schildert den Kampf dieser und anderer überlebender, wieder ein normales Leben zu beginnen. Entsprechend ist der Titel “From Doom To Dawn” (Jonathan David N.Y., Publishers). Das Buch betont den Mut und die Lebensbejahung unserer jüdischen Brüder und Schwestern, die nach so viel Leiden bereit sind, an das Gute im Menschen zu glauben und mit imglaublicher Tapferkeit wieder von neuem anzufangen. Da ist zB. die Geschichte von Peter, einem aus Breslau stammenden 15 jährigem Jungen, der das K.Z. überlebte, mit 19 Jahren seine Schulausbildung wieder begann und am Ende des Buches als Arzt in der US Army erscheint. Das Buch ist leicht zu lesen und schwer aus der Hand zu legen. Es ist nicht deprimirend sondern im Gegenteil hinterlässt eine positive Einstellung. Wir empfehlen es jedem Breslauer. Zu erhalten Jonathan David Publishers 131, East 23rd Street, New York. N. Y. 10010 or Rabbi George Vida 14006 bove Lane Rochille Md. 20853. 12

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.