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Der Israelit · 1906-08-02 · 31 (2.8.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
31 (2.8.1906)
Date
1906-08-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Tcv «I •J. ־.,tufluii r.Kn;. die Kinder ihrem dcnniliven ^citimiiuuu^iMut evit danu zngesührt werden, ivenn muh sorgfältigster ärztlicher Beobachtung Bedenken in Bezug nur den Gesundhkirszilffand der Schüplingc abfoltit nicht mehr bestehen. Es braucht nicht nochmals hervorgehoben zu werden, das; diese mehr als hundert Binder nicht die gesamte Zahl der Wai'en darffellen^denen durch die Pogrome ei» io ein- ,'etliches Schicksal bereitet worden in. Bielt'ach hüben 'ich die russischen verwandten von den ver ׳vaiffen mindern nicht trennen!vollen, vieliach n׳ar es auch möglich, die minder in rniiiichen Anffallen nnterzubringe». 'B'ur dann, ivenn niiker Berück ffchtigung aller Umnände die Zortsührnng der Kinder als das Wceifliu'titc erscheinen mufue, ivnrden sie in die Transporte ansgenomnien, nnd auch so beträgt die Zahl derselben über Um». 'Wir zwei sein nicht daran, das! die D pserwilUgkeii unserer Glanbensgeiloffen »ich! Nachlassen wird, nnd daß es möglich sein wird sollten sich auch hier nnd dort Schwierigkeiten ergeben die Binder doch ansnahmslos in bester Weise unter zubringen. Die Annleldiingen, die bei Zränlein Pappenheini, der Borsipende» aller jüdischen Zranenvereine Deutschlands, sowie bei der i^ron löge iür Deutschland nnd beim Hülssverein der Dentschen Zuden in Bervollffändigung derVondoner Berembarungen eingelansen sind, lassen es als sicher erscheinen, daß, soiveit es in menschlicher Macht steht, die Binder einer helleren ^uhum entgegen rtcführt werden. Berlin, l.'». Juli. Das Zentralbureau fiiv jüdische AnSwandernugsangelegenheiten hat eine Tabelle der Fahrpreise von den hanptsäch lichsten rnssischen Städten mir jüdischer Bevölkerung nach den russischen Häsen und den Hauptpunkten der deutschen und österreichischen (Grenze herauSge geben. Derartige Tabellen, die den Organisationen, Komitees, Gemeinden und auch den Auswanderern selbst die Möglichkeit bieten, den Preis n"1r die ganze Reise vom Ansgangsort bis zum Endziel zu berechnen und die so ein wichtiges Mittel bilden, um Ausivanderer ans den billigsten Weg annnerksnin zu iitachen und sie vor lieber vorteilung zu schüpcn, iverden von dem Zentral׳ bureau auch tiir andere Länder, nainentlich (Kalizien und Rnmänien, besorgt iverden. ZljNem loiefsthaL >Bvn unsrem Momuion&cntcn . A• ii r t h, 1*7. Znli. Zm Anschluß an unsre längste Korrespondenz über die B ersa in in l u n g d e s B an r. V* a n d e s v e r e i-n e s in Z urrh, können ivir nicht ninhin die Schlagivorte des Bornpen den Herrn Kgl. Geh. Hotrat ä>s. Zoiessthal, der ׳,»gleich seit mehreren Dezennien Borffeher der Rürnbergcr Gemeinde ist, ״der Viberalisinns in die '?lährinntter des ZndentnmS nnd nur die liberalen sind tolerant" elivas näher zu be leuchten, und zwar, an der Hand der eigenen Tätigkeit des Herrn Bornpenden. Wir bemerken im Borans, daß ivir die fleißige Arbeit des Herrn Hosrais in allen jüd. Bereins-,'fragen und An gelegenheiten vvllkonimen anerkennen. Das hindert uns nicht gegen eine Behauptung zu preleitieren, die der Wirklichkeit auch nicht einmal nahe kommt und zu der sich der Herr Borsipeude »iiunierinehr hatte verstcigeu dürseu. Abgesehen von den Tatsachen, liegt schon in der Be hauptung selbst eine Intoleranz, liehen ivir aber einmal der Sache im eigenen Wirknngskreis des Herrn Borsipendeu etwas »ach. Rürnberg har die Ehre ivieder Hilden in seinen Mauern zu haben seit etwa -15> fahren, in größerer Anzahl enva Zahre, die Zügel in dieser Geineinde fühlt Hosrar ZosesSthal nun u. W. schon mehr als Dezennien und er ist mit der Ge nlkiude und die Gemeinde mit seinem Rainen eng verivachscn. War aber die heute nahezil größte Genreindc Bayerns schon die Rährmulter der jüd. 2n!t!fv Der Herr Borntzende wird doch nicht behaupten wollen, daß eine große lind reiche jüd. Gemeinde, die bei jeder Gelegenkeit lliuerffuztungen an jüd. und andere hrimani rare Bercine .׳e. gibt, dadurch die Rahr׳ »luner des Zndenlunls ivird? lliis ivill es ׳cheineii und wir glauben sicher der Wahrheit ׳ehr nahe zu koiiiinrn, ohne die sonstigen Berdienffe des Herrn Hoirars zu schmälern, daß gerade er rs ivar, der iveu über ׳?Nürnberg hinaus, ininier die S a ch e der A s s i in i l a l i o n sördrrte, ׳'ehr leiie bei allen >üd. fragen austrat und damit das ivahre unversälschtk Zudeutum und die!üd. Sache schädigte, statt sie zu nähren nnd groß zu ziehen. Betrachten ivir uns die Rnrnberger!üb. Schnlverhälknisse. Der Herr Kulinsvorffeher har es, ivie er selb» mit Borliebe erzählt, durch ge׳epl,daß die Stadt als Inhaberin der Sininlran schnlen den Religiousunierricht bezahltdas iff allerdings eine sinanzielle Errungenschast; ivie ficht es aber mit der jüd. Sache aus? Starr jüd. Schulen zu gründen, ivo jüd. Lehrer in größerer Anzahl erhalten und jüd. Erziehung und jüdischer Unterricht gefördert iverden, bekonnnen die Binder!> Zahre lang einen 1* slündigen Religions Unterricht; rechnen wir hiervon ,Serien, Zeierrage nnd sonnige not ivendige Ausfälle ab, da ja die Lehrer unseres Wissens auch noch andere Genikindedienffe habe», so durste ein Zahresunrerricht von >'׳.'» bis 7>> Stunden heranskoinnien, und das genügt der RürnbergerKultnSgenieinde, Zuden zu erziehen, ob wohl bei beide» christlichen Religionen, bei denen keine srcin de S prache zn lernen in, mehr als der doppelte Unterricht aegeben wird. An suchen, die schon an die Knitnsgcineinde gestellt ivorden sind, einen vermehrt?» »afultntinen jü diiche» Unterricht z>r geben, oder die von der orlhodoren Bereinigung ׳Börnbergs gegründete Religionsschule, die Zedermann besuchen kann, zn subventionieren, wurden nbgelehnt. Da nun nach Ansicht aller urteilssähigen Mreife die ganze Zukunft deS Zudentums aus de» Schale beruht, so bedarf es doch 100hl keiner weiteren großen Beweissührvng, daß dieser ״Liberalismus" keine Rährinnkrer des Zndenlums ist, aber auch keinesfalls die Toleranz gepachtet har, sonst inüßte inan solche fragen wie das Schulwesen objektiver be handeln. 'Was wird überhaupt nicht alles heul zutage unter den Begriff ״Toleranz" rubriziert? Wir wüßten in der Tat nicht, wo der Herr Knlrusvorffehkr Rurnbergs und seine Benvaltnng, die ihn in der denkwürdigen Bersaminlniig kräftig unlerffüpre, die Toleranz in bare Münze um gesept hätten. So viel ivir wissen, nehmen die Herren die Stenern aller 'Rürnberger Zuden ohne Rücksicht am deren religiöse Richtung nnd überlassen es denjenigen Mitgliedern, die es mir ihrem Gewiffen nicht vereinbaren können Resoringollesdienste zu besuchen, sich aus ihre Motte» alle rituellen Bedürfnisse zn beschaffen' Za ׳ogar, als an den hohen Zeieriagen vor einigen Zähren sich ein Zilin! Gottes Dienst durch die Zunahme der Gemeinde notwendig zeigte, und man denselben, jedenfalls aus Antrag des Rabbinars, >'o gestaltete, daß ,edermann teil nehmen konnte, indem der von!eher gebräuchliche Ritus eingesühtt wurde,, ließ es der B e r walt u n g keine Ruhe: a >1 ch dieseZ > liale in u ß re r e t o r in 1 r t w e r d e n, nicht etwa das Publikum verlangte es- - es ivnrde dann, um der Toleranz ein Mäntelchen uni zuhängen, in einem kleineren Vokal noch nach altem Ritus Gottesdienst eingerichtet, aber auch d a ׳' c l b ׳t st r e u g n e 11 s verbot e n ״S a r g e n e s" a » z »ziehen. Wir brauchen nicht aus^ der Vandesversaniinlung heranszngehen, um die Tole׳ ranz der Rürnberger E)emeinde 'Berwaltiing zn erkennen, denn wir bemerken eine große Anzahl Delegirte, die Zahl iff uns nicht bekannt ׳, aber voir orthodoren Mitgliedern, die dem Gemeinde leben doch auch nicht rermtchc», ivie wir aus den Referaten vernahmen, konnten wir Riemanden entdecken. Täuschen ivir uns darüber nicht, mit dem Zortschreiren der >tultur einerseits, und mit der immer iviedcrkehrenden Abfuhr von christlichen Kreisen, die man im öffentlichen Vrbcn erlebt, aildeiseils, in die aggressive und kraue Gegner schaff des ״Viberalismus" gegen die Drihodoren nur milderen Zormen gewichen: iff aber Gelegen heu da mid hat man seine Reserwen zur Stelle, c ■ 1 *1 ז. '0, daß die Maiorirar sicher iff, 0׳ laßt man ,ich gehen nnd zeigt ׳'ich ivie in Z-ürrl, als Raffen re'ornier von anno dazumaldaran ändert auch der Dpkiuiis»,״s 0׳ mancher Drihodoren nicht«-, eb•;war ne persönliche En'olge au'ziuvei'en haben, ivie das gerade in ׳?,'ürnberg der Zoll iff. Ans Schivaben. Ai»:'.. Zun, hielt im Aus trage der Zentrale des ״Berbanses der Sabbat trennde״ Herr Rabb. Dr. Kahn aus Eßlingen einen Borrrag in Ha i ge rl och Hohe» zollern über die Tärigkeit und die Ausgaben des Bereins und über die Bedeiikung und Wichtigkeit des Sabbars nnd legre in eindringlichen Worten die Beobach tung desselben der Ber'ainmlung ans Herz. Er schienen n׳a,e» saff ׳äinrliche Mitgli-din der ansehnlich großen und noch ׳ehr religiösen iKemeinde mit ihren Damen. Auch die 'R'achbargemeinde in Mühringen, welche ebenfalls eine Einladung zu dieser Bersaininlung erhalten hatte, um aus der Bersaninilnng vertreten. Den Reterenken unter ffüpre» in ׳'ehr ivirkiainer Weiß׳ die Herren Bezirks rabbiner Dr. Zaraezeivskl und Velnei Srern ans Mnhringen tonne Herr Vehrer Svever aus Haiger loch, lim das Zustandekommen der Bersaininlung har ׳ich das Borffandskolleginni der Gemeinde Haigerloch verdient gemacht. Der Erfolg ivar die Gründung einer Drtsgrnppe mit.'»-1 Mitgliedern. Bor'land derselbe» in Herr ׳?»'artian Vevi!11 Haiger loch. Die Drrsgrnppe iff auch dein Wiirrrein belgischen Vandesverbande beigekreten. w 11 u c ( m <יKv'i a tt, ,suu. nauiMua L r... Bl ü n z in tReiivip veröffentlicht einen ״Dffenen Brie« an die regielenden Ziinren und Staats obelhaupler der .Knllurivelt", worin er ne anfleht, den Zndeiuncpkleien in Rußland durch ihr Macht׳ worr ein Ende zn niachen. Der Dffene Brief schließt »in den Worten: ״Herren nnd lR-kneter' Zn dieser schiveren Zeit, da die Menschheit vor den lKreiirltakrn, ivie von eine»! unhriinlichen Bann »msangcn, entsept nnd verffeinerk daffeht, sprechet Zhr das große erlösende Wort. Rerret die Heiligtümer der Menschheit: Recht » n d e r e ch r i g k ei l, V1 ebc n 11 d '.Marinherzigkeil. Ein fernes Zahrransend ivird Eiirrn Ruhm verkünden und sagen: ״Ais einst in den ersten Zähren des ׳,!vanzigffeii Zahrhunderls die Schreckniffe der Barbarei die Knlknrerrnngenschat'ten in Zrage stellten, nnd die Herzen im Znuerffen verzagten: da haben die edlen Zürffen und Sraalsoberhänpter mit seffer Hand das Kultur ideal hoch emporgehoben nnd es in den Strahlen der ansffeigenden Sonne in erneutem, mildem (Ranze aufleuditcit lassen .... Gesegnet das Andenken dieser llnfferblichen, ihr zauberstarkes Worr ging ivie ein Zruhüngsbrausen diirch die Weit, ffe haben dem Menscheugeschlechre das Bertrauen zum lKenius der Men'chheil wieder» gegeben!" Zürffen und Staatsobklhäuprer' Zhr seid die Z r i e d e n s b o r e n der Menschheit. Bon Euch gilt das schone, trostreiche Prophetenivort: ״Wie lieblich ׳ind an׳' den Bergen die Z üßr des Boren, der Zrieden kündet, <ל>lih! verineldet und Heil bringet." Zei'aia.'7 ,^׳.> Bunzlan, 2'». Znli. Der hienge Magistrat har den Beschluß gefaßt, das Schlachten nach jüdischem Ritus nn Bunzlauer Schlachthofe zu nutersagen. Eiire entsprechende Boriage wird der Skadtverordneteiiversaininlung zngrlien und schon in nächster Bersaurmiung zur Beratung kommen. Hoffentlich wird an maßgebender Stelle alles ausgeboten, um den Streich der Schacht gegner zu parieren nnd die Stadtverordneten« Versammlung über dc!r wahren EharaAer der schächneindlichen ׳Beffrcbnngcn auszukläre». England. velegirlenoersammlung 9er englischen Zionisten. V ondon, 2'ck. Zuli. Die am vergangenen Sonntag hier ffaktge habte Tagung des Zentralkomitees der englischen

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