Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 120)
- Language
- German
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120 Bot alsofort ein Gnadenpfand, Den Fuß von einem goldnen Stuhle. Der zog ans seinem Sorgcnpfnhlc Das frohe Paar mit einem Mal. — Drauf wurde träumend in den Saal Der ewigen Lust emporgehobcn Des Rabbi Weib und sah dort oben Die Frommen all auf Wonnesitzen Von Golde rnh'n und Freude blitzen. Ihr Mann, der Rabbi, stand alleine; Sein Stuhl, er hatte nur drei Beine Und taugte nicht, wie andre Stühle, Zn standgercchtcm Nnhcpfühle. Hierdurch erschreckt, erwacht die Frau, Berichtet die betrübte Schau Und spricht: „O Rabbi, bete, bete, Damit der ohne Witz erflehte Der dort gebrechend edle Hort Rnckkehrc schnell an seinen Ort!" Chanina that'ö. Die Hand zum Glücke Sie kam und zog ihr Pfand zurücke. Auch du vielleicht hast einen Segen, So himmlisch und so hoch gelegen, Hast einen Stuhl im Geistcrsaal Und darbest hier im Erdcnthal. Verwandele das hehre Gut, Ob auch der Mangel wehe thnt, Nicht in ein irdisch tiefgemeincs, Erhalte dir's ein. ewig reines! VII. Ein Fremder hatt' ein Esclein; Das kaufte Rabbi Simon ein. Das Thierchcn unter seinem Hals Trug heimlich einen Edelstein. Schon war der Fremd« fortgcreist, Da blinkte dieser Wonncschcin, Und Alle riefen rings umher: „Huld Gottes ist, o Rabbi, dein." — „Was mir verkauft der fremde Mann," So sprach der Rabbi, wahr und rein, „Ist offenbar der Esel nur, Und nimmermehr der Edelstein; Den nehme seine Hand zurück; Behende geht und holt ihn ein!"