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Der Israelit · 1906-07-05 · 27 (5.7.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
27 (5.7.1906)
Date
1906-07-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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®\\ Ein Centraloroan lür das orthodoxe Judentum IIIIS(I fl EegrBadef dm Or. Lehmaita in niaiu bs!s3 UV 5. Juli 1906. 12. Tamus 5666 47. Jahrgang. ^ranhfurt a. M.. gen?fr ,Vj.iK'lit fii.liciut ic61׳u? 011urv׳(a.1. Nbonurmenis; ('(nnöhnliiiu■ ־.Iik'.iiUh• 1ייד f. 1<1 0ר..וan׳l1am 11.11, vn1m1<HU)k u.i1 1iuui:eru<!var(fv ■••{f י mfvtrl1ahvl1.il. <־.HiK'l.uihfiuti'f tut dir iitnuiliuli.iic '.’liKJrtabc: Cfümci.1! Kr., 'Hunlaiii' l ckii.ilaiih :*Imcvifa .'י<• Aird.vlaiif. l,1׳t» tl. Adouuriu.iiiS ln־t ullru Uoüaii't.iltfu, A11>1>i»n1i>>u11,1f11. toimr »urft dfi Mt irmhitioii. wttaiisrtiibf mir Mn’ft. Aiilerate : :in Pi.-1111i״r niv l»>- 1<<׳,sar!r׳>lI1r11r svlouri .',riir. A.it',111 ,1u.11!,nit. ,z,1irv<nr11a11!1ah111r um fiiv.11 V a m 111 u 11!1 11.« 0 ,! | r r VI (ווו .יי Aiuiif'iiit 11. '.11« .ויי» »firn «־Vitialcu. Der Badische Oberrat vsr Gericht. I öesaiMeindmck des Prozesses. ו!ץי dem politischen >iampfe, de» der ״,\eaudit״ gegen die 0 b e v ft e b<וbif ch e :>! e l i g i o » s b e 11 ö v b e feit Jahrzehnte» zu führe» gezwungen in >»1d der rvahrlich schon manche» barte» Straus; i» seinem Wofohte hatte, wird die Gericht svcr ha»di» »g, die sich ai» Montag dieser Woche vor deni Horm» bes Vanbgerichtes z» Mainz abspielte, ollezeiteine» bebeiitsamenPlabeiniiehine». Als i» früher Morgensknnbe i» dem kleine», nicht sehr imposante» Sihnngssaale der Mainzer Straskammer mit alierici szormaliei! die Bei hanblniig einsebte, die de» frühere» verantwort liche» Redakteur unseres Blattes we^ei! Be leibigung der badiiche» Tberbebörbe de!» räche»- de» Arm der Gerechtigkeit gegenüber fab. als da»» mit breiter Grnnblichkeit der spie.ta-. e׳-r:tor des badische» Sberrats, ^enge und Sachver näiidiaer ttleh. Reg. Rat Tr. Maver i» eigner Person jede» einzelne» Akt seines >!ollegim»s als de» Ansslnn wohlwollendster Milde, Weisheit, Mäfzignng »»d Unparteilichkeit stniibeiilang;» rechtfertige» suchte und immer wieder als der ׳Weisheit lebten Schluss de» Walningssprnch der I» j ifiniciי doch gewis; rnaszgebenbc:״ .׳Religions konferenz" heranzog da schien es tan, als sollte» die Berhanblniigen, 1» Xileinigkeiteii und T.nisanilie» sich verlierend, ergebnislos für die grosze» religiös politische» Probleme verlaute», die unter der Oberfläche dieser ״Beleibigimgs klage" sich bargen. Aber allmählich änderte »ch das Bild. Schon da der Berteidiger dem 2 a di יי f 1־ ft (-!»bi g e » Gehe>»״at r»־. Ri'aner mit ansbrintsvoller Schärfe die s>rage emgegeiihielt, ob den» wirklich, wie es »ach feiner Darstellung schien,;wische» Reologie und überliefertem ^»de» tm» keine tiesgreifcnbere», das Innerste der religiöse» Anschanmig berühr »de» Unterschiede bestände» als die Trgel i» Mannheim und in >iarlsr»he, da bereitete die ׳Beendung sich vor. 2״ei e" ge'epestrene» Rabbiner hatte der T betrat als Mengen für sei» liebevolles Walten 1» parteiloser Wolkenhöhe vvrlade» lasse», aber schon die Aussagen dieser Männer, obgleich sie die änszere \t egalität der oberrätliche» Regiernngs kniick rückhaltlos anerkannte», wurde»;» einem veniichtende» Berdikt über de» sittlichen Eharakter des 2«nems, das mit der naive» Rücklichts loiigkeit der Unschuld i» die Gewissen der nun einmal anders Tenkenben ,,hmeinregiert". ״Herr ^enge Tr. Löweiinein, könne» 21e ״nach ^hrer religiöse» Ueber;e»g»»g und »ach ״denBeniuimniigen besReligioiisgesehes religiöse ״Eiitscheibiinge» einer Behörde >vie die badiiche ,Religionskonferenz ü b e r h a!> p t als prinzipiell ״berechtigt und bindend anerkenne» v״ ״,>ch bi» badischer Rabbiner und »ins; mich ״de» kL'iUscheidnnge!! der gesehlick! anerkannten ״Behörde unter werfen". Garant der Berteidiger: ״Tas wollte icki höre» ich habe nicht »ach ,,dein staatsgesepliche» sonder» »ach dem ״religionsgesepliche» :!!echt der Religions ״koiiferenz gefragt'!" Tiefe kleine Szene, die wir hier »ach dem Gedächtnis Stenogramm liegt »och nicht vor zitieren, giebt eine Borstellniig vv» der Art, wie iich die ׳Beriiehmniig der »»sreiivilligen Eiltlastnngszenge» abspielte, ans deren Anssagen die prinzipielle .Kernfrage, »»> die es sich handelte, scho» von Herne hervorlenchtete.;^m volle» Hohe aber erhob sich die Berhandlnng, als der erste der von der Berieidigniig geladene» 2ach verständige», Brov. Rabbiner L^r. C a h »- friilda das Böort ergriff, >!»> 1» dreiviertelstündiger Rede die Situation;» beleuchte». Es ist schwer den überwältigende» Gindriick;» schildern, de» dieses gropaiigelegte, die Personen kntlastende, die Prinzipien ab r »Mio schärfer belenchtende rlaidoper hervorbrachte. 2chv» der selige Tr. Maver batte de» Raine» T a in s o » Raphael Hirsch nenne» z» sollen geglaubt, als er in seiner Böeiie die >^r>1»d>1ng der Karlsruher Religionsgeiellschast streifte: de» Rnme» griff Tr. lLahn anr, »nd es war, als ob von diesem Angciiblicke der ttkeitt des grone» Regenerators, der niemals gegen Personen, der immer nur »in groge Prinzipien der Böelta»scha»»ng gekämpft, über der Berhandlnng geschwebt Ter badiiche T b e r r a 1,1 v l e r n erTrage 1 ei»cs 2 P ft e!» s ick, fast ans der Anklagebank, »nd die weiter vkriiominene» 2achverckä»dige» hatten das btobmibe der erhobene» Anklage nur zu vervoll ständige». Tiefer 2achlage entsprach es, das; der Ltaatsainvalt in seiitem gründlichen Plaidoucr im <^r»»de. »ehr ei> e Berteidigling des Tberrats den» eine Anklagerede lieferte »nd das; er sich zur Berieidigniig der bona fide» seines Mlienten auf die ob ihrer 'Tb!ektivität besonders zn rühmende Tarckellnng des gegnerische» 2ach verständigen Tr. ^ah» berief. Es war halb fünf ^worden, als der Berteidiger ^uckizrat Tr. ch m i 11 das Wort ergriff. Mit markige» Worten geiszelte er die innere Uiimoglichkeit eines 2yckems, das zwei religiöse Anfchannngen von tiefster Gegenfäplichkeit in eine religiöse Eintlkit zn fannnenzwängt schilderte in kurzen kräftigen Strichen, ivas auf dem Spiele ftand, als der ״^Sraelit",!einer Pflicht bewnszt, zur Warnnng vor der Ros in scheu >i»eck!tschaft die s>renden der gefevestrene» oberrätliche» Untertanen in lebhafte» ,varbe» inaite und unterzog da»» an der Hand der Beweisanfiiahme die einzelne» Akte der oberrätliche» ickebesivaltting einer ein gehenden ckrittk. Untere t'eter filtern die incistrrhafte Rede an anderer Steile im Wortlaute auf Grund der stenographische» Anfnalnne. Am Montag nächster Woche wird der Üäerichls Hof die Entscheidniig verkünde». Tasz diele Enttcheidmig eine Bernrteilnng des Angeklagten lvege» der zweifellos vorhandenen formellen Beleidigungen ansspreche» wird, ick sicher. Hatte ׳!,׳. der Berteidiger selbst, in lieber einstimmnng »nt nnsrer eigne» Anfsassiiiig die cki'otwendtgkett zngegeben, diese formellen Beleidigniigkn dnrvti eine ickeldltrafe zu sühne» und der Staatsanwalt sogar die allerdings irrige Bermntnng ansgelproche», das; die Artikel von vornherein in der Absicht geschrieben leie», ein gerichtliches Berfahren »nd damit eine öffent liche Belenchtiiiig des oberrätliche» Silckems her bei;»führen! Allein wie das Urteil auch ousückle» möge, wahr bleiben die Worte, mit denen der Bei teidiger sei» i!1nreif;e»des Plaidouer schlos; ״Meine -Herren, Sie werden de» Angeklagten lvege» formeller ,^»jnrien verurteilen, aber wenn wir das Ergebms des lientige» Tages übcrlchane!!, dann wird das orthodore ,e n d e n t n 1» b e g r ü n d e t c r e il A »l a i; haben, si ch dieler Be r» r t e 1 l » ng zu f reuen a i s es je e 1» e » ,">• teil p r n ch z n b e j n b e l » hart e." üorflesebtebte des Prozesses. Vtm unaaiiflfiini!,ioman tum vor drin Aia»1;er vund univla dir Ä!!t'.i!»r jzegen kirn!rüdrrrn Rrdatieur dr-> ,;srueiil. Herrn »7 vetiinunn, ivegen Beleidiguiia des du di'cken!r'derruls der ^sracinrn zur i<rrdu»diuna Ttr Belridigiiiia rollte beaanqen irm durch metirere Abichnine einer Äriitelierie ״Aus dein?iindenrean'ler!üdiicher ,zcniruldrliöiden״, für die der Angelinate veruinwuniich qezeichnet tun. 5>rie Arnkelieric nxir vernnlunt durch das a»i der voriädriaen Tuguna des Trutich ,zsraelitiichen viemeindebundes aeiurltrne Reierui des 'tckoi זוזזסאי über dir Lchunung einer iluuiliche» ^rstainiaiuin der ,rüden in ־t'tnmrn n.rch dein Müller der!»rdilchen ckonniivriutver liinuna und den Beichluft des «ileineindftuqs, Herrn Proi ׳ltsnii in» der Ausurdenuna mies enilprechrnden iilescb einivuris ^r betrauen.?er grievesirruen ,zudenbeit Preufikiis beniachiibie sich iniolar der Borftauac aus dein vlrineinbetaa eine «arte Erreftuiist. dir »1 den erwritnlien Arnkrln des ״,zsraei'.tt einen Ausdruck rund. Darm wurde a» Hand der ilirjchlchle der verschiedenen belieben den Xonniiorla:ver!allunaen nachgewirsen, das;!efttiche iiaatlichr Lrgainlaiivn i»r das geledrstreur ,zudrnlum die lchiversien iilriabrrn 1» ׳ich berge, ,znsbelandere dvren die badischen!11 <,,g.ingendeii und Stegen

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