Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 30 (26.7.1906)
- Date
- 1906-07-26
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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g-fiit 10. Xr. W. _======־*־=*=־ ״ns gegeigt, mit welcher Vrirfittrrtuifctt hie trüberen jübifdjrn (^,-schichtsschreiber gearbeitet haben. Ein S^eitpiel möge hier angesühn werden. Hinsiditlich Nab IebudaS bemerkt k^r ä k, hast er der Schöpfer jener scharfsinnigen X'ialcfttft luar, die aut judä isdiem Baden eine vorübergehende Eridieinung, in Babylonien aber beintiidi geworden sei lLein Nachbeter H. Weif; beleidigt daganze zivet/e Äniorainigeschlkdit und sagt, das; die (*Wehrten nach dem Tode Nabe und Samuels, ״das Ttn dium gan!z und gar nindrehten, den einfachen, gerade» Weg verloren und aut krummen Pfaden wandelten", to sebr, ״das; viele graste Schüler jtch von dieser Entstellung entsebt fühlten und nach Palästina ausivanderten. Tie t'aben eine neue ^eitpenode berangekonnnen, an der sie keinen SWallen fanden, eine Periode, die tveit von der Einfachheit und (*Wohhcit und dem ׳?Vege ihrer Yrbrrr entfernt war, eine Periode, die auch wir! die der talinudischen TpiVNndigkeiten nennen." Seine Beweise für all diese Beleidigungen nininit Weist daher, dast im Talmud die Ltäger dieser Epoche als Männer bezeichnet werden, die טעידד׳r;ד־זי־. Nun weist Halevi, nach, dast die Worte חרי£*ה, חדיי■,£ל£*ל, die in der dentichen Sprache oft mit ״Sophismen" tviedergegeben iverden, im Talmud durchaus nicht diele Be deutung habe». To finde» wir in Enibin, dast sich Nabbi Yehuda Hanassi denen rühmt א:— dast er scharssinniger als seine Kollegen in. Des Sophismus und der TpiVnndigkeit hatte sich Nabbi gewist nicht gerühmt. To ivird durch unzählige Beweise dargetait, dast dieses LEort im Talmud sich nur aut das verständnisvolle Erfassen des ^Gegenstandes bezieht. Ebenso grtindlich wird die andere Behauptung, dast die Schüler ״sich von dieser ״Berkehrtheit" entseyten" und deshalb nach Palästina ausivanderten, widerlegt. Es ivird nachgewieieil, dast es auch zur ,׳seit .'h'abs und Samuels viele gab, die nach Palästina wanderten. Interessant >n auch die 'Widerlegung der Cüiäv'schen Behauptung, dast die Hochschulen in der (^eonimgeit mehr Parlamenten als Hochschulen gliäx'N und dast die Borneher des Vehihanses eher Weי ergebe 1 beim Vehr er untren. '.Hach Wrät» tollen überhaupt keine Schüler bei den Beratungen gegenwärtig gewesen sein. Halev« weist das Irrige dieser Ansicht unwiderleglich nach und entwirft überhaupt eine solch interessante Schilderung von den Hochschulen, dast sie jeder mit innigem Bergnügen und grostem '?luven lesen wird Dr. Wreschner Saniter gibt den zweiten Teil seiner grostangelegten Biographie Nabln Äkiba Egers. Die '?lrbeit ist mit viel Viebc ge schrieben und gehört sicherlich zu den besten aus diesem (Gebiete. Bert, hat nichts nnbenict sichtigt gelassen, weder Wesentliches »och llnwesent liches, und es entstand unter seine, geschickten ftebet ein anziehendes Bild von dem grosten Posener (Nron. Die Biographie hat noch den einen Borzng vor allen derartigen '.'lrbeiten voraus, dast ne alle wichtigen Enticheiduiige» des grosten Welebrteit ben Ve'cvn umctimtiidt geordnet vor führt. ׳.Und) hat der Ben. all diejenigen Perlon lichkeiten, mit denen th'. t'lliba Eget in Berbindnng gestanden, eingehend geidnldert. ״'?lene Matenalien zur (beschichte der Bier läudentmode" bringt Dr. Veivin *ieinpen bei. Die (beschichte des ׳ע״ איבע איצי, dieses eigen artigen jüdischen Parlaments in der Zerstreuung ist nodi t'v wenig bearbeitet, dast wir!eben neuen Beitrag ׳rendig begrünen. Dt. Ho׳smann und Prot. Berliner, die beiden illunren (belehrten vom N'abbinersennnar in Berlin, sind ebenfalls mit gediegenen Vit beiten, wie man sie von ihnen and! mdit anders einntr tet, vertreten. Dt. Hossmann, der groste Bcidraldi kennet und Pcidraschsoridier, schreibt übet die Mechilt» de Rabbi Sinton ben Jochiu. Prot. Berliner, dieser tiervot tagende jüdische Historiker und Bibliograph, liefert ״Beiträge ztir hebtäitdien Tuphographie Daniel Bömbergs." Hier erübrigt sich von selbst etn >edes Wort der Anerkennung und des Vobes.^r״״*' ׳r. Dt. H. Ehrentren Münlhen schnnbt über den ״Pilpul" in den alten Ter ^tsrakilt. Het'chiwothpopulärer Weile ivird uns erklärt, ivas in der talinudischen Diskussion ein ״Nürnberger" oder ״N'egensburger" bedeute. Wenn wir im Talmud eine ל21״.א£ nnden, w koinint es häung vor, dast der bald die eine bald die andere These angreist und beide Male eine Mit'chna oder Baraitha dagegen ins Tressen führt. Diele beiden entgegengesetzten Beiveisstellen müssen sich doch offenbar widersprechen und nun entsteht die Hrage, ivarum denn der;כדק*ט nicht vor allem deren Wideriprudi hervorhebt. Diese logit'die Sdiwierigkeit wurde ״'?Nürnberger" genannt. Eine logisdie Schwierigkeit anderer ׳?trt in der ״Negensbiirger". Wenn der Sdiüler an seinen Vehrer eine Hrage richtet und es fidt im Vnnte der Diskussion ergiebt, dast der Fragesteller bereits vorher im Besitz einer Entsdieldliiig war, so tragen wir: zu iveldiem ^wede hat der Schüler dennodi seine ,Trage aufgeworfen? Bert, belenditet nod> andere in talmndischen Preisen gebrändiliche frmini tesbnlci in sdiöner und klarer Weile. Dr. V öw enltei n Mosbadi, der bekannte jüdildie Historiker, schreibt über die N'abbiner in Main;. Diele Beiträge werden einem jeden, der sich mit der (*Wdndite der ^nden in Denrsdiland eingehender beschäftigt, hödnt willkommen sein. Dr. Silber bet g Sdifimm veronentlidit ein haudschrinlidies hehr, inatheinatisdies Werk des Idordeehwi Oomtino l.'». ,^ahrli. Tal. Hugo Viebei! Prag veröffentlicht Hand schriftliches zur (^eidttduc der Tndei! in Prag in den 'schreit 1744—17.')4. B» ganz besonderem Danke hat uns und mit uns alle, die uh halachndie Vueronir ,Turerene haben, Prot. Dr. Tnl zbach Hrnnkturt dnrdi die Berössetitlidmng der zwei Handsditiften: lT£L "2 -->-7- ,-,׳:־ -־אב*״.': verptlliditet. Es würde den N'anin vieler besdieidenen ׳?lnzeige übendneiten, wollte» wir an' die einzelnen?lrbeitcn näher eingehen. Diele feilen lohen nur dazu dienen das gröstere Pilblikitni nir die ׳?Irbeitcn der ,v V1 intcrenicrcn, anszusprechen, dast es eine Ehrenpslidn aller geleyes Irenen H"den in, vieler (Gesellschaft die weit gehendNe Hörderung angedethen zu lassen, damit es ihr ermöglidit werde ihrem ׳^iele, ״die Winen fdialt der Wahrheit und die Wahrheit der Wisse11sd,aftzi1r>nkznerober11",>1ntgrosteren '??litreln und mit gesteigerter >i 1־a»t entgegenznltrel'en. K Zum 10. üb $000. E i n (יי edenkt a g. Am lv. Ad werden es '**י v\ahre, das; die,\uben aut Betedl des »tonigs ׳Vdilivv IV., des L dienen, aus,Vrank reidi vernieden wurden. Am Tage nacd der Trauer um die ,',ernannig des lüdn'dien i'eiiigiums wurden sie in die »erter gedradn und idne» den »iilgeleili, dan sie I,innen giteiiaistn« de! Litate des Tedes das Vaud ui vertanen liaiien Tie Beraiitanung zu dieser graut'amen Masiregei war vor allem die i^eldner des »emgsi das Edikl betagte dein! audt. da« die?mden weder tlu־ Ber megen iinlnednien nedi itnc Tdnildterderungen ver dem Auszug einzieden diir'ien. Aufterdem teil aud> der vom deuisdien Xa!׳er Aldrech: erdedene Ansvrudi aut das veliensredn Uder die 'raiizenidien Hilden Ptiilivt׳ veran laüi liade», Umen ilneii Beulwegzunedmen uiid tie ie dem M,tiier zur Bertugung zu iiellen. Auüer den Kleidern, die er lrug. durile kein ,'mde melir als für einen Tag nötig war, inu aus dem Vande nelmien. lunnuO Seelen stark ver>.!es;en ne den iranzenidten Beden, wo idre Altnen ndt idten zur ,',eit der römlidten 'Heinit'lif niedergelan'en hatten, ־.'iiir wenige 1 raten, um der Benreidung zu ent gehen, zum i?hr>iren!um über. T:e 2tntten der Theta, an denen Aaidn, und :iiahhenu Tam und die anderen Teiiansten ihreunvergleidilidie 41?lrkiamken entfaltet, nanden!evt verödet da und wurden w:e die Lvnagogen für die *(»יו»' des Kenias .׳erkaui! Eine Limagoge in Paris ichenkte der Xenig seinem »iuiidtei. P.ndi:, der Bertaner des Buches —r« י-” und Aaren.Neben aus Aarhenne schildern in heredien BTvnen das harte 1>>eidt,rf ihres - olkes. das der Tiduer »zeda,a Bedaridn in dem Buche zum (׳legeniiand einer traurig ernnen Be :rachiunq macht. Tie Ankündigung, dcis; ,eder 'cude, den _•2H. ,lull 1‘HK man nach dem irstgesevten Termine noch im Van de anirene. mit dem Tode heitran werde, machte der KSnig wahr. Ter herühmte B. Elieser den Joseph aus Ehin.׳n gehörte zu denen, die aut dem Lcheiterhauten damals ihr Veden ausbauchten. Ein groner Teil der Ausgewanderten lieü sich in der unter deutscher Herrschaft nehenden Provence, in Rouftillon und auf der v'\niel MaUvrka nieder! viele zogen nach Palästina. Dücherschau. 3um Problem 9er IUillensfreiheif *י. Bo» Dr. V 41. Noscnthal. ׳»iahhinei i. Pr. Liarga.t Bienidtliche Willenstreihen und vorheNliiuiiies Lchick1.- ׳ und uralte Näiseltragen der '??iensdibeii. 20 lange!»,-!! die Allgewalt der Ulotiben ׳-uni Wglr״ des Einzelmensd׳,» in ein Berhällnis dringen wollie, rangen die Vehrer der 1'.׳ enidihnt »m Mlarheit in diesen beiden Punkien. ׳zumtt der vliauhe, der die <ücrcctttt<rfcir (»otteo in der Veuung men'dtlidier Vehensverbälknitse nadtweiten wollte, und ganz besonders das ^udennini, das den ע—ק;-,דץ die Anerkennung des (tlouesgeiichts über den Menschen aut ,'eine Hahne gesdtrieben und den Tvellsdmier.z von!eher als (tloiteslästerung angesehen hm. Proienor l). W. Vülgen bar im Heti lü. v\aln ganges der ..Beuräge ,ur Hörderung dirisklicher Theolo,׳,!,׳ Berlag Bertelsmaiiii, iüülersloh , zwei Arbeiten veröttem lidu. Eine von Tr. Beniow ״i'llaube. Viebe und gute BTerke״. die wir in anderem ,;usainnienhang betrachten wollen: und eine zweite aus eigener Heder ״Das Pr.: blem der B. illenstreibeit in der voichrisilidien 2vnagoge h Temnadi hat das Judentum ursviiinglid, alles die tdteheue aut die Wirtsainieu und den Willen (Kottes zu rüdgessihil. Menschliche (tlesinnuiigen und Handlungen kommen ebenso von Olon wie die an uns beranirelenden Ereignisse, »lottes vleiii wirkt in den heldenmütigen Aichtern und *iönigen, wie in 2auls Tchwennut und!n Ababs?elbtitäuidtung vor seinem Ende. (Hott hat das Aecht zu seinen Ltratgeridtten denen gegenüber, die ihn nicht anerkennen. Wo ein Unglück koiniut, muß 2ünde sein! das Weiet» erhält un Menschen daneben das Wetiihl der eigenen Berannvortlidikeit. Em (.tlegensab wird .n diesen Tmgen nicht empsunden und demnadt auch mchl bewußt ausgeglichen. 2nach!st nach Vüigecl der erste, der den freunden der strengen 2chicksalsausiastu»g die tnensdtlidte Willens (reihen entgegenhält! guter und böser Trieb treten bei i h m hervor. Tie Psalmen betonen d'.e menschliche 2elbi: besiimniung, um das Nedii itlones zur 2trnt'e zu hegrilnden dodi dabei auch die göttlidte Borausbestimmung. ,4nt Budie Henoch wird der (üedanke bekämvst, daß d:e 2unde von (Hort ftamme. vielmehr hat tie ihren <t(rur'' un Menschen. Tas 4. Budt Et'ra erweis! aus der Tai i'adte. daß T horasavungen geboten find, daß der Piem'ch frei tein mütte: das Borwalten des Elends im Vehen komme von dem Borwnlten des sündigen (tleisies in der Menschheit her. Weisheit 1Ü ihm Wille zur Tugend, Mög lidikeit des einten, und doch unterscheidet nd> bei ihm 1 יייחיי ltPli r^rrihptt ihm O'nade. Hm'evhus töricht den 2adduzäern den (>le danken der völligen menschlidien Hretheit von gönlidten Bestimmungen zu! sie leiten ellück und Unglück von Vebens ilughen oder dem Hehlen derselben her. Tie Pharisäer beiviien bei ihm die göttlidte Allgewalt 1111 (tlegen'ab zu menidtlicher *ilugbeit. 21e betonen die Willenstreibeit, da ein (besetz mit Vobn und 2 träte da in! aber auch hier in ein '??cuivirken "iottes noiwendig. Tie Enaer leugnen die Willenstreiheit. H» der vleschidite trn bu »zotevhus oit das Hatum, das unabanderlidte 2chtdh.l der (Hriedicn aut und außerdem sind nodi die äußeren Unt iiände im Menschenschicksal maßgebend die wirkl mehr als die Ueberlegung. Ter Arineasbriet vertritt den vharlsaischen 2tandvunkt: der Entidtluß ist 2ache des '.'?? e :1 s ch e n , d!e A u s t ü h r u n g. das H e > i n a e n liegt 1h W 0 11 c e Hand. Bei Philo erhebt nch^ der Bieiiidi dnrdi Bernunn und Willenssreilieit über das Tier, emviangl von (Hott den (Hciit, um veraptwortlich jw werden. Ten Pienichen durch Arglist in s' Berderben zu nürzen, nt (Lottes unwürdig» schon darum muß Wille und Bewußtsein die Taten des Menschen bestimmen. Turch die 2terne können 2ünden auch nicht entschuldigt werden, denn ionü wären die 2abungen der Thora oder irgent eines Elet'ebes wirkungslos und entbehrlich (.Hott hat ste * Protestor D. W Vütgert. Tas Problem der W:I lensireihelt in der vorchristlichen 2vnagoge. Borausgeht: iülaube, Viebe und gute Werke von Tr.!2sear Beniow ,zehnter Jahrgang, '2. Heft der ״Beiträge zur Hürderung chrnliicher Theologie״. (Gütersloh, Bertelsmann. 2 I.dv Mk.