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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-09-01 · No. 32 (September 1972) · p. Seite 9

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 32 (September 1972)
Date
1972-09-01
Page
Seite 9 (sequence 2027)
Language
German
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„Propaganda Erinnerungen aus der Frühzeit des Zionismus" Ich bin mir voll bewusst, dass es heut in Bezug auf Bestand und Aufbau von Israel sehr wichtige Arbeit zu leisten und Probleme Politischer und Finanzieller Natur zu behandeln gibt, die hauptsächlich von berufenen Instanzen in Israel selbst gelöst werden können, und müssen. Aber die aussergewöhr.liche Propaganda die jetzt gerade wieder in der Diaspora im Gange ist für die Israeli Finanzinstrumente sowie das kürzliche siebzigjährige Jubiläum des Keren Kajemet haben wieder beachtenswerte Erinnerungen aus meiner früheren Zionistischen Propaganda Arbeit hervorgerufen, die wohl den heutigen Nachwuchs interessieren dürfte, und sie daher zu Papier bringen will. Zu der heutigen Propaganda für oben genannte Zwecke werden in der ganzen Welt, sowie hauptsächlich hier in Amerika, als zugkräftiges Mittel die grössten Kapazitäten aus Israel herangezogen. President Schazar, Golda Meir, Mosche Dayan, Rabin, um nur einige prominente Namen zu nennen, sowie die Bevollmächtigten Persönlichkeiten und Konsuln sind reguläre Gastredner hier. Ähnlich war es in den Anfängen der Zionistischen Propaganda in der Diaspora, doch meine Erinnerungen erstrecken sich hauptsächlich auf Deutschland. Man hatte die gleichen Methoden wie heute. Zu den grossen Veranstaltungen wurden die damaligen grossen Propaganda Redner wie Heinrich Loewe, Alfred Klee, Leon Motzkin, Arthur Handke, Sammy Gronemann, Schemarjahu Lewin, Ussischkin,, und andere herangezogen die auch tatsächlich die erwarteten Erfolge aufwiesen. Aber auch in kleineren Gruppen wurden Zusammenkünfte arrangiert ebenso wie heut hier in Miami Beach in den Apartment Häusern, in denen wertvolle Arbeit geleistet wird. Nachdem Theodor Herzls Bemühungen, fehlgeschlagen waren, die notwendigen Gelder für die Erreichung seiner Ziele von den grossen Jüdischen Weltbankiers, den Rothschilds Baron Hirsch etc. zusammenzubringen, beschloss er, sich an die grossen Jüdischen Massen in der ganzen Welt zu wenden. Die grossen Propagandaredner waren es, die hier in die Bresche treten sollten. Nach den Plänen von Professor Schapiro Heidelberg war im Jahre 1901, der “Jüdischen Nationalfond, Keren Kajemeth Lejisrael” gegründet,, der ja im vergangenen Jahr sein Jubiläum feiern konnte, die Basis für den Landankauf und dauerndem Besitz im damaligen Palästina. Ein Jahr später folgte alsdann die Jüdischen Colonialbank. Jewish Colonial Trust Company in London. Ich erinnere mich noch genau an Herzls grosse Ansprachen am zweiten und dritten Congress, dem ich zwar nicht beiwohnte, sondern schöpfte meine Kenntnis aus den Protokollen, und vorher aus den regelmässigen Berichten aus dem damaligen Zionistischen Hauptorgan, der “Welt” die in Wien erschien, in denen er d. grossen Apell an die Jüdischen Massen richtete, diese beiden Finanzinstrumente nach höchsten Kräften zu unterstützen. Ich sammelte natürlich sämtliche Protokolle, die ich später vor meiner Auswanderung der Jüdischen Nationalbibliothek, überlies. Ich selbst hatte damals als Finanzbeamter der Breslauer Ortsgruppe die Aufgabe, für diese beiden wichtigen Finanzinstrumente die Sammlungen vorzunehmen eine Aufgabe, die ich mit grösstem Eifer betrieb, und die mir viel Freude machte. Von Enttäuschungen bei Nichtzionisten liess ich mich nicht zurückschrecken.. Zu den ersten Geldgebern gehörte nach meiner Erinnerung. Herr Lippmann Bloch, bekannt als Grosskaufmann in der Von SALO TRANSLATEUR, Miami Beach Florida Erzbranche und grosser Philantrop und natürlich als guter bewusster Jude. Es war eine besonders grosse Ausnahme dass er als bekanntes Mitglied der Jüdischen Gemeinde entgegen der damaligen antizionistischen Richtung der Breslauer Juden, sich der Zionistischen Organisation angeschlossen hatte. Von besonderem Interesse waren die Sammlungen für die Jüdische Colonialbank in London. Um es dem grossen Publikum möglichst leicht zu machen errichtete man den sogenannten “Share Club’. Man leistete Beiträge in kleinen Raten, erhielt Marken, die man in ein Sparbuch klebte, bis man 10 Rm. eingeklebt hatte den Wert von Eng. £ 1, — Dafür bekam man dann 1 Share gleich 1 Engl. £. Ich selbst hatte auf diese Weise etwa 5 Shares gesammelt, Wovon ich heute r.ur noch einige Photocopien behalten habe, während ich die Originale vor vielen Jahren Verwandten in Israel überliess, nachdem sie an die Bank Leumi überging. Die Photocopien erfreuen mich noch heute. Ich fühle heute eine grosse Genugtuung, dass ich das 70 jährige Jubiläum der beiden Hauptfinanzinstrumente erleben kann, insbesondere dass man die Erfolge sehen kann. Es kam mir erst richtig zum Bewusstsein, als im Jahre 1959 das Jerusalemer Büro des K.K.L. meine Frau und mich zu einer Rundfahrt durch das Adolamgebiet, bei Jerusalem einlud und nach einer herrlichen Fahrt durch das Waldgebirge auf dem Rückwege vor einem Schild Halt machte mit der Inschrift: Salo Translateur New York, U.S.A. Grove. Es war der Grove von 1000 (Eintausend) Bäumen, gestiftet zu meinem 70 Geburtstage von Verwandten, Freunden, und der Z.O.A. Theodor Herzl-Society. Diese Überraschung war für meine Frau und mich selbst das grösste Erlebnis in Israel. Es erfüllte mich und meine Frau mit besonderem Stolz eine offizielle Anerkennung in dieser Form mit eigenem Auge zu sehen, dafür dass ich mit als erster in der Bewegung ein Scherflein zum Aufbau d. Landes beitragen konnte. Das gleiche Gefühl beseelte mich, als ich vor einiger Zeit ein persönlich gezeichnetes Schreiben von President Schazar erhielt. Im Zusammenhang mit dem K.K.L. Jubiläum, das zu erleben für mich ja schon ein Erlebnis war, nachdem ich von Beginn an Mitarbeiter war — fällt mir eine interessante Unterhaltung mit Arthur Ruppin ein. Etwa 1903 oder 1904 lernte ich ihn in einem kleinen Städtchen in der Provinz Posenkennen — Bojanowo als ich dort meine Eltern besuchte. Er verbrachte dort seine Ferien, um sich gleichzeitig für ein Examen vor zubereiten. Er wurde mir als junger Zionist vorgestellt und wir kamen gleich auf Palestiria zu sprechen. Schon damals sprach er von seinen Ideen über das Colonisationsproblem von Palestina und die Bodenankäufe seitens des KILL, die er später in seinen Schriften veröffentlichte. Ruppfn war kein Propagandaredner der auf die Massen wirkte, sondern seine besonderen Fähigkeiten beruhten in seiner minutiösen klaren Darstellung seiner Colonisationsideen, die ja fast alle in Wirklichkeit umgesetzt wurden, wobei ihm die von Theodor Herzl in seinen Schriften u. Reden niedergelegten Vorschläge als Grundlage dienten. Und es war zum Wohle des zukünftigen Staates. Eine andere Art von Propaganda Tätigkeit für die ökonomischen Vorarbeiten für den kommenden Staat wurde von einer anderen mir gut bekannten Persönlichkeit ausgeübt. Davis Trietsch, einem Mann der unter uns Zionisten als etwas mysteriöse Persönlichkeit erschien. Ein ausserordentlich befähigter Kopf mit zähem Willen, galt er als besonderer Kenner des Orients und seiner Besonderheiten, mit denen er vorgab besser vertraut zu sein als alle anderen in der Bewegung. Er war eine Zeitlang Mitherausgeber der besonders inhaltsreichen Zeitschrift “Palestina” und des “Jüdischen Almanach zusammen mit Dt. Alfred Nossig und Leon Winz. An dem Inhalt dieses wunderbaren Buches erfreue ich mich noch heute, so oft ich es lese. Trietsch war es, der als erster die These vertrat, die Südgrenze des Jüdischen Palästina müsse “El Arisch mit dem Gaza Strip sein. Er war es auch, der auf den Zionistenkongressen stets im Vordergrund der Opposition gegen Theodor Herzl stand. So erinnere ich mich wie er am dritten Congress scharfe Kritik übte an den Verhandlungen die Theodor Herzl mit dem Türkischen Sultan führte, dem damaligen Beherrscher von Palästina. Es handelte sich bekanntlich um den Charter für die Einwanderung der Juden, in ein eigenes Staatsgebiet. Am Schluss seiner Kritik rief er in den Saal: “Geben Sie mir die acht die Sie Herzl gegeben haben, so werde ich die Verhandlungen zu einem guten Erde führen”. Ein Sturm der Entrüstung war die Folge dieser scharfen Kritik und seiner anmassenden Forderung so dass seine eigenen Anhänger sich von ihm distanzierten. Man verurteilte sein Vorgehen aufs Allerschärfste doch fand man später wie bei vielen anderen Congresszusammerstössen eine Friedensformel und die intensive Arbeit für die Ziele und zwecke der Bewegung d.h. des Judenstaates schreitete vorwärts. Hier drängt sich mir der Vergleich auf mit den höchst bedauernswerten Tumultszenen beim letzten 35ten Congress in Jerusalem. Es war ein kläglicher Eindruck, den man hier in der Ferne bekam wenn man die Bilder und Berichte sah und hörte. Ob jugendlicher Stürmergeist oder ältere Unüberlegtheit Ursachen sind, ist jetzt eine müssige Frage. In jedem Falle sind derartige Vorkommnisse für die so wichtige Propaganda für die höheren Zwecke immer sehr hinderlich. Genau das Gleiche gilt für den Zwiespalt in der Z.O.A. mit der Federation und der Hadassa. Ohne zu den Vorgängen Stellung zu nehmen, was nicht zu meinem heutigen Thema gehört, möchte ich nur meinem grossen Bedauern für all dies Ausdruck gehen, weil es allen so notwendigen Propagandaaufgaben für den weiteren Ausbau und Aufbau des Landes, der bis jetzt so ungeheure Anstrengungen, und Opfer erfordert hat, durchaus hinderlich im Wege steht. Ich möchte zum Schluss der Hoffnung Ausdruck geben, dass in Kürze ein Symposium erreicht wird, um der Arbeit der Berufenen Regierungsorgane für einen dauernden Frieden mit gesicherten Grenzen des Landes zu einem Erfolg zu verhelfen. Melodien die Freude bereiten KLASSISCHE UND MODERNSTE SCHALLPLATTEN in grosser Auswahl warten auf Sie RADIO - UNION H. W. ROBERT (früher Breslau) Tel-Aviv, Dizengoff Str. 116, Tel. 248526 n a ) o ui« 9

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