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Der Israelit · 1906-07-05 · 27 (5.7.1906) · p. Seite 8

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
27 (5.7.1906)
Date
1906-07-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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3 .27 .ז’)יזr»c m. das )),'echt hat, die Babbiner zu bestätigen. Wir werden aus die Angelegenheit znrückkonimen und wollen für heute nur die Hoffnung anösprechen, das, die lehren des Mainzer Prozesses vom vor gangenen Montag dazu beitragen möchten, die bessischen ^uden vor dem Unglück einer s?berratsverfassnttg zu bewahren .Knlnibach, I'.«. ^ni». Tic Borffaiidichast des hiesigen Tierschntzvereins hot wiederholt darum iiachgcsncht. cs möchten durch den Tladtinagiffrat dabingeliende Borschrffte» erlassen iverden, daff sämtliche n» hiesigen Schlachthanse zil tötenden Tiere ohne jede Ansnabme vor der Schlachtung betäubt iverden müssen und das Schächten der Israeliten als Tierguälerei zu verbieten sei. Tn den l,,engen jüdischen Einwohner» das durch religiöse Bestimmungen vorgeschriebene Schächten der Sckilackittiere dnrck, die ))Bestimmungen dee biesigen Schlachthansordnuiig gestaltet in, gab der Magistrat in seiner beutige» Sitzung dem Antrag des T ierschntzvereins keine ,^-olgr. Ter ablelmende Bcichlnff rührt >>» besonderen aus, dag das bean nagte Sckiächtverbot ans rechtlichen Nhünden nnznlässig sei, iveil dadurch die Beffiinmniige» der tzr; l und der ziveite» ‘Bersassn 11 gsbeilage zu Titel l der Bersassnngsnrknitdc irnd die den jüdischen Nllanbensgenossen im Königreich Bauer» durch 8 das Ebitts vom IO. ,siim I*l;i zngencheue volle t^ewmensnecheit obne ^ivrisel schiver verleb! würden. Tie Anordnung des Schächlverboies im Schlachtbause der Stadt gemeinde Knlinbach würde ivener zur,volge babcn, dag die jüdische Bevölkerung Kiilmbachs, ivenn sie ilirc'religiösen Borschrisren beachten und die geietzliche» Besiimmnngen, die ibnen die ‘Beschaffnng ritnalm agigen Fleisches direkt zur Pflicht machen, eifiillcit!volleil, eine eigene Schlachtstäne iür das in ,örage siebende ,He sch anfferhalb der n׳e nicindeanstalt mit groffe» Tpfcr» zu errichten balteii. -Hierdurch würden einzelne Bürger der Stadl Knlnibach, die gleich den andere» Mit bürgern zu den Umlagen berangezogen iverden, lediglich ihres religiöse» Bekenntnisses »׳egen an der Benützung einer o׳e»1eindeanstalt gebindert, es würde ihnen das rituelle Veben nnniöglich geinachr oder doch!,!!rer ‘?!nsbürdnng veknniärer Waffen ivesentiich erschiveri werden, Abgesehen von diesen rechtlichen Erwägungen vermag der Sradkmagistrat den Standpunkt des Tierichntz Vereins, ivelcher das rituelle Sckiachle» als eine Tierauälerei bekäinvi!.!r!chr zu teilen und stützt 'ick, hierbei an׳ i^nlackiren 1 u 1 ו י e 11 i ctio r 111 die 1־;'luto riläleii, wie Birchoiv. Petlenkoser »>'»׳., welebe das ritnalmäffig ansgenilnte Schächten unter Benntznng eines baarschane», schartenlosen ‘.'.','effers und eines ‘.','1ederlcg1!ngsappa»ates vom Stand viiiiki des Tierschutzes als eine bnmane, vom Standpunlt der .Hligiene als eine rationelle nnd vom Standvunkl der ׳,iveckmänigkeit als eine emvseblenswerle Schlachkmetbode erklären. Unl'Ulrrrd. Moskau, >v..>1>. T>e Smiagoge, die gleich nach ibrer Erbannng im ,"»abre I‘׳'.'-' von dem danialigen »Kk״sralgo»ver»enr »׳-׳roffsür'ten Sergius ge'chloffe» ivnrde, wird mit t^enebiivgnilg des ^aren ivieder geöffnet. Peters vu lg, -'i .,uiu Tas Tdeffaer BoneickV »ne,‘ bat beim Miniiterini» »>ir .Handel und ,>nkv1srrie iiachgeinchl. dag!» dem Beglemeiik der VIro>?zage!o1»»11ss>o» Anmeikiing 1׳ zu 8 - ausgebobeii^ wird ‘.',ach dieser ‘.'lnmerknng dar׳' die ׳zahl l^er nicht christliche» Mitglieder der Kommission l^.e Halste des .Kom»1lffio!!sbeffa!1des nicht ilberneige,!, wobei ,'er Bornvende der Koininiffion nnd'.sei» Slellvelneier vShrineu ׳ein müsse». Unter dem V. ,>»»i bar das Minlsrerinm dies tbestich beirledigl. Peic r s b » r g, 2«'׳. mu. Eine indische Massen ausivanderiing nndel gegenwärtig ans vielen!Trl schaslen des Annedliingsraiions der ^nden in den Süd und ‘Weffgonverncineins nan. Biele Emigranten babc» sich an das Petersburger Komitee der ״ Alli»110e israoli»■“ mit der Bitte Ter ,zsrari» _,uli 1 M^ .׳'. »1» Ueberlaffnng von Schiffsfreiknrten nach Amerika nnd England gewendet, ‘.'ludere,Familien beabsichtigen dagegen mit -Hilff׳ des Zionisten komilees nach Palästina übcrznsiedeln. Ans der Stadt ,^ömail int lGouvernement Bessarabien ivandern allein *0 Familien nach Südafrika ans. Die ungarilche lleologie an der frbeif. - Bo» unserei» »orrewoiidrnlt») Budapest, Ende ^nni. Es i" vollbracht. Tie sogenannten Tiffrikts- Präsidenten hoben ivieder eine umfangreiche, mebrere ,'voliofcitcu »insaffeiide Tenkschrifl dem .Kultusmiiiiffei überreicht. ^>> der neologe» Preise ivird diese Tenkschrift als ein e i st e r w e r k des neuen Kanzleisekrctärs Tr. Frau; Mezei verberrlichl und der Berffisser selb» i» den.Himinel gebobe». Eharakteriffisch iff es für den Eleiff, der i» diesem Kreise berrscht, wenn ivir es be tonen, dag der ,Inhalt dieses Meinorandnms mit seiner ganzen Babnliffik zn wiederbolten Malen schon der Knltnsregiernng unterbreitet ivnrde. Wir eriväbnen nur zwei äbnliche Ei» gaben der »eologen Tiffriktspräsidenten, eine vom _'.'׳. ‘.'!oveniber l!1־*‘.' nnd die zweite vom!'!. Januar I,Inhalt und Tenor dieser drei Tenk schrisre» decken sich fast vollständig. Ben iff jetzt blvs der Teil des famosen Meinorandnms, der sich ans den ״ungesetzlichen" Knlknsniiniffer (äeorg Vnkaes bezielu, der die ortbodore T rga n i sa t i o,1 se rgä >> zu!! g zur Bechtskra't erhoben bat. ־יר, ענ-י* "י־ ■:.־קי. ,>nef S i m o n, der spirirns )'׳error aller dieser Beffrebnngen, bemübr sich dem ״neuen" .Knltnsminiffer ‘.'liisklärnngen zu erteilen nnd de» obschwebende» Angelegenheiten de» ‘.'lnffrich zu geben, als würde es sich!!> o me»tan darum bandeln, hiev in Ungarn jebr die jüdische ortbodore Konfession anznerkeniien. Es iverden 1» dieser Tenkschrfft, sowie in den srüberen Eingaben dieser jüdischen ״Behörde" bifforische Faeten ignoriert, einzelne Sätze, ja Worte ans verschiedenen Knndgebnngen der Mi niffer und der Vegislarive berausgerissen, das gcsebesrrene ,^»dentnin dennnziert, die eigene usurpierte iKrwalr als staatliches 0׳e1eb berans gepubt und alldies, nm unter dem Teckinaiitel der ״Unisikatio»" die Etablierung eines ewigen Krieges zn erlangen. Tie angeiebenen, einflnffreichen, gebildeten nnd mächtigen Herren sagen nicht, dan die geiebes treuen tKlanbensgenosseii die 11 »t 11111 i o n e n der ‘.','eologen, deren )li'abbiner, Schächter, Srgeln, Tamenchöre nnd tboralengnende nnd sabbat entiveibende B'eligionslebrer nicht in ‘.'lnsprnch nehmen »׳allen, sondern treten leck bin vor de» ״neuen" Minister nnd machen eine ׳vibtindige O'iln es in Ungar» zwei ^ndeniümer> Hat das O'ei'eb zweierlei!üdische Konsessione» rezipiert > >'>ibl es ans dem ganzen weilen Erden r»»de ziveierlei ^»denlümer > Ter ״neue" Miniffer veriilunnt diese fragen angenscheinlich mit groner Spaiinnng und der illnffre ,'vübrer der ‘.',eologen, ein ebemaligcr )),'eichsragsdepiitierier, iebt ein. Unsere sanalischen Ortbodore» bebanpken, dan es zivei jüdische Konfessionen in Ungar» gebe nnd es fand sich ein ps l i ch tvergessen er n n g a r 1 s ch e r >! u l l n s in 1»! ff e r. der ׳״'ich übe» das e׳ eb nnd über die Interessen der o s s e n l l 1 ch e n Berwalrnng binwegsebend, obne Anbörnng der Konsession״, diese Bebanpning der Trtbodoren;»in (Bsebe erbob und dabei babe dieser ״nngesebliche" Minister die Kongrefwarre! >orn>!ich verfolgt, u!e,l deren ,vübre» es mit ihrem patriotischen Gewisse» nicht vereinbaren lonnten, von einer ,.nngeseblichen" B'egiernng etwas zu verlangen. Tie patriotischen ‘.'»eologen bätren sich aber bisber mit Rücksicht ans die allgemeinen traurigen ׳^nffände des Baker larides, auch jeder ‘)׳'emonffrierung ,‘, tbalten. ,x't diese benchlerische Sprache nicht ein ganz gewölmlickier Be»var, der gegenüber geicbes treuen ^nden geübt wird? Böir werden cs im Berlan'e unserer sAns'übrnngeil noch beweisen, daff die neologe Vandcskanzlei auch bei der ״nnge seblichen" Ncglerung die Unterdriicknng der!Srrhodorie mit allen möglichen Mitteln betrieben. Es iff ja wabr, vom Ttandpnnkte der nnga rischen Berfaffnng war es sehr bedauerlich, das; eine nichlparlamcntar'lsche Begiernng die Staats geschäste leitete. Indessen fnnn es nicht geleugnet iverden, das; sämtliche varerlündifche Koiffes ffonen mit dem früberen Kuitusminiffer ihre Bcziebnngen voll ständig nnfrechterbielten. Und lein!Srgan, kein nngarisch nationaler Faktor bat es gewagt, eine dieser Konfesfionen irgendwie zn verdächtigen. Tie gesebesnenen Hilden in ibren patriotischen iKesüblen zn beleidigen, weil sie sich gegen die Bergeivaltignng der ‘.'»eologen schübten das konnten nnr unsre B'eologen vollbringen, lind mit soliffen Herren sollen gesepes treue ,^uden religiöse o׳e»1ei»schafr baden könnend Toch ivir!vollen Ordnung ballen. Um den ,,׳«״׳«״»" ‘.'.'»'iniffer, der nebenbei gesagt, diese Känipse als bervorragendcr junger Politiker selb» miterlebt, genan zn inforniieren, wird ans das Enianzipntionsgescv nnd den »nglückseligen Ko» greszznrückgegriffe» nnd foigenderinaszen raison»>e׳v ״Ter Kongresz bar jede irragc ansgeschlosseii, die mit der, lKrnndsüven der B'eligion nnd «Ke wisfenssreibeit ״rechtinäszig" in ׳^nsanimenbang gebracht iverden könnte. ^»1 )'1'abmen der Kon greszorganiffition wurde der tKeltendniachnng j e d e r religiösen Bichrnng freie Hand gelassen." Böeichc Ungcbeuerlichkeit! )'»ach einer nabezn vierzig jäbrigen ״Kongreszwirlschast" niöchre» die Herren noch immer glauben machen, es sei möglich v o 11 e i n e r kauf e s s i o n e l l e n S r g a 11 i 1 01 i o » zn s prech en, obne die konfessionelle iK r u n d l a ge, d a s V e b e n s e l e m e 111 d e r ganzen Körperschaft tangieren zu in nsie n. Es wäre möglich, für jüdische <Ke meiiiden, für jüdische ,^iiffilnrionen, für die Pklich ten der Babbiner, für jüdische Schnlen nnd jüdische Vebrer ein Srganisarionsffatnt zu schaffen, obne die «Kviliidsäbe der jüdischen )),'eligion zn bcrnbren ' klnd dieser klunnn, diese kolossale Tänschnng, die die ,Fanatiker der nngarlündischen Vieologie erfnndeii babe», bat Schule gemacht nnd auf tKrnndlage dieies Uniinns »׳erde» noch heute nicht »nr in Ungarn, sondern auch in andern Staaten kecke nnd schüchterne Bersnche gemacht, das gesepeskrene ,'ziidentlini in das Bet) der nnjndischen ffirform zn locken. Und bat der nngarisch jüdis»che Kongreff in der Tat keine religiösen fragen in den Kreis ׳'einer Bsirksamkeil gezogen? Bö je sinnig fugen dock, die Talnind'venen ׳. eine eminente Vngc ninff auch ein -Körnchen Böabrbeit babe». Es iff ja wabr, es wurde ans dem Kongreff nicht ex1>r«?s8is v.-1 b s kodifiziert, daff in jeder tKelneinde die ertreinffen )','esormen eiiige'librt, daff die Tbora nnd der Schnichan .'lrnck, ,niffer Kraft geieb-t ׳«.׳erden miineii; denn vom ״jüdischen üieligionsgesebe", vom ״Schnlchan ‘.'lrmch" nnd von der ״Tbora" durste man ans diesem Kongresse, der eine landes geiepliche Bersafsnng ffir das jüdische Be l 1 gio 11 sleben der Kult n s g e »! eind e 11 schaffen sollte, nicht sprechen. Aber ebenso wabr iff cs, daff nnter der Herrschaft jenes K o 11 g reffff a l n t es dies alles geschehe» kann, wie dies auch in Böirklickikeit in allen Kongreff geiiieiiiden geschieht. Tiefes jüdisckie Srganisatioiis geff't? kennt nämlich für de!׳, religiösen Knlrns keine andere ‘.'»orm als die jeweiligen Beschlüsse des Borffandes nnd der Bepräscntanz nnd bat als böchffe ^nffanz für das gesamte j ü d i ׳' ch e V e l> e n sogenannte Schiedsgerichte kreirr. ^eder Konflikt zwischen tKottesgesel» nnd Knirn-tvorffand, zwischen!),'abbiiier nnd Knltiis repräseiitanz, zivischcn Tbora nnd tKenicinde, zwischen Sichochet nnd!Srganiff, zivischcn Tamen chor nnd Smiagoge nnrd in erster nnd letzter ^»ffa»; der Kompetenz der Schiedsgerichte zn gewiesen, bei deren ^usainmensetznng in keiner Böeffe a»s die nach jndiffhen Begriffen für das Bichleramr erforderliche T.ualinknrion gcfeben wird. Tas Schiedsgericht wird nämlich im Sinne des!SrganisationsffatiiteS durch das Vos zusammengesetzt nnd kann ans lauter ,111 ן, ן)

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