Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1997
- Issue
- No. 63 (1997)
- Date
- 1997-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 1456)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8 100 Jahre seit dem ersten Zionistenkongress (1897-1997) MAX NORDAU DER SCHILDTRAEGER HERZLS von Heinzwerner Goldstein In vielen Ortschaften des Landes gibt es neben einer Herzlstrasse eine auf den Namen Nordau. Nur wenige wissen heute etwas von der Persönlichkeit, die sich hinter dem Namen verbirgt. Die Biographie Max Nordaus, 1849-1923, ist eine der Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahrhunderts. Maximilian Südfeld wurde in Pest geboren. Der Vater, ein armer aber begabter Rabbiner, Gabriel Südfeld, Nachfahre einer Marranenfamilie, stolz auf die Wurzeln, beginnt, seinen Jungen vom vierten Lebensjahr an zu unterrichten, der mit neun spanisch spricht, die Sprache der Vorfahren. Er wird später in dieser Sprache eine Betrachtung über die "Granden in der spanischen Kunst" veröffentlichen. Das Kind lernt russisch, deutsch, französisch, englisch. Die journalistische Tätigkeit beginnt er als Vierzehnjähriger mit dem kurzlebigen Versuch einer Zeitschrift: "Poesie, Kunst und Wissenschaft". Als "Chefredakteur" zeichnet Max Nordau, den Namen, den er gesetzlich ab 1874 trägt. Ein Jahr später beendet er die medizinische Ausbildung in Pest. Das Wort "Werkstudent" kannte man noch nicht, doch er war einer. Er schreibt für den Pester Lloyd, und für die "Freie Presse". Das berufliche Nebeneinander oder die Doppelbegabung bestimmen die Entwicklung, sie ermöglichten ihm die Werke zu vollenden, die ihn in der Welt als Kultur-und Zeitkritiker bekannt machen. Die Betrachtungen, die in schneller Folge erscheinen, finden ein weites Echo und lösen eine weltweite Diskussion aus. Der Name Nordau erscheint noch immer in grossen Lexica, in denen seine zionistischen Bestrebungen nur am Rande oder überhaupt nicht erwähnt werden. Als junger Arzt und Journalist geht er nach Wien, dann bereist er Europa, und lässt sich 1880 in Paris nieder, Arzt sowie Vertreter des "Pester Lloyd", der "Vossischen Zeitung", Berlin, der "La Nacion", Buenos Aires. Die Reiseerlebnisse werden in einem zweibändigen Buch, "Vom Kreml zur Alhambra" veröffentlicht. Auf ihn aufmerksam wird man durch die "Kulturellen Lügen der Kulturmenschheit", 1883. Er geisselt darin die Heuchelei und die Unwahrhaftigkeit, die Korruption, die Irreführung seitens der politischen und wirschaftlichen Establishments, Das Buch wird in 15 Sprachen übersetzt, erlebt 17 Auflagen, es wird in Österreich wie in Russland verboten. Der Titel wird zu einem "Geflügelten Wort". Zwei Jahre später erscheinen die "Paradoxe", die es auf 29 Auflagen bringen, 1892 ein zweibändiges Werk, "Die Entartung". Er schreibt über den "Sinn der Geschichte" 1909, eine "Biologie der Ethik", 1921, mehrere Romane, Kinderbücher wie zwei Dramen, darunter die Tragödie "Doktor Kohn", die sich mit der Frage der Mischehe auseinandersetzt. Er selbst ist nach langer Freundschaft mit einer Dänin verheiratet. Es klingt wie ein dramatisches Ereignis, wie Nordau, der jüdischen Erziehung des Elternhauses entwachsen, zu Theodor Herzl und dem Zionismus kommt. Beide sind Vertreter deutscher Zeitungen in Paris zur Zeit der Dreyfus Affaire. Beide erleben die antisemitischen Ausschreitungen, die eine Folge des Panamaskandals sind, an dem Juden kaum teilhaben. Herzl schreibt den "Judenstaat" Er stösst auf Ablehnung und Hohn. Einer seiner Freunde, Emil Schiff, der an Herzls Geisteszustand zweifelt, empfiehlt einen Psychiater aufzusuchen. Er empfiehlt Nordau, der Arzt und Journalist sei. Nach dem Lesen des Buches geht in Nordau ein Umbruch vor:"Wenn du verrückt bist, sind wir beide verrückt "soll er geantwortet haben. Von dem Augenblick an, im Jahre 1895, wird der Aeltere, weltweit bekanntere Max Nordau zum Freund, zum Schildtraeger Herzls. Er plaediert auf dem 6-Kongress, 1903, gegen seine bessere Einsicht, fuer die Fortsetzung der Gespraeche um Unganda mit der britischen Regierung. Ein juedischer Student, Chaim Selig Luban, der Nordau fuer den Urheber des Planes haelt der darin einen Verrat an dem zionistischen Ideal sieht, begeht in Paris einen Attentatsversuch gegen ihn, der gluecklicherweise \ ohne Folgen bleibt. Nordau, ein brillianter Redner, dient Herzl mit der Treue eines Glaeubigen. Durch seine Kenntnisse jüdischer Sitten und | religiöser Literatur, Dinge, die Herzl fremd sind, findet er leicht das richtige Wort. Schon auf dem 1. Kongress gibt er eine Uebersicht über jüdisches Leben und Schicksal in den verschiedenen Ländern, "Der Jude des Westens hat Brot, aber man lebt nicht vom Brot allein." Auf dem 2. Kongress, 1898, formuliert er das Wort vom " Muskeljudentum", das noch im gleichen Jahr zur Gründung jüdischer Sportvereinigungen führt. In der 5. Kongressrede, 1901, spricht er vom "Luftmenschen". Es ist Nordau, der für Herzl und mit ihm, das "Basler Programm" formuliert, das die "öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte" für das (Fortsetzung auf Seite 9) Das Rote Kreuz wusste über die Massenvernichtung der Juden im Holocaust und schwieg Einem Bericht des "U.S.A. Today" zufolge, wusste das "Rote Kreuz" schon 1942 über den Holocaust und die Emordung der Juden in den Vernichtungslagern Bescheid. Dieser Bericht stützt sich auf tausende Dokumente dieser Organisation. Das “Rote Kreuz" verhandelte auch mit den Alliierten, aber veröffentlichte nichts. Nach dem Besuch einer Delegation in Theresienstadt am 23.6.1944, schrieb diese in einem Bericht: "Es gibt in diesem Lager ein Orchester, ein Cafe... 40 Kinder führten eine Operette auf". Nachdem die Delegation Theresienstadt verliess, wurden die meisten Kinder ermordet. Im September 1944 besuchte eine Delegation des "Roten Kreuz" das Vernichtungslager Auschwitz. Nach diesem Besuch heisst es in einem Bericht: "Es qjbt Gerüchte im Lager über Gaskammern aber es ist unmöglich dieses zu beweisen”. Sogar wie man im "Roten Kreuz" schon wusste was sich in den Vernichtungslagern tat, hüllte sich das "Rote Kreuz" in Schweigen, aus Angst, dass die Deutschen diese Besuche in den Kriegsgefangenenlagern untersagen oder sogar in die Schweiz einfallen könnten.