Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
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— 33 Den Leuten, die am Ufer hin wohnen, kann's aber ebenso gehen, wenn sic nicht bei Zeiten sich retten, und das, was ihnen lieb und werth ist. Allermeist kommt in solchen Zeiten das Dorf Klüsserath in's Gedränge, denn da ist die Wassermasse der Salm dann am größten und wildesten. So gerade war's Anno 1784 am 28. Februar. Der 1784er Winter hatte seine besondre Pläsir am Schnee, und gab dessen, nebst ansehnlicher Kälte, der Erde mehr, als ihren Bewohnern lieb war. Da läßt sich's denken (mir zwar gedenkt's ans dem einfachen Grunde nicht, weil ich noch nicht auf der Welt war), daß, als das Thauwetter mit Macht kam, auch die Salm anschwoll und ihre gelben Wellen schäm mend daher wälzte. Und so war's auch; und wer's sah, dem stiegen die Haare zu Berge, wenn er deren noch hatte, und es wurde ihm mit Recht bänglich um's Herz. Das Wasser ist ein rechter Segen Gottes; aber wenn es wild wird, kann's eine Geißel Gottes werden, die ordentlich züchtigt, und ist ihm nicht zu entlaufen, wie etwa dem Feuer. Die Salm war weit über ihre Ufer getreten und hoch angeschwvllen, und brüllte, als wolle sie Alles verschlingen, was ihr begegnete. Da möchte man fragen: Ihr Klüsscrather, die ihr den Schnecfall kanntet, habt Ihr in der Zeit gesorgt für die kommende Roth? Leider lautet die Antwort: Rein! So ist der Menlch! Er denkt in Bezug auf drohende äußerliche Gefahr: Es ist noch Zeit, und kommt dann regelmäßig in's Gedränge, und geht oft drinnen unter. Ist's etwa mit Tod und Gericht anders? Da denkt er auch: Es ist noch lange hin Zeit, mich zu bessern! Aber das Wort Gottes sagt ihm: Der Herr und sein Gericht komme unerwartet und überraschend, wie ein Dieb in der Nacht, und cs könne vor Abend leicht noch anders werden. Denkt an die thörichtcn Jungfrauen — und an die Klüsscrather! Da könntet Ihr mich noch etwas für die Ewigkeit lernen, wenn's auch hier nur äußerlich entgegen tritt. Das Dorf hat etwa achthundert Seelen, und die Häuser sind auch nicht so gebaut, daß sie einer so gewaltigen Fluth und ihrer Wucht zu widerstehen im Stande wären. Das Wasser kam wie ein Blitz so schnell, und mit solcher Macht