Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 34 (23.8.1906)
- Date
- 1906-08-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Lt. Äuflutt 1906 Das Hustriffsgesciz und der bosin'scde Entwurf. 11 vHfvllll, ». Anguß. ■ l..... l׳. >v וין, II,lM allzuviel lobenswertes tt idiia^cn ü-.> ,ß. nidn de», thron, io doch de», Simie lunlt״״ ׳ Botgcseß schlechte,ter :'ln, und ielbu die preußische ^tartK'veflitvmui hat dies aiu’tfaimr, indem i,e bereit* i. *V l*7:'. die Botwendigkeit einer ß,'e Vision der Tudengcseßgebung j״ Preuße״ auer kanut har. Aber in d »1 einen Punkte wenig uens bewetß das vielgetadelte <<>e׳'eß ei» besseres Berßändnis für de» »niiiq der E»tw>ckl»״g der religiösen Verhältnisse innerhalb des T"de»t»ms als alle späteren aui dieien, Gebiete aiigeßellten Pen »che nnd Erörterungen, vollends als der Bosin'sche Eiitwnrf, das: es die religiösen?,ver genzen nicht als bloße ..Bichtuiigsunterfchiede" unterfchäßt, sondern die Möglichkeit dadurch her vorgerutener, io neier ^erklüstungen schart genug ins :'luge saßt, »in die Eventualität eines Aus tritt* der dissentierenden Minorität bereits damals zu berücksichtigen. Es iß nicht n׳ahr. n׳as iininer ivieder, so auch in der Begründung;11 drin .Bosiu'i'cheii Entwurf behauptet ivird. dag das Ans trittsge׳'eß ,'0 l*7f> eilt '.'100:1111 geichaß 1׳, dag es lediglich dein thßini'ch, eine durch das »ß-'et׳ von 1 >*T.־*> entstandene Unklarheit;11 be'eitign: sein Dasein zu verdanken habe,?an dieie A»f faf'iing entstehen, dag ne 0׳ lange sich behaupten konnte und bis;uni heutigen Tage freunde wie bieg»er des A>1srr1ttsge׳ci.׳es in ihren! 'Panne hält, müßte dein klaren Lachverhalte gegenüber unverständlich erscheinen, iväre nian nuiit nach gerade durch ,'0 manches Erlebnis daran geivöhnt worden, in der Behandlung der ,Tndengefeßgcbung Preußens den ungeheuerlichsten Behauptungen nnd Tarßeii.ingeu zn begegnen. Tatsächlich i!t das Prinzip des Eefeßes vom t?*. ,\11Ii 1 *7<• bereits in S des ('׳efeves vom ,\11li 1*47 ancrkaitnt nnd ausgesprochen, ivelcher lautet: ״tint'tcbcn inner halb einer Llinagogengeiiieiiide?iretiigfeue» über die inneren Mult11*etnr1dunnaen. welche auf 'Bildung einer neuen Liinogvge ab;1elen. io sind die!1inniier der (tciitltdien uim. ׳.'tngelegen beiten und des Eimern eriiiäcliligi. aui den '.'lmrog der ^nterefieute:׳. e׳:.־.e Begme.chüing der oi׳!׳>!üre!!den r liieren׳,en durch eiue zu dieieiu ,!1ve«l ei»;,liebende riouimisfiou euureien zu laüe». nanu durch de» Ausspruch der nvunininon der Kouiliki nicht ausge glichen werden, >0 haben die u i ü e r muer Be nubung der von der Momnuiiion abgegebenen <'üu achten darüber r'lu0rdnungeu tu treffen, mit ivelcher Maßgabe entweder die erninchtung eines ab geionderten tümtesdieitites oder die Bildung einer neuen Ltniagoge zu geitatten lit.;׳!u gleich haben bteielben mit Ausschluß des 'Rechtsweges;u beitiiuiueu, welcher Teil im Beub der vorhattdenen Nultuseinrich ungen ilitd des Benuögeus der £i1na gogengeiueinde verbleibt ' B>i,׳ INUN auf den eriteti Blick sieht, gehen diese Bestiniinungeit im Letiube der ■־?.'iiitoritäteii sogar noch einen Schritt weiter als das ,'»Uneb v. ,V l*7<‘>.?eiiii während dieses den dissen tierenden Minoritäten nur den '.'lustritt unter Berzichtlcistnng ans alle erworbenen -hechte nnd unter M'ithaftung tür bettehende BVrpfltchtuugcit;»lägt, sieht Z .'»> des Eenevcs v. ,V l"4 ׳ 'vßar die Möglichkeit vor, daß durch Entscheidung der königlichen diommis'iou der Minorität der ״Beßß der 'vorhandenen dtultuseinrichtungcn und des Berinögens der Stmagogeit Eeincindc verbleibt'. '.'luch kann nach dein ^nsainmcnhang ein Zweitel darüber nicht bestehen, das; »ut den Bsorten ״Bildung einer neuen sLtntagogc" die Errich t»»g einer neuen Stmagogeit gern ein de geuictnt >ß: auderittalls entbehrte die Bestinnnung über hanpt des Sinnes, »kurz: alles, was das Wc׳a< v. x'v is7C» den Cithobornt brachte, besapen »c tatsächlich schon tut S •"׳•> des (Hesepes 0 ,s- und darüber. Emen wesentlichen ,Tortiche.u bc deutete das ׳.'lustrittsgei'ep aber deunoch dadurch, da׳; es den komplizierten Apparat für die Uns einandetsevung der wembea 1l,!r!ucken1i^. den eie ..... -- ■V iw•“ *<41״f<>>, lnall’lltlitTl ■SS .».»—.)( r״. v. ,v * *•;1 , .׳־ ־׳.״׳ץ vereinfachte: allerdings unter Preisgabe mancher . Bortetle. Und es muß immer und immer ivieder _Der I-raellt. betont uvrden, daß das Prinzip des Austritts geiepes von 1*7•» bernts nti ,^udenge>ebe von 1*47 ausgesprochen und sanktioniert itt, und das; die?arstellnng falsch in, die da-5 Austrittsgesep als etwas Benes, Unerhörtes und lediglich als das Berlegenheitsvrodukt einer Eesrpesunklarheit יי*>י{יוייויויזיו tnittm• »m«II V < 1 »I V I » •i'lllltt li'llt, Und nun fragen wir: kann es ein ver n i ch t e n d c r e s B e r d 1 k t ü her die ,6 e, 0 y klitterei des Boi'in's che» Entwurfes geben als d 1 e 0 n n orte r n n g der Tat fache, d a ü i n demselben der 5j .'> d e s , v » d e n g e > e p e s v. ,V 1*17 auch nicht ein »1 a l E r 10 ä h 1111ן; זו findet-' Born Inkrafttreten feines E'efepes an, 0׳ de kretiert >'err Prof Bofin. wird das Austritts gefep aufgehoben. B.'as iü denn nun aber das Schicksal der bis dahin ausgetretenen Einzelver ioiieu refp. der auf <6rund jenes «B-fepes kon stitnierten Bkligionsgesellichafte» - 'Bekonutlich ge nattet r: * des i^efepes v. I -7''>, daß den Aus getreten n, wenn ne 'ich;11 einer dauernden ׳Per einigung iBeligionsgefcllschaft;u'amnienschließen, durch Ngl. Berordiiung die?1,'echte einer Sima gogengemeinde verliehen werden. Bon die'er Er mächtigiing in bisher in zwei,Tallen Berlin und Böieshaden Elehrauch gemacht worden, wahrend die betressenden 'Berhaltnifse in svran!f»rt a. M. durch ein Svepalgefep ihre Ordnung gefunden!iahen.?er Entwurf des Herrn Prof. Bonn bestimmt nun j; J :> , daß der israelitischen Beligionsgeineinschaft in Preußen nicht ange hören sollen diejenigen Personen, die aus dem ^»dentuni oßnep v. '\. 1*7:;! der aus der Limagogeiigemrinde Elefep v I*7«'> ausge treten find, nnd daß die als Siuiagogeiigeineinde» anerfannten :l>eligionsgeselI׳cha׳ten Berlin. BTies bade», ,vrank'nrt a. M. nach ,enkrafttreten des Elefeire.e uls Simagogc!!ge!!!ei!!den!!!! Sinne der le-x :lionn zu gelten haken.?0 ״im klebrigen das Austrittsgefep v. ,V l*7'» aiisgehobeu wird," 0׳ iß fortan nur noch ein Austritt auf ißrund des * des iB-sepes v. ,V I*7ll, d. h. Austritt aus dem ,xiidentum israelitischer Beligiousge meiiischaft;nläfsig.?urch die'en Austritt ׳'oll aber der Austrctende nicht gehindert werden, ׳'ich auch fernerhin zn den Glaubenslehren des Hilden tuins zu bekennen, klm nun »1 t der Muttf bei d׳ ״ein lebten, ׳chembar nnn׳e׳ent!:ch׳ten Punkte z» beginnen, 0׳ mm an demselben an׳ den erßen Blick, daß er ein Superfluiim auszn׳'vrechen scheint. Bser ivollte im modernen Staate, denen Berfassnng auf dem tßrundi'abe beruht, daß die Beligion keiner staatlichen Ni011 troll0 unterliegt, cs denn unternehmen, jenianden an einem ..Be kenntiiis zu den tßlanbenslehrcn des Judentums" zu hindern - Mit Becht gelten aber die Superflua in gefebgeberischen Akten als verpönt und geeignet, ein '.'.'«'ibtraneu zu erwecken, das ne angeblich be feitigen »׳ollen. L6ic denn nun. wenn in .zukuint ein findiger Cbcnat auf den Eunall käme und ans der angefochtenen Bestinimung die Berech tigung dazu herieitetc, daß zwar das Bekcn n t n i s;11 den iBaubenslehren des ,'kndcntums irdem freißehe, judainerende c l i g 1 0 n s ü b n u g e n ,;. B. ein t^ottesdikiiß nach jüdischem Bitus da gegen den ans der israelitischen :1,'eligious eniein'chaft Ausgetretenen zu untersagen ׳'eien,?as mag weit hergeholt und uiiwahrfcheinlich klingen; aber bat die Baturgcschichte der jüdische» Zentralbehörden nicht gelehrt, daß von dorten her alles zu crwarteu, das größte Mißtrauen, das einzig richtige Bcrhalten ihren gegenüber 1,'r- Ein anderer ,\aU : (*cicbt, der Cbcnat dekretierte, daß als Schult iertage tür die jüdischen Schüler der öncntlichen Vehraiißaltcu nur der erßc?romtob Tag zu gelten habe. ,Vt diese Aus egung einer jüdischen itzlaubcnslehre nur für die zur Beligionsgemcinschaft gehörendeu Mitglieder bin dcnd, oder dar׳ sie auch gegen deren Brillen, auf Ausgetretene, zn den (Glaubenslehren des Hilden tuins ßch Bekennende Anwendnng nnden? Solcher ,Tragen eine ganze Menge drängen ßch. eine .Tolae iener ״übcrfli'is'igeii" Bestimmung, bei längerem kleberlegcn einem ,Teden auf, der mit der >tampsesart der jüdischen Zentralbehörden Ar. :11.?eile -'>. vertraut iß und die>io»seaueuzeit dieses Siißkms näher kennen gelernt hat. Es wäre nicht das erße mal, daß Benimiiiuiigeii. die ickwinbar den i^ipfel der Toleranz erfliegen, späterhin den Aus gangsvunkt für einen viewiffenszivang allerargßer Art darboieu Allein d>e׳'e Beßimmuiig und ihre Bedenk lichkeu tritt völlig zurück hinter der anderen, un anfechtbaren Tafache. daß der Ennvurf des Herrn Prof. Bonn die Austiittsgemeinde» in Bürklichkeit auf den Ans'terbeetat «ept!?as wnd zwar nicht fo nur dürren Böorten heransgriagt und e>neu und ehrlich enigeßaildeii — und es iß vielleicht der schwerße Borivur׳', der dem ganzen Entwurf zu machen iß, daß er diene Ehrlichkeit vermissen läßt , aber tatsächlich laust das »Bneb, wie es Herr Prof. Bonn will, auf dunes ,kiel innans. Man bedenke Einen Ansiritt gibt es fnrderhin nur aus dem ,eudentum. nicht mehr alis der E>n;elgen1e111׳'e: ein /,nzug von duner Seite her;11 den Beligionsge'ellichasten >׳t al'o »nterbundeu. Pie'ht leniand aus ׳eineni bisherigen Böohnorte au einen anderen, wo zwei Simago engemetudeu beßehen, '0 geht die konstante Bechtivrechung des lSberverwaltungsgerickits schon >ebt dahin, daß er von der Haupt ׳.'.',utter gemeinde, nicht von der Tochtcrgeineinde Beligionsge'ell'chafi als Mitglied cisii'U wnd lindes 1׳t nicht eniiiiiche». daß ״ach Tnkrafttrele!׳ des nfofin »che» 'B>,,-zee ׳ diene ßiechispreckiuiig eine Abänderung erleiden sollte. ,>a. nicht eiunial die Binder der Ai s.-e treteuen blieben der:',eligionsge'ellickia't erhaite», da ebenfalls die ion'lante Beetit'prechung de-s!?brrverivaltungsgelichts es 0׳ will, daß dieselben nach vollendeten, I 1.;'cbensiahre erß ihren Aus tritt vollziehen »»inen; eine Möglichkeit wiedernni, die dann ihnen nicht mehr oß'en neht. Und auet׳ hier iß keine Bemniinung vorgesehen, die dienen Bechtszußand ׳ür die ^',ukun't ändert: überdies beßiiinn! ivgur nenn r «'> Ende , daß es IN Oie'em ,Talle bet den bisher geltenden Bvr'chrnlen bleibt' Bleiben alio, wie wir sagten, die lieligionsgrkell sciiaften a»׳' ihren augenblickluben Bestand ver wiesen, ohne die Möglichkeit des .zmvachses, ohne jede 'Blnteriieuerung: daß das über kur; vde'r lang aber ihren Tod bedeutet, das iß ein 10 un abwendbares '.'i'aturge'ep, da׳; man darüber nicht viel throne׳ zu machen braucht. ״,Türwahr, ivare der (B'danke nickt fo verteufelt ׳'chlau, man war' versucht, ihn herzlich dum!!! zu!renne!:."?ie Bcligionsgescll'chafteu zum Tode verur teilt, die ׳Bildung »euer glücklich verhindert, die orthodorei! M1!!or!tate!1 an׳' die ״Plohltat" de», .ßautschufparagravhen oerwienen - 0׳ sieht die ״Toleranz" de׳s Entwurfes des Herrn Prot. Bonn bei genauerer 'Betrachtung aus, das iß nach ihn, ״Schup der Minorität" ' Er hätte dieser Mühe ßch ruhig cnt'chlagen dürfen: wir brauchen ׳'einen Schuß nicht, uns schüßt ein Anderer, Höherer, »ns schüßr der ז'״יד' אדיניב und 'vtetArichtenr. v ent I cif cs N ei cif. Berlin, »ri. Anguß. Bon dem?eul'chen Bureau der Kiliane«!»eaelite.׳ l.'nivee,«-ll« geht uns folgende Mitteilung zu:?as .Hilfswerk in Bialnßok iß zivar noch nicht beendet, aber zu einem gewissen vorläungen Abschluß gebracht worben. ,T>isge׳'a1»t find dem Eomtt«, das die Berteiluiig