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Der Israelit · 1906-07-12 · 28 (12.7.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
28 (12.7.1906)
Date
1906-07-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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\ iWEm Ein Centraloroan lur das orthodoxe Judentum 11 fß111 47. Jahrgang, esg Sranhfurf a. M.. Sen |g2'jamys 5666 1S8SI .»* «8• ^- -■ "". . »!! ■י■»——w— iji n .1■ > amaB—■ Jfr 3#vafli1 (lidjfint ifhtti J~omifniug. HkoBnrm ,»!«: («fu>i?b1ilii1if Ausgabe' Mk. l..>» r!ertel1ahrl>st>, Heirausaade aut stuiistdiuitvopier Mk. Xluntfliahrluü. Au»l«11bOpr<tk> mr •<r aewöbiiliche Ausgabe : Oesterreich 2 Kr., Pnstlaud I Kul(jnglmi(' i Amerika .־■o «״!׳., Pirberlande 1,20 ri.׳ Abonnement» bei alle» Postaiistalle». ^1»1>ho1tdl11»>re11, 'ow»e direki bei der (Lrvedilion, vesta»s,!nbe nur direkt. Anierate: :jo Pfennige »n> die >ech«ge>balle»e golonel:teile: Paba» nach lark». ,iiiieraieiiannabine »in durch 4>aa>enste1n u. P»gler A <ü m .^raiikilirl a. M. und deren ,Ulmlen. Ein ZionsgruB. Wir harten longo Zeit feine Beraulassinig, 11111' mit den schwenviegend׳׳» Problemen zu befassen, die ans religiösem (Gebiete durch da!' Erstarke» der nationaljüdischen Bewegung 0» geregt ivorden sind, seitdem aus dem Preß» burger Tage die in jene Bewegung eingetieteneii gesetzestreueu Kreise sich fester organisiert und dem offizielle» ZionistmiS für wenige :'!»gen blicke den schreckensvollen (Glauben eingetlößt batten, es sei rvirklich eine starke, ihrer geistige» Eigenart bewusste gesetzestrene ״Partei" im Entstehen begriffe», ist, — für de» Außenstehenden ivenigstens nichts geschehe», lvas zu einer Besprechung zionistischer Politik unter dem religiösen Gesichtswinkel genötigt hätte. Die bedanerliche Hestigke׳»_mit der unsere religiösen Gesinnungsgenossen ionistischen t'ogcr aus die vielbesprochene 1mg der /freien Ber eimgnng reagierten, KG laßloien Angriffe aus diejenigen, die in de^! rachi, wie er mav und ist, nnn einmal Ei,'* genügende Wahrung jüdischer Grundsäp'jO' ken konnten, zeigten den leitenden .streite» cei zionistischen 01^־^ zu ihrer große» Besliedtgting sehr bald, daß auch die in Preßburg gestählten ״Klerikalen" sich immer »och in erster Reihe als Zionisten und erst in zweiter Vinie als ,.Partei-Drthodore" fühlten. Milde, schiveigiam, entgegenkommend nach links — nervös, mißtrauisch, abweisend »ach rechts, das war das von iititciem Standpunkte ans überaus betrübende, für die zionistische Leitung ninso er tte»liefere Ergebnis der Misrachi Organisation, die der Preßburger Tag geschaffen hatte Wir wollen nicht alte Wunde» ausreißen, nicht die tausende Belege hier aneinanderreilte», die dem .stundigen zeigen, mit!velch tätlicher Sicherheit die nationaljüdische Atmosphäre in der Gedanken weit selbst führender gesetzestrener <R1׳ner die tiefen Abgründe mit Rebel'chleieril überdeckt, die zwischen ״ationalein und religiösem Ziidentn»! klaffen, und ivie dagegen ziviichen denen, denn betende Lippe dreimal täglich das Gleiche spricht und bekennt, zwilchen denen selbst, die mit gleicher Begeistern»» aus י£יסקים r״r ihr Lebensglück schöpfen, durch eben jene national jüdische Atmospäre, der unglückseligste, fniift lichste Zwiespalt geschaffen ward' Wets >vir heute zu registrieren haben, ist ausnahmsweise einmal ein erfreuliches Svmptom, ein Zeichen, daff denn doch nicht wir allein es sind, die diese Berbrüderung und diesen Gegensah beklagen, daßauch in den sührendenKreisen der gesetzestreuen Ztonitten unter der unitor mierenden (Keivtilt der Parteidisziplin daS Be wußtiei» von dem iveit, weit höheren Geltungs wert der religiösen, gegenüber den nationale,» Zn teressen gottlob noch nicht geichivuudcn ist. Zn der Besprechung des eiiglisckx'11 Tchulge setzeS hatte das offizielle Drgan der zionistische» Partei sei» Bedauern darüber geäußert, daß ״die Zilden sich aus die Seite der Koniervativen stellten." Die Zude» hätten keine Ursache, die Trennung von .SiUioe und Staat zu fürchten, weil sie keine bloße.stonsessionSgemeinschast »eie». Dann hieß es weiter: ״Z n den Reihende r Zuden geht ei» Unibildungsprozeß vor sich vom Religiösen zum '.'i a t iono I en. Es ist eine Tatsache und wir konstatieren sie. D a s neue Z n d e n t u m hängt nicht a» ftorren Dogmen. Es i st sich bervußt, d a ß s i ch d e r Z u d a i s in u s aus s t ch s e l b 1't Hera n s e n t >v i cf e 1 n in 11 ß." Diese Erpektoration, die »ach unserer Meinung in sehr milder Zorn, das wiedergibt, ivas in der ״Welt" inid ander wärts schon diitzeiidmal als selbstverständliche nationale Lehre zu leie» war, hat aus dem letzten Delegiertentag in Hannover einigen MiSrachii'ten Anlatt zu einer Znterveilation gerzebe», die aber nierkivürdigenveise ihren Weg!» die zionistische Presse nicht fand, vielmehr offenbar mit dem Mantel »alivnalrr Liebe bedeck: :verden sollte. Einer der angesehensten Zührer des Misrachi, l)r. tned. Zranck in Altona, glaubt nun in einem soeben veröffeiitlichten ״Dienen Briet" gegen das Wort von dem Umbildungsprozeß des Religiösen ins Rationale und gegen die darin liegende Deutung der zioilistisckien Ausgabe protestieren zu sollen. Es würde hier zu weit führen, die sachliche Seite seiner Argumentation zu prüsen. zu prüfen vor allem, ob jener Umdildungsprozeß, tuic die ״Lselt" wohl meint, mit Rothivendigkeit aus den Boraus ietzungen der zionistischen Lehre folgt oder ob er, wie Dr. Zranck behauptet, künstlich in diese Lehre hineiiiinterpretiert ist. Pias uns den ״Dffenen Brief" als ein er sreuliches Zeichen der ('lesundung begrüßen läßt, das ist die Entschiedenheit, mit der Dr. Hranck für einen offenen Kamps gegen den nt nationale Wendungen gekleideten Abfall eintritt, die Dffenheit, mit der er die oft gebrauchte Ausrede, der Zionismus sei eine rein wirtschaftliche Betvegunq, venvirft und die berzertreuende Ehrlichkeit der jüdischen ('Kunming, die in dem Schlußsatz feinet AnSsührungei» zi. Tage tritt. Es heißt da: Man ״?!Io nun 01. <t. tn de» ge>ede«treue1» Ureiien der ti«»1st1>«den ^ewegun« -»׳doreii. »der deranrge Anistmuun»׳» erstaun! und verstimm! ru iem. 21» mufttrn out אי «tut notwen»i«te1! arounm wer»»,». denn stc besteden!>00 einmsl de, ei»em teile umerer »,onisti'chen <14estn1:un««aenosten. Man ichali! ׳it auch nicht dadurch au« derWelk. »ast man'iekal'chwelgt, Is!lchwti-kNt»müi>,n,laubl. da der . 11 on 1« mu - eine rei» w 1»' I' cka i 111 lbe 1» e q « ״ a d a r st e 11 e ». Tif ^,zraktio»" da! ich»» »ar ca. I» .zalite» 1» a 11 e rk e » » e » « >»er I e r ttzei'e den'ie'en. Sari ׳ir da» Nvmstiiche Problem neier enaiie 11»d die ipeichlüste de« S' 11 Non^reHe»!oU!e!>. »»» belehn bade», da» dioch die Au»>chalruna aUaemei» voiitiiit»,» Pe'tredu»,^» di» uoiiisti'ch« Arche,» »11 de wilderem Maste au» die Voiuua aUuemeiner. kuNureUer Pro bieme, ..die Peaeneralwii de» iiidi'che» Polke«", au« der da« piiibeii'ch »׳erkundete ..״rur .\u#fnliiHi' bervoruedeii 1»Ue. ae draiilii il^rde. >L« 1»׳ar '. .it. au« lakri'che» ««riiiideii iwe,»el Io« richlru. »>e stuiturdebatleii au> de» »toiiarene,, ra roirer drmte». Aber ste iverde» stet« von »eueni enNrede». und die innere .chestiaun-i «»lerer Peivemina lilstt »ach >" .tahren die tLroneruiia »u. vr» ßurttr ,ebem aeiebesrieue» .iw,nste». der 1e״e Umva.-id iuua »uni Pein P1,t»o»ale» nicht »u »׳ollneben uedeuki, klar ׳ei», dan die i» dem traulichen Artikel der tiinvntellen Ideorien eine urohe 1?te»al>r bedeiiren. ,tbr« Adrvedr dark »eboch nicht dem .,»׳all »berlaiieir bleiben. Iie parlameiktariiche Ltrnkiu, »n'errr Peweminu erstorderi drinueiib den leste» ,linainmen ichlnst aller «stle1chae>1»t>re». eine i^raani'attoit. die in »er va«e ist, deraniue» leiidenze,! »1 planvoller, prouraimrianicher tpei'e t» deaeqnen. Man!»?ende RMtif ein. nia» dürre »1» r?stHe»'ade nicht enveiter» oder »«ericliklrien. in eitler .teil, in der Ltrriirrauen von men iwunaucr Ituauxitt dem V U. uouuui, mr» «« X. deui'iche» Teleuierteiita« da« »«epräue ueueden baden.? t h ז ח וו * e in ttiiiturranUM, ■uh > o mazr er ortige iiottiiitkii werde■ ׳einem A»«qana wir» e» abbangia r 111, »b der Itinrelneinen akwi'ien £ p 11 m 1 * m u «. in 1 r dem fr 1 ich « m r > on 1 st > 1 chen Werke beIe > 11 at. a e re ch i! > r: :s: ׳:ebr. »der ■ieb >e!cht blutende» k>,r;en». aber in Wadruna bdbercr ,tnieretien ׳ick von Ihm lo«׳auen mustte.״ Zn Währung höherer Zntetessen ' Lauge haben wir uns bannch gesrbnt, kaum aber mehr gehofft, solch entschiebenes Wort von misrachi stisck»er Seite zu vernehme». Tritt ja i» diesem Worte das Bewußtsein zutage, daß Äonflifte ziviichen nationalen und religiösen Znteressen sehr wohl denkbar sind, und dag, wann und wo sie eintreten, für den mähren Zuden kein Ziveisel über die Lösung dieses Konfliktes bestehen kann. Db in dem iet es scheinbaren, sei es wirkliche» Widerstreit nationaler und religiöser Ansorder ungen >ene oder diese als die sittlich höheren zu gelten haben, das ist'»!a nn Grunde, ivas die ('leister scheidet, das fft das Schidoleth, an de»n man den Zuden alten Schlagaus dem bunten (stewirre moderner Parreijuden Her2use,?r!!!»?!> kann. Den Optimismus, den der Schreiber des Offenen Briefeziigestandenetniaßen sein eigen nennt, haben wir uns bei der Beurteiliiiig moderner jüdischer Parteientwicklungen leider in schweren Kämpfen abaewöhnen müssen. So ivenig wir darum auch gmuben, daß es Dr. Zranck gelingen wird, innerhalb der Panei das von ihm erstrebte starke jüdische Zetttrum zu schaffen, so halten wir sein Bemühen doch nach anderer Richtung tür über in» bedeutungsvoll.

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