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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1978-10-01 · No. 44 (Oktober 1978) · p. Seite 46

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1978
Issue
No. 44 (Oktober 1978)
Date
1978-10-01
Page
Seite 46 (sequence 2415)
Language
German
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Dr. Schioma Blumenthal (Sally) s. A. 1887 — 1978 Geboren in Breslau. Studierte Medizin in Breslau und Strassburg. Promovierte 1912. 1912—14 Jüdisches Krankenhaus Breslau und in Hamburg. 1914—19 im Kriege als Feldarzt in Russland und in Frankreich. Eisernes Kreuz Erste Klasse für Tapferkeit vor dem Feinde. Ausbildung als Hals-, Nasen- und Ohrenarzt und im Sommer Badearzt in Bad Salzbrunn. Auch Krankenkassenarzt bei der Knappschaft für Kohlengruben-Arbeiter in Waldenburg. Einige Jahre auch Eisenbahnarzt. KZ-Sachsenhausen 3 Wochen, November 1938. 1938 nach Palästina ausgewandert. Konnte bereits perfekt Hebräisch. Liess sich in Kiriath Amal nieder, hatte einen Meschek Eser und arbeitete tageweise bei jeder Arbeit: Antimalaria, Hafen, Zeitungstragen, Rutenberg, was es gerade bei der Lischkat Haavoda gab. 1943 seine Lizenz als Arzt erhalten, war jedoch bereits zu „alt”, um als Arzt bei der Kasse angestellt zu werden. Erst 1947 kehrte er endgültig zu seinem Berufe zurück und wurde der beliebte Hausarzt in den Ortschaften Tivon bis Tira. K.J.V. seit 1907 (bis zu seinem Tode) Ehrenbürger von Tivon. Im Sechs-Tage-Krieg Medaille erhalten für seine Tätigkeit für das Militär. War viele Jahre Mitglied der Moazah in Tivon. Sehr aktiv in der Synagoge. War ein aufrichtig frommer Mann, immer bereit für Mitmenschen individuell und für die Gemeinschaft zu wirken, für sich selbst begnügte er sich mit wenig. War ein begabter Zeichner, zeichnete Landschaftsminiatüren, die wiederholt ausgestellt wurden. War bis kurz vor seinem Tode noch beruftstätig, mit 90 Jahren, nahm ständig an Fortbildung teil und war mit den modernen Behandlungsmethoden vertraut, Jedoch die alten wohlbewährten Mittel hat er nicht verworfen. ERINNERUNG AN RAB. MARGULIES, FLORENZ Meine Mutter war in Beuthen O/S in der Schule sehr befreundet mit Recha Rosenthal (Tochter des dortigen Rabbiners, Dr. Ferdinand Rosenthal, der später an der Storch Synagoge in Breslau amtierte). Recha heiratete den Oberrabbiner von Florenz, Shmuel Hirsch Margulies. Eine Tel Avlverin Frau H. Köster, die Florenz besuchte, hat auch die dortige sehr schöne Synagoge besucht, wo ihr eine Broschüre mit Bildern überreicht wurde, in der über Rabbiner Margulies folgendes erwähnt ist: „Am Anfang unseres Jahrhunderts und besonders während der 30 ersten Jahre erreichte Florenz eine solche Bedeutung und Einfluss auf das jüd. Leben und auf Alles, was mit jüd. Wissen zusammenhängt, dass man mit Recht sagen kann, dass Florenz als Zentrum des jüd. Lebens betrachtet werden kann. Dies ist allein dem verehrten Lehrer und Rabbiner Margulies zu verdanken, der bei jeder Gelegenheit der vollendete Führer, der schöpferische Berater und Förderer und solcher Art die leitende Seele war. Möge sein Andenken in Ehre Und Dankbarkeit weiterleben! Er was es, der in Florenz damals das Rabbiner Seminar für Italien ins Leben rief, das unter seiner Führung ein bedeutendes Zentrum der hebräischen Kultur wurde. Dieses Rabbiner Seminar brachte grosse und weise Lehrmeister hervor, von denen einige noch heute dem Judentum in Italien Ehre machen. Nach dem Tode von Rabbiner Margulies, der sein Amt während 32 Jahren (1890—1922) ausübte und die jüdische Gemeinde von Florenz zu einem hohen Grad der Kultur brachte, führten zwei andere grosse Gelehrte das Werk ihres Vorgängers fort. Es waren Umberto Cassuto Zihrono Libraha u. Elie L. Artom Zihrono Libraha, beide Schüler des Rabbiners Margulies. Das italienische Rabbiner Seminar führte sein Werk fort bis es 1934 nach Rom verlegt wurde, wohin ihm die beiden obengenannten Lehrmeister, Cassuto und Artom folgten“. Julius Sachs Ernst Scheyer: Eugen Spiro - Clara Sochs Beiträge zur neueren schlesischen Kunstgeschichte Delp’sche Verlags-Buchhandlung, München) Dem kunstgelehrten Breslauer Professor Ernst Scheyer, jetzt in den U.S.A., verdankt man viele Breslauer Kunsterlebnisse. So ist jetzt das obengenannte Buch erschienen, das einen intensiven Einblick in Leben und Schaffen zweier Breslauer Kunstmaler vermittelt. Nach Beendigung der Schulzeit im Elisabeth Gymnasium trat der 18-jährige Eugen Spiro in die Kunst- und Kunstgewerbeschule ein. Sein Lehrer war u.a. Albrecht Bräuer, dem er sowohl künstlerisch, wie menschlich viel verdankte. Bräuer machte den jungen Spiro in der Neisser-Villa in Breslau-Scheitnig mit dem Maler Fritz Erler bekannt. Bei Neissers lernte Spiro auch Gerhart Hauptmann kennen. 1894 zog es unseren Künstler nach München, wo Stuck an der Kunstakademie lehrte und bereits berühmt war. Bemerkensvert war auch Spiro’s Kontakt zu der damals neuen Zeitschrift „Die Jugend“. In der Münchner Sezesson gab es Anregung und Berührungspunkte genug, und bald fuhr Spiro nach Italien. 1900—1904 besucht der junge Maler wieder seine Geburtsstadt und sandte seine Bilder zu Ausstellungen nach München und Wien. Von seinen grossen Porträterfolgen ist weiter in dem Buch die Rede. Dann ging es nach Paris, wo sich eine Liebschaft zur Durieux entwickelte, die einst am Breslauer Lobetheater spielte. Aber die Ehe hielt nicht lange. Weitere 8 Jahre finden wir Spiro in Paris, wo er u.a. auch Kunststudenten unterrichtete. In Paris wurde er Professor an der Akademie. Nach 1914 entwickelt sich eine Freundschaft mit Lovis Corinth. Dirigenten- und Musikerporträts entstehen, auch Bilder von Dichtern, wie Mann, Hauptmann, Toller. Die weiteren Lebensjahre dieses grossen Künstlers möge der Leser selbst im Buch an sich vorübergleiten lassen. Erwähnenswert wäre noch dass ein grosses Bild des ehrwürdigen Rabbiners Dr. Ferdinand Rosenthal (Breslau Storchsynagoge) in Tel-Aviv vorhanden ist. — Im gleichen Buch beschätftigt sich Prof. Scheyer mit der Malerin Clara Sachs, wobei er ebenfalls die schlesische Kunstlandschaft vor dem internationalen Kunsthimmel ausbreitet. Die Künstlerin, ihr Leben, ihr Schaffen, ihre Pariser und ihre Breslauer künstlerischen Kontakte werden ausführlich geschildert. Auch sind einige ihrer Bilder und Abbildungen ihrer Wohnung in der Scheitniger Villa beigegebenö Ebenso finden wir im Buch natürlich Bilder von Spiro. Mehrere Stunden der Geburtsheimat sind in diesem bezaubernd wertvollen Kunstbuch zusammengefügt. Es ist, als ob Clara Sachs und Eugen Spiro mit uns sprächen, nicht nur über Berlin, München oder Paris, nein, über das alte Breslau, wie es einst war. Julius Sachs Erich Rommerskirch: FRÜHES LICHT UND ERSTE SCHATTEN EINE KINDHEIT IN SCHLESIEN 1904—1918 (Herder Verlag, Freiburg LBr.) Mit Erinnerungen aus der Jugendzeit, der Jahre nach der Jahrhundertwende, mit unvergessenen Begebenheiten in den Städten Trebnitz und Glogau wartet dieses Buch auf. Es ist die Kindheitsgeschichte des Verfassers und sie bringt manches, was vielleicht in Vergessenheit geraten war, wieder ans Tageslicht und ins Bewusstsein. Gern denkt wohl Jeder auch an die eigene unbeschwerte Kinderzeit zurück, wo man noch im Schoss des Elternhauses liebevolle KindheitseindrUcke genoss. Zunächst schalten des Verfassers Erinnerungen auf Trebnitz zurück und es ist, sozusagen, selbstverständlich, dass auch Breslau oft berührt wird. ES ist ein Buch der Erinnerung, voller Liebe geschrieben und dieses Selbstbildnis des Knaben wird zum enthüllenden Selbstausdruck. Er sieht sich die Gestalten der Eltern, der Spielgefährten und Mitschüler an, er erlebt die Begebenheiten jener Zeit. Seine Heimat ist das Religiöse. Auf dem Weg zu sich selbst war der Verfasser ein religiöser Sucher, der das Wesentliche des Glaubens, das, worauf es ankommt, früh erkannte. Aus dem Buch geht deutlich seine grosse Menschenliebe hervor. In dem Buch finden sich auch, wie schon gesagt, viele Erinnerungen an das Breslau jener Jahre. Vieles, was wir vielleicht vergassen, taucht bei der Lektüre wieder auf, die Jahrhunderthalle, der Ring mit dem Rathaus, die Magdalenenkirche mit der Sage vom Glockengiesser, aber auch Kissling und der Käse-Böhm an der Elisabethkirche, und vieles andere. Es kam die Zeit in Glogau, wo der Verfasser seine weitere Schulzeit verbrachte. Auch hier gibt er Bilder und Stimmungen in anschaulicher Form wieder, er schildert Mitschüler und Lehrer und gibt eine eindrucksvolle und nachdenkliche Rückblende auf jene Zeit, in die der erste Weltkrieg fiel. Es gibt neue Spannungen und Probleme und die geistigen Eindrücke werden bewusster aufgenommen und bearbeitet. Alles in allem, es ist eine interessante Jugendgeschichte. Das Buch lässt erkennen, dass der Verfasser im späteren Leben einer hohen ethischen Gesinnung zugänglich sein wird. Julias Sachs. GROSSE DEUTSCHE AUS SCHLESIEN Herausgegeben von Herbert Hupka 1978, Langen-Müller Verlag, München In diesem stattlichen Werk, das 40 bekannte Autoren zu seinen Mitarbeitern zählt, sind 40 Biographien zusammengestellt ( die ein Abbild schlesischer Geistesgrössen bieten und die hohen Werte der geschüderten Persönlichkeiten an ihrem Schaffen erkennen lassen. Der Schlesier ist stets von Tatendrang beseelt gewesen, Nichtstun und Stülstand waren ihm zeitlebens zuwider. Schlesier waren aber auch stolz darauf, ihr Wissen und Können der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Was haben wir da für grosse Schlesier als Erfinder, Wissenschaftler, Literaten, Theatermenschen, Architekten, Dichter, Geistliche, Industrielle, Politiker und Künstler zu verzeichnen gehabt. Philosophen und Mystiker, nicht zu vergessen. Nur 40 konnten in diesem Band berücksichtigt werden. Unter den schlesischen Malern finden wir hier Menzel, Moll, Meidner u. Otto Müller. Als Wissenschaftler ragen hervor Paul Ehrlich, Bergius und Fritz Haber. Als Theaterleute Kerr und die Sorma, dann die Literaten: Brüder Hauptmann, Holtei, Eichendorff, Opitz, Freytag, Bierbaum, Süesius, Gryphius, Hermann-Neisse, Klepper, Stehr. Von Politikern findet man Porträts von Lassalle, Lobe, Bentz und Lukascheck. Die Theologie ist vertreten durch Schleiermacher, Edith Stein und Wittig. Zahlreiche Fotos bereichern das Buch. Der schöne Schutzumschlag des Buches zeigt einen Stich der Stadt Breslau um 1825 auf. Hupka beweist aufs Neue seine unzerstörbare grossen Liebe zu Schlesien, er setzt Diesem mit „Grosse Deutsche aus Schlesien" ein schönes und wertvolles Denkmal. Es ist zu hoffen, dass er weitere Bände berühmter Schlesier folgen lässt. Julius Sachs 46

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