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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1968-04-01 · No. 23 (April 1968) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1968
Issue
No. 23 (April 1968)
Date
1968-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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WIR DENKEN AN LUDWIG ST0E5SEL Ludwig Stoessel, einst Mitglied der Breslauer Operettenbühne (Schauspielhaus), feierte am 12. Februar seinen... nein, Sie werden es nicht erraten — seinen... 85. Geburtstag. Er istr-zwar im Burgenland geboren, aber das liegt ja wirklich nicht weit von Wien und deshalb ist er eine urwienerische Type geworden. Sein allererstes Engagement war Czernowitz, dann wurde er nach Wien engagiert und trat dort an namhaften Bühnen auf. Aber Breslau holte sich dieses Komikertalent für seine renommierte Operette. Direktor Dr. Theodor Loewe, ein hervorragender und gewiegter Theatermann, erkannte Stoessels geniale Begabung, seinen urwüchsigen Humor, der ihn bald zum beliebtesten Darsteller der Operette machte. In jeder neuen Operette, die Dr. Loewe den Breslauern bot, wollte das Publikum diesen originellen Komiker bewundern und belachen. Wer hätte ihn nicht in “AltHWien”, im “Fidelen Bauer” oder im “Walzertraum“, im “Dreimäderlhaus” oder im “Vogelhändler” begeistert miterlebt! Stoessel gestaltete jede Rolle eindrucksvoll, er machte aus den komischen Operettengestalten heiterste menschliche Typen. Schon wenn er aus der Kulisse trat, lachte das ganze Haus unbändig, so viel Komik ging von ihm aus. In Breslau lernte der Künstler seine spätere Lebensgefährtin, die Sängerin Lore Birn, kennen. Der Schreiber dieser Zeilen war im Jahr 1919 bei der Aufführung “Die Kinokönigin” zugegen, in der die beiden “auf Engagement” gastierten... und so wurde es ein Engagement fürs Leben. Es war damals jene Blütezeit der Operette in Breslau, wo gleichzeitig mit dem Geburtstagskind Künstler wie Edith Karin, Hella Kuerty, Irene Fidler, Minna Lanz und die Herren Karl Grünwald, Hellmuth Hallendorf, Ino Wimmer und Rolf Brunner die Breslauer Operettenfreunde entzückten. Anschliessend an das Engagement in Bi’eslau ging unser Künstler dann nach Berlin, nach Salzburg zu Reinhardt und nach Wien. 1939 kam Stoessel nach Hollywood, spielte in vielen Filmen und in der Television und will jetzt langsam “Pause” machen. Wir alten Breslauer erinnern uns gern des grossen Komikers, dessen Rollengebiet fast keinen ebenbürtigen Nachfolger fand. Dem unvergessenen Künstler und liebenswerten Menschen Ludwig Stoessel und seiner bezaubernden Gattin seien noch viele glückliche Jahre “als Zuschauer” beschieden! j. s. BERICHTIGUNG In No. 22 unserer Zeitung ist ein grober Druckfehler entstanden. “Ungeheimtes aus Sydney” ist von Dr. Ludwig Laband, Sydney verfasst worden. Die Unterschrift ist verdruckt gewesen. Wir bitten den Verfasser dieses Artikels um Entschuldigung, da der Fehler erst im Druckersatz entstanden ist bei der letzten Auflage. Darüber hatten wir keine Macht mehr. Wir erwarten sein Verständnis und hoffen, dass er auch weiterhin unser guter Mitarbeiter bleiben wird. Erich Lewin, als Verantwortlicher für die Zeitung. Möbel SIMON Sheinkinstr. 18 TEL-AVIV Tel. 612857 Sonderverkauf zu den Feiertagen zu aussergewöhnlich billigen Preisen Ess-Tische Fauteuilles Einzelmöbel Stühle Sofas Beste Qualität. Gute Bedienung. Teewagen: Dinelt u. Variete! Schüler vom Johanes-Gymnasium spielten Theater Die Chronik berichtet, dass es einst in Breslau vielfach Schultheater gab. Vom Magdalenen-Gymnasium glaube ich dies öfters gelesen zu haben. Das war aber in sehr frühen Zeiten! Als wir um 1900 und später in die Schule gingen, waren Schüleraufführungen selten oder nicht üblich. Für unsere diesbezügliche künstlerische Erziehung murde kaum etwas getan. Manche Direktoren und Lehrer waren höchst amusische Naturen, obwohl sie hervorragend gute Pädagogen waren. Keinesfalls aber erlaubten sie, dass sich Schüler oder Schülerinnen in das Gebiet des Ästhetischen wagten, womit ich hier das Theaterspielen meine. Zwar nahm man im Deutsch-Unterricht die Klassiker durch, man schrieb Aufsätze über “MARIA STUART” oder “DIE JUNGFRAU VON ORLEANS” oder über die Figur des Pfarrer ROESSELMANN in -WILHELM TELL, aber auf den Gedanken, ein solches Werk einmal mit verteilten Rollen richtig bühnenmässig aufzuführen, oder wenigstens einen Akt darzustellen, kam niemand, dazu fehlte jede Anregung seitens des Direktors oder der Professoren und auch jede Begeisterungsfähigkeit für das Theaterspielen. Wenigstens an .meinem’ Gymnasium war es so. Vielleicht war es anderswo anders? Und dennoch —' an eine reizende Schüleraufführung des Johannes-Gymnasiums, die im Jahre 1925 im Liebichtheater an einem Sonntag Vormittag stattfand, weiss ich mich noch gut zu erinnern und bin in der Lage davon kurz zu erzählen. Es glückte mir, die damalige Hauptdarstellerin in dem Lustspiel von Bücher “LEONCE UND LE¬ NA”, Fräulein URSULA PROELSS, aufzufinden. Die Dame, die jetzt in Berlin lebt, hatte die grosse Freundlichkeit, meinem Gedächtnis nachzuhelfen und mir einige Hinweise auf diese interessante Studio-Aufführung zu geben, an der sich “unsere Kreise” lebhaft beteiligten. Sicherlich ist Vielen dieses Lustspiel, das Büchner für ein literarisches Preisausschreiben verfasste, noch bekannt. Es ist fast wie ein Märchen von einem Prinzen und einer Prinzessin, die einander heiraten wollen, aber zunächst vor einander fliehen und sich auf ihren Wegen — ohne sich zu erkennen — treffen, sich natürlich noch mehr ineinander verlieben und schliesslich im Paradies landen. Die heiteren Figuren dieses symbolischen Liebesmärchens gleichen denen Shakespeares oder Goldonis. Der Prinz hat eine leicht ironisierende Ähnlichkeit mit Hamlet und über der ganzen romantischen Geschichte steht die Devise: Oh waer’ ich doch ein Narr!’ (Was bekanntlich ein bedeutsamer Ausspruch bei Shakespeare ist). Das liebenswürdige Spiel ähnelt inhaltlich Mozart’scher Musik, es ist graziös und zierlich, schwerelos und voller Anmut in der Sprache. Es hat Atmosphäre. — In diesem Zusammenhang also überredete Werner Fuchs, der Sohn des Besitzers des Liebich- Theaters, seinen Direktor-Vater, ihm die Bühne und alle theatermässigen Behelfe zu solch einer Aufführung zu überlassen. Was der Herr Direktor auch gehorsamst tat. So wurde LEONCE UND LE¬ NA zu einem grossartigen Erfolg der jugendlichen Theaterenthusiasten. Ich erinnere mich noch sehr gut an den starken Beifall und die vielen Hervorrufe. Zwar sang der damals berühmte Coupletsänger OTTO REUTTER — oft in Breslau gastierend — von dieser Bühne aus seinen Schlager “in 50 Jahren ist alles vorbei”. Aber — wie wir sehen, stimmt das in diesem Fall nicht, — alles ist noch gut in Erinnerung. So erfahren wir von der bezaubernden “LE¬ NA” weiter, dass der Zeichenlehrer des Gymnasiums ein attraktives Plakat entwarf, das in allen einschlägigen Geschäften aushing. Auch Herr Dr. Fritz Wenzel, vielen ehemaligen Breslauern als Radio-Reporter für das 6-Tage-Rennen bekannt, war mit von der Partie und Werner Fuchs war der tüchtige Regisseur dieses einmaligen Ensembles. Er übernahm auch — höchst wirkungsvoll — die Narrenrolle des “Valerio”. Der Darsteller des “Leonce” hiess Steinitz, er besass eine attraktive Bühnenfigur, und die Gouvernante wurde, wie einst alle Frauenrollen bei Shakespeare, von einem Jungen, mit Sondererfolg, dargestellt. Joachim Meissner gab den Hof rat, die Rosetta spielte eine junge Schauspielerin und Heinz Lipp- GEDICHT VON DR. ELSE MEIDNER (früher Breslau, jetzt London) STILLER TAG * Dort an der Berge schrägem. Kamm •Von Wolken halb verhüllt, > Schmilzt still und sanft der Tag dahin, »Was hat er mir erfüllt? ,Kein Zeichen, keine Botschaft kam, ,Kein Ahnen machte bang, Nichts wurde zur Erfüllung reif Und keine Hoffnung sank. > Ein wenig Müh und Müsse nur, »Das Brot und auch das Spiel, »Und in des Schweigens Schatten ruht > , Nun alles wie am Ziel. mann waltete seines Amts als Dirigent des Schülerorchesters an jenem Pult, wo wir unter KARL WAPPAUS (und vorher unter GUSTAV WANDA — erinnern Sie sich?) erstklassige Variete-Musik zu hören gewohnt waren. Er dirigierte wie Pruewer und war sein Schüler. Die erste Geige — quasi als Konzertmeister — spielte einer der Gymnasiallehrer, der beliebte Dr. Freund, am Kontrabas war man bass erstaunt, einen dünnen, lang aufgeschossenen Jüngling zu sehen, der die entsprechende Grösse auch im Spiel demonstrierte. Er hatte kurz vorher dieses Monstrum von Instrument zu lernen begonnen. Die weibliche Hauptrolle wurde von Fräulein PROELSS anmutig verliebt und meisterhaft dargestellt. Sie wusste in die Rolle Schönheit und Bühnenwirkung zu investieren. Sie hatte Theaterblut und ausserordentliches Darstellungstalent (Dieser Bericht über Fräulein URSULA PROELSS stammt von mir!). Ich freue mich und danke ihr, dass sie mir Material über die höchst gelungene Aufführung gab. Erwähnenswert wären noch die stil-entsprechenden Kostüme dieser Aufführung. Ich sah Fräulein Proelss (was wohl speziell die werten Leserinnen interessieren wird) in 3 extra für sie gearbeiteten Kleidern. Sie trat zuerst in duftigem Weiss, später in einem rötlichen Reitkleid und dann in einem lavendel-silberfarbenen Brokatkleid auf. Sie war wunderbar anzusehen! Bei der Aufführung war die gesamte Breslauer Presse anwesend. Diese Aufführung war ein Erlebnis eigener Art. Ich kann es bestätigen, denn ich war dabei! Julius Sachs Wer nach Israel kommt und nicht hei FREDI DURRA war, war nicht in Israel! FREDI'S INN NAHARIYAH Täglich Restaurant und Night Club 10

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