Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1972
- Issue
- No. 32 (September 1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2032)
- Language
- German
- Belongs to
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Amos Elons Bestseller Zwei Jahrzehnte nach der Gründung des Staates Israel hat Amos Elon, ein bekannter Journalist der jüngeren Generation, ein Buch über die Israelis geschrieben, wie sie sich als Volk bereits darstellen. Das Buch ist hebräisch in Israel und gleichzeitig englisch sowohl in den Vereinigten Staaten, wie in England erschienen und wird in Kürze in deutscher Sprache im Verlag Molden, Wien herausgegeben. Es wird als wichtiges Ereignis in den israelischen und ausländischen Zeitungen besprochen. Sogar in der New York Times Book Review ist das Buch an zentraler Stelle gewürdigt worden. Im Haarez beschäftigten sich eine Reihe von Leserbriefen damit. Einer der israelischen Rezensenten staunt, dass ein Rückblick auf die zionistische “Vorgeschichte” zu einem “bestseller” werden konnte. Vielleicht mag es an Zeit gewesen sein; denn den Israelis muss bei dem dauernd angespannten Zustand, in dem sich das Land befindet, ein Klarwerden über sich selbst und eine Selbstidentifikation not tun und willkommen sein. Der erste Teil gibt eine eindrucksvolle Geschichte der zionistischen “Vorzeit”, die auch dem, der sie kennt, viele Ereignisse in neues Licht rückt. Er hebt hervor, dass die treibende Kraft für die “Gründer-Väter” nicht in Herzls “Wienerischer Fin-de-Sieele-Atmosphäre” zu sehen ist, sondern in der russischen sozial-revolutionären Bewegung der Narodniki und der Marxisten. Die ersten Pioniere glaubten an die Gründung einer neuen Gesellschaft, an die Schaffung eines neuen Menschen. Ihnen war die soziale Idee wichtiger als die nationale. Elon erwähnt hier ein Wort Lenins, das diese Juden charakterisiert. Er sagte zu seiner Schwester Anna, dass er die Juden als Revolutionäre den Russen vorziehe, wegen ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Fanatismus. Palästina war damals vernachlässigt, die Berge waren abgeholzt, die Quellen versumpft. Malaria herrschte. Die Hauptquelle des Esdralongebietes (Emek Jesreel), an der der Kibbuz En Charod gegründet wurde, hiess früher im Arabischen: Quelle des Todes. Dieser Zustand erschwerte den1 frühen Kolonisten das Leben, aber half ihnen gleichzeitig, Fuss zu fassen, da sie durch die Leere des Landes auf wenig Opposition stiessen. Bekannt ist die Not, in der die “Arbeitsbrigaden” vegetierten. In den Zelten gab’s oft keine Betten, man hatte keine Schuhe. Nur die Zähesten — haben überdauert. Wenn Baron Rothschild nicht geholfen hätte, wäre das ganze Siedlungswerk zusammengebrochen. Die Kehrseite der Hilfe war die Bevormundung, wogegen sich die Siedler wehrten. So kam es einmal zu einem Arbeitsstreik. Ruppin, der Leiter des Palästina-Amtes, der als Schiedsrichter angerufen wurde, entliess den Arbeitsleiter und liess die Arbeiter die Farm selbst bestellen. Von hier aus kam es zu den dauerhaften Gruppenbildungen und zu der Gründung der Kibbuzim. David Horowitz, der spätere Staatsbankpräsident bezeichnete die Arbeitsgruppen, zu denen er auch gehört hatte, als mönchisch, nur ohne G”tt. Die Alija in den Jahren 24—29 brachte einen andern Menschentyp, keine Revolutionäre, sondern Kleinhändler aus Polen ins Land. 1933 kamen die Juden aus Mitteleuropa zur Zeit der Nazivertreibung. Aber so sehr der Jischuw durch die bürgerliche Kultur und moderne Technik verändert worden ist, so wurde das ideelle Erbe der chaluzischen Alija nicht ausgelöscht. Im 2. Teil wendet sich Amos Elon der Haltung der Gründergeneration, mit der sie den Arabern begegnete, zu. Israel Zangwill hat noch gesagt: Das Land ohne Leute, für die Leute ohne Land! Es waren aber Leute da! Die Araber! Ruppin war einer der ersten, der darüber klagte, dass wir keine Araberpolitik haben. Die Generation der Söhne trägt zwar mit der entschlossenen Haltung des “En-Brera”, kein andrer Ausweg die dauernden kriegerischen Verwicklungen. Aber sie lebt nicht in der selbstzufriedenen Haltung der Gründergeneration weiter, sondern in ihnen sind Gewissensskrupel erwacht, die sich in der Literatur der jungen Generation ausdrücken. Von den zahlreichen hebräischen Erzählungen, über die er berichtet, sei eine, die hierfür charakteristisch ist, herausgegriffen. Avraham B. Jehoschuas Novelle: “Im Anblick des Waldes” handelt von einem Studenten, der während der Vorarbeiten für eine wissenschaftliche Forschung eine Waldhüterstelle beim Nationalfonds annimt. Als wirklich ein Waldbrand ausbricht, gibt er den Alarm nicht weiter, denn er sieht im Rauch des abbrennenden Waldes das arabische Dorf, das vorher hier gestanden hat. Hier drücken sich die Gewissenszweifel aus, denn es wird gezeigt, dass die neue Gesellschaft auf einer versunkenen errichtet ist. Er findet dieselbe Einstellung in den “Soldaten-Gesprächen” nach dem Sechs-Tage-Krieg wieder. Die israelischen Soldaten identifizieren sich mit den Leiden, der aus Jericho fliehenden Araber oder sind erschüttert, wenn sie die Flüchtlingslager betreten, in denen Menschen wohnen, die aus Jaffa, Ludd, Ramleh in den früheren Kriegen geflohen sind; Amos Elon bejaht diese Einstellung der israelischen Jugend, die darin zum Ausdruck kommt. Sein Buch ist deswegen sehr angegriffen worden. Man hat ihm vorgeworfen, er schreibt in' der 3. Person, als ob er sich nicht identifiziere. Ich sehe darin grade einen Vorzug. Er versucht, auch den Gegner zu verstehen. Es mag auf viele Zionisten schockierend wirken, dass er das Recht unseres Volkes auf Rückkehr dem Recht der Ansässigen gegenüberstellt. Jedoch bei dieser Betrachtungsweise übertreibt er zweifellos. Man; kann die israelische Landnahme nicht, wie er es tut; mit der Gründerzeit Amerikas vergleichen. Hier sind keine Indianer ausgerottet worden. Es herrschte keine Ge- Oder vielleicht an ARTHUR SCHIFF, Schlesische Furnierwerke Sonnenplatz 3? WER besuchte uns vielleicht zu einem Schach oder Skat Abend während im Musikzimmer Josef Schuster, Jascha Bernstein, Carl Freund, Josef Schwarz oder viele Andere herrliche Musik machten... von Schubert Beethoven, Brahms bis Debussy oder “sogar Hindemith”...? WER besuchte uns zu den vergnügen Schülerkonzerten von der Geigenlehrerin HANNAH SCHMACK? (Wo mag die wohl sein?) WER ass wohl die guten Kuchen, liebevoll gecaken von “FRÄULEIN HANNE”? (Mit dein Zwicker auf der Nase und dem Doppelkinn?) Oder WER tanzte mit der feschen Marianne Tango oder Rumba? WER fuhr Ski mit der rundlichen Vera in- oder nicht in den “Kameraden?” Gibt es noch solche, die sich erinnern wollen? Dann trauert mit uns Ihr unbekannten Bekannten, denn am 25. Mai dieses Jahres ist mein Muttelchen, unsere Omi, Eure Trude Schiff geb. Kraft sanft eingeschlafen. Unsere Trauer ist gross. walttat. Im Rahmen des politischen Mandats ist Land gekauft worden, sind Fellachen umgesiedelt worden;. Er betont zu wenig, dass die jüdische Ansiedlung das Land erst entwickelte und Hunderttausende von nichtpalästinensischen Arabern fns Land zog und ihnen Brot gab. Wir finden kein Wort darüber, dass die Flüchtlinge nicht vertrieben worden sind, sondern von ihren eigenen Führern aufgefordert wurden, das Land zu verlassen. Die, die nicht gegangen sind, wie in Jaffa, Haifa, im Galil sitzen noch heute da. Kein Wort finden wir, dass den Juden in den arabischen Ländern das Leben unmöglich gemacht worden ist, so dass sie die Länder verlassen mussten und so eine Art Bevölkerungsaustausch stattfand. In seiner Kritik an der Selbstgerechtigkeit der Gründergeneration ist er zu weit gegangen. In den letzten Kapiteln vervollständigt Amos Elon das Bild der Israelis als Staatsbürger und Parteiangehörigen. Er betont, dass die Israelis nicht authoritätsgläubig sind und ein tiefeingewurzeltes Misstrauen gegen das Beamtentum sie immer noch beherrscht. Auch die Schwierigkeiten, die die Anwendung der alten halachischen Gesetze auf das moderne Leben hervorruft, streift er. Eine Eigenart der Israelis ist das weitverbreitete Interesse für die archäologische Forschung. Hier drückt sich der Wunsch aus, den Zusammenhang mit der alten Geschichte wieder zu finden. 1947. im Jahre vor der Gründung des Staates sind die Toten:-Meer-Rollen von einem beduinischen Hirten in den Khumran Höhlen gefunden worden. Neben andern Handschriften enthalten sie ein Manuskript des Buches Jesaia aus dem 1. Jahrhundert, das fast 1000 Jahre älter ist als die älteste überlieferte hebräische Bibel. Der Verfasser beschreibt den seltsamen Bau des Museums, der für die aufgefundenen Handschriften errichtet wurde. Seltsamerweise unterlässt er auf die Gestaltung der Decke hinzuweisen, die den Besucher aus Zeit und Gegenwart heraushebt in eine Atmosphäre von Ewigkeit und grade dadurch die Vergangenheit im Lande Israel heranholt, wonach der Israeli sich sehnt. Mag auch Amos Elon in seiner Selbstkritik gegenüber der Selbstgerechtigkeit der Gründergeneration zu weit gegangen sein, so ist sein Buch doch zu begrüssen, weil in ihm der tiefe Friedenswille der jungen Generation zum Ausdruck kommt und der Wille den, Weg zum Verständnis mit den Arabern zu finden. ANNI LOEWENSTEIN MIT IHR verschwinden die Kinder in dem Menschen und man muss nun endgültig und “für immer” erwachsen sein. MIT IHR verschwinden die Briefe voller Liebe und Interesse für die verschwiegensten Wünsche und Gefühle. MIT IHR ist unsere Familie u. unser Freundeskreis endgültig in die “vergangene Gegenwart” gegangen. MIT IHR starben alle gemeinsamen Erinne- . rungen An die monatlich kommende Waschfrau An unser Kindermädchen d. Frau CASPERKE An die verblichenen Namen von Menschen, Liebesaffairen, Gesellschaften, Ausflügen, Ferienreisen, Geburtstagen und alles alles. Unser geliebtes Muttelchen... Welcher Segen G”ttes eine solche Mutter besessen zu haben. Vera Peter geb. Schiff, Ramat-Gan 5, Meggadimstr. (Israel) Marianne Berel, geb. Schiff 76, Riverside Drive, New York 10024 NY USA WER ERINNERT SICH NOCH AN TRUDE SCHIFF? Breslau Kaiser Wilhelmstr. 179? 14