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Der Israelit · 1906-02-08 · 6 (8.2.1906) · p. Seite 2

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
6 (8.2.1906)
Date
1906-02-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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flr ti 3׳t1f!?ft ISraelit Iltbcrfütjninf^ זזחיי verkäuflichku Unternehmungen in bif Hand von Gesinnungsgenossen; die Errichtung eines auf solider Grundlage ruhenden Kreditinstitute», zur Kommanditierung und Kontrolle geeigneter geschäftlicher oder industrieller Unl'rnehmunqen die Weckung und Schärfung jenes 3011׳- onritätsgesühlo, das, oft gerühmt und selten vor Händen, »ns »kr Pf lichten sollte, bei unsren Einläufen und B'stellungen in aller erster Reihe viejenigcn zu bedeuten, die gleich uns in fünf Tagen ihr Biod verdienen müssen. Das alles ssnd einzelne Punkte aus dem uner schövflichen 'Urogramm, dessen Verwirklichung der Verband ins Auge fassen kann, sobald er von üch lagen darf, dass er in der Tat alle ״freunde" des Sabbctts in sein׳» Reihen vereinigt. Tie Organisation des Verbandes auszudauen durch die Gründung von O r 1 s g r u P p e n in allen Gemeinden. in denen noch ein ־:!־r'c* : : segnend am Sabbateinganq er hoben n ׳rd, :ז♦ darum die dringlichste Aufgabe. Rach dme Vorbild? der Frantsurler Ortsgruppe, die ibrcn Iahrr»beitraq aus 1 Ml.'festgesetzt und auf diese Wette rasch vierhundert Mitglieder gewonnen bat. sollten de״! Verbände überall in Stadt und Land, freiwillige Helfer erstellen. die das Werk der f'ssnppeubild'.ing rüstig in die Hand nehmen, sollten redebegabte jnnge .Kräfte ibc Wort und ibre Zeit in de» Dienst des Verbandes stellen, sollten Rabbiner. Lehrer, Gemeindevorsteher es ^als ihre l?bren7s!icht betrachten, das schlummernde Inrr^fise zu p-eckeu. 00׳ 's bislrer noch latent ge blieben ist «'-)׳länge e». erst rimual alle Kräfte der ge׳ setzestreuen Judeuheit in der praktischen Arbeit im Dienste des Sabbat? zu vereinigen, so würde vielleicht d-as gcm'insame Wirken und Sorgen eines Tages auch die schmerzlich empfundene Kluft überbrücken belsen. die iin gesetzestreuen Lager selbst die innerlich Zusammengehörigen zu Gunsten künstlich geschassener Verbindungen von einander trennt, und so der Tabbot aufs neue als die Standarte sich bewähren, die eint aend und wegweisend dem Rest des jüdilchen Volkes voranschreitet auf seinen W a n d e r z ü g e n. OT0(1:fo«wMtn! dsclbay ־ Der Toleran zantrag des Zent r u m s . dessen zweite Lesung diele Woche beendet wurde und der bekanntlich den Zlveck verfolgt, die völlige Freibeit der katholischen Religionsübung in den evangelischen deutschen Vundesstaaten zu sichern, ist seht, offenbar aus Grund eines Kompromisses, in die Form einer Resolution grundsätzlichen Inhalts gebracht worden. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Ten, Reichskanzler zu ersuche». l׳e! bei, verbündeten Regierungen daran! Imizuwirie». daß die m einzelnen Bundesstaate» noch bestehende» ׳Beschrankuiigeii derFreiheit des Rei1g10il»beke»»l111sses. der Berenilguug zu Religious gemein ichaiten und der gcintiuiaüieii :lieligions ubuiig baldigst »11 'Wege der La,idesge,elzgeb,1״g beieiligl werden. Der Urheber dieser Resolution ist Herr Stöcker. Das soll uns aber nicht hindern, sie auch von unserem Standpunkt aus freudig zu begrüßen und ihre Annahme im Plenum des Reichstages lebhaft zu wünschen. Allerdings ist der Weg. den »ine Reichstagsresolution vom Bureau des Präsidenten bis zur Annahme durch bert Bundesrat zurückzulegen Hai, schon reich an Fährlichkeiten^ und vis gar der Herr Reichskanzler bei den verbündeten Regierungen auf Aenderungen der Landesgesetzgebung ״hinwirkl", kann noch manches Schächtverbot erlassen, kann in Württemberg und Elsaß Lothringen noch manche» unschuldige Minjan als Staatsver brechen verfolgt, kann noch mancher kleine Kreis ge stnnungstreuer jüdischer Männer in seiner freien religiösen Betätigung gestört und gehindert werden! Allein die Anerkennung des Rechtes der freien ״Bereinigung zu Religions gemeinschofle n", des Rechtes der freien ״gemeins a m e n R e l: g i 0 n s ü b u n g" ist, wenn sich beide gesetzgebende Körperschaften darauf vereinigen, auch schon eine wertvolle Errungenschaft. Ilmsomehr darf gehoff: Iverden. dass die Parteien, deren Initiative die Tolerant Resolution ihre Entstehung vervantt. für die religiöse Bewegungssreiheir der gkletzeslleurti jüdischen Minderlirlirn eiuiteUii werden, wenn es gelten sollte, sie gegen die freund schriftlichen Erdrückungsversi'.he zentralisations lüsterner indischer ..Politiker" zu verteidiaen. Das große Ereignis der vergangenen Woche war für die Iudenhrit die Brüsseler Konferenz, Für den Zionismus bedeutet sie jedenfalls einen gewissen moralischen Erfolg, andererseits aber auch den ersten Ansatz zu einer Umbiloung, auf deren Symptome und Konsequenzen wir noch eingehender zurückkommen werden. Was den Gegenstand der Beratungen selbst onlangt, so ist man ja von vornherein nickt mit grossen Erwartungen nach Brüssel gegangen. Es ist das auch auf der Konferenz verschiedentlich zum Ausdruck gekcmmen. Was der Präsident Wolssohn in seiner Eröffnungsrede als Ziel der Verhandlungen hinstellte: ״die Mittel zu suchen, um die akute Rot von heute und oie drohende Gefahr von morgen abzuwenden." das ist von der Konferenz nicht geleistet worden und konnte von ihr nicht geleistet werden. Sie war im wesentlichen ein Meinungsaus-!־, ■יytbnuu l!Mi. tausch der derfchieoenen Organisationen, drr in der Betonung der Möglichkeit gipfelte, daß trotz des grundsätzlichen Auseinandergchens der Anschauungen eine gemeinsame Tätigkeit in der vorlisgen den Frage in die Wege geleitet werde. Wenn der Ausgang der Konferenz auch trotz der nicht zu hoch gespannten Erwartungen viele enttäuscht hat, so muß doch anerkannt iverden, daß die Einsetzung eines Komitees zur Herbeiführung einer ständigen Kooperation ein Schritt ist, der unter günstigen Umständen manches Gute im Gefolge haben wird. *■ * * H 0 mel, dieses Wort ist wieder in. Allee Munde. In d«11>Ietzten Wochen hörte man zwar mcht von groß-ren Ausschreitungen gegen die Juden in Rußland. Die Holigans und ihre Genossen sammel ten, wie es schien, neue Kräfte nach den Anstrrnqungen, die s,e hinter sich hatten. Nur hier und da fand ein Pogrömchen statt. Aber jetzt ist die Gesell schast wieder eifrig ans Werk gegangen. In Homel hat am 26. Jan. und an den folgenden Tagen wieder einmal ein regelrechter Pogrom stattgefunden. 300 Häuser und Läden ssnd zerstört. Fünf Millionen Rubel beträgt der Schaden. Eine ganze Anzahl unserer Brüder ist wieder getötet oder verwundet. Einer der von dem Pogrom Betroffenen erzählt über die Entstehung und den Verlauf der Iudenbetze folgendes: ..,Zn der -'dich: zu!» 12. ,lauuar bemerfte ein Militär arzl >u!i der Ttraste die Leiche des Polizeikvmmissärö Aüolow. lnnun׳ durch einen Tchuß ge ölet worden. Die Untersuchung. die iofori eingeleilel wurde, war erfolglos Der Täler koinilc bis beule nichl ermillcll werden Ralür iich verbreitere üch bald das E-erüchl. die Inden batten den )romm!!sar ermordet, «.-'ine׳ jüdische Devntaiion bernb üch zum Poiizeihaiipii»»!!» und bat um schütz vor den zu de »ürchienveu A>>s>chrem,11gen dieser aber aulworrere er könne nicht viel tim. da er nicht genügend Leute zur Bernigung bade. Am Ai. Januar nachmittags I Uhr de ganne» einige kubanische Kosaken und bis «> Holigans den Pogrom. Die Kosaken iclwnen in die Jenner de»׳ Häuser, iteikten Liauier in Ärano. ranöie» nun luiuu't■ ue11. Du» ging dann so fort bis zum 'Abend des 27. Januar Die städtische Feuerwehr wurde von den )tviaken am Löschen verbindcrt. Die Polizei lat ihre Schuldigkeit, aber üe war machilos. Auch mein Haus wurde niedergebrannl. Was die kubanischen Kosaken zu ibrem Wüten veranlaßte, war der Wunsch, in die Heimat zurückgeschickl zu^verde». -sie glaubten, dag. wenn üe Unruben iliitelen. die Ttadt ibre Entlassung verlangen wurde. Auch von anderwärts, z. B. von Minsk, kommen Nachrichten, daß man den Ausbruch neuer Pogrome befürchte. falsche Scblagworie. Aon Proicstor Tr. '11. Berliner in Berlin. I. *»1 (v> •pi ן c . CfS * ocr jungjicn ytummer 1!1 uiucr ua ywuuu ״Kleines Feuilleton" mit der Ueberschrift ״Vom jü- ׳M MivilllW m iäüiiujfn LkiiWjiSiSkskSS. Eine «beschickte der jüdischen Zeitungen in »och nichl ge'chricbeii Tie allermeiiien Leier der!üdiichen Blätter und wodl der Meinung, das! eine ipezinich südliche Zennng erü eine Errungenschaii des >!'. Iabrbnnderls sei und dag es »ruber nnrtt leine oder mrin aüznvieie jüdische Zeittmgcn aegebcn bade. Tie werden gewiß ans das Höchste erstaunen, wenn ne eriabren. >v>e all das!üdiiche ,Zeilungsweien be reils ist und wie viel Hunderte von ansgeivrochen indischen Blaliern es in allen Landern der Erde bercils gegeben bat und noch gib! In folgendem soll der Bettuch gemach« iverden. cm kurzes!eichichillches Bild des!üdischen Zeilnngsweicns zu - birrbei b.iben Ml» die '.'lnaaden in dem von uns schon .׳»«ers rnbineuk erwäbitten Trandard Werke! ,!'de .!«•wisli Kn1v01o|״‘<l1a“ >I-»nk. Waaenalls u Eie > Werl . T lenste geleistei Wenn w׳.r die Grenze, mnerbalb der wir üder indi'ch.׳ Ieii'chrlilen berichten wollen, rech: weil zieben. io müsse» wir alle Monaisbesie. alle Wochenschriite». Tagesblatter unk Iel!>:1!..,׳n auizadlen. die eittweder idres Inhalis, lbrcr b.' 1. r. n!..dis.beu Bläite»» gczahli;11 werden. -?... ״-nilich die Tegeszeiliingen bilden eine Silaise inr üch un - e>,«,ranken üdi md!l auf ausschließlich jüdische A» gengenbeuen. Tw ivezieU indischen Zeumigen ,banvtt'ächlich Wrchcnichiiittii, können als politische, ioziake. religiöse oder and, ׳eich.. d!t »m d i, Rachrichlendienst vstege», gekennwichnel werden! ebenso gibt es auch »och Zettnngen. die enizie und >le1» »ei» .. ke'.en «-«eineu'weie» und de»! geieU <ch,׳Nn-en . ׳mdniet und. Bon den »Nkagazme» und Zeilich»üten in dem engeren Ti»»e der Erenze sind einige ',ilerarisch oder belletristisch, andere wissenschastlich. Tie irüberen entbalten Berindie, «beschichte» und banvliädi lid, «-«edichte, die aber nichl immer speziell jüdischer Ralur find! bei solchen Magazinen ist oil auch eine besondere Unler abtriluiig sür die Jugend und kur bumor׳st»׳'che B<-,öisrUt lichmiqc» eiugerichlet. Tie wissenschasiliche» Zeilschriile» »iiiiasse». meistkns i» baldvolkstümlicher Weise, die aUge ineiiien Wilieiischasle»: Pbnstk. Astrouonile, l-ieographie :c. 1 diele werde» meistens nnler de» Jüdisch Tpanischen Zel tungen der Türke!! gesunden!: ^ekonomie und Landwirkldiail. ,diese waren banpiiadilich den Beivobner» der )iolo nie» gewidmet»: und die bäusiubeu Wissenschaften imristcnS Iraueiizeilungeni. Ter größere Teil der wissenschastlichen Zeilniige» indessen bat es mit de» sogenannlen Jüdischen Wi'senlchaslen: Jüdische «beschichte, Bideleregese. Hebräische Tvrache, Bibliograpbie. Pädagogik. Theologie. Philosophie und Aeligion zu tun. Zn all diesem werden noch Berönenl Ischnnge» sür deiondere Leserkreise binzugesügl. z. B. Bor beier, Ttukenle». wtttgtteder alblettscver Berösnoiinge» wahrend veiidiiedene wohltätige und andere «^eikliichaiien reaelmaßige Berichte üder ihre Tatigleil ansgebe». Biele Zeiliwae» gehöre» nicht zur einen oder anderen dieser!-.lassen einige könne» i» der Tal mir im allgemeinen eingeuelll werden, io perschieden ist ihr Inhalt. Die meiste» der wöchentliche» Zcirungen baden irgend eine Tpezialiiär gar >» separaten Beilagen. Erzählungen. Tkizzen »nd «üe dichte, .de» io wohl wie auch wi׳sen׳chastl>che Artikel, wäb re»d die lechnisdien Zeitschriften oft defondere Tpalie» de» neue»'Artikeln widmen. Einige derselden ünd auch illnstrieri: ein oder zwei find sogar de׳o»ders für Wunm,»ereilen ein gerichtet. Aalender und Iadrdücher. 10 wen sie lilierari scheu, wi׳se»schanlichen »nd dellelristliche» Tioff enlballen. können gleichialls zu den Ze1lschr>slen gerechnet werden. In dem leyie» Teil des Iabrbunderis. das die Antäinze »ichljüdischer Zeitungs Literatur sah, werden zwei Bersnche ge macht, jüdische Zeitungen zu gründen, beide in Amsterdam, dem Mittelpunki der hebräischen Topographie bis zu»! >!>. Jahrhundert. Die erste war die jüd. spanisch. ״Eazeta de Anislerdani" >2t. Januar bis l t. Rovember; die zweite, der jüdisch dentlche. halbwöchentliche«״Dienstagische" und ״Z-reitagilche"! ״Aarant" iAugult l»>^> bis Dezember 1 *VH7!. Obgleich es intereslant ist zu bemerke», daß das Wort ״Zeitung" in hebräischen Buchstaben im Jahre 1«5H8 als Titel «״Zeitung aus Indien"» der iüdisch deutsche» Heber ieizlina von Rioies Pereora's .Xotiei», ,tan 2n<ie1>« 00c-beiu-, gebraucht wurde, so verstrich doch beinahe «in ganzes Jahrhundert, nachdem die beiden Amsterdamer Zeitungen eingegangeir waren, ehe eine andere jüdische Zeitung ettchien. Ader mittlerweile wurden auch die Anfänge der periodi scheu Tchrüten gemacht. Brelleichl kann der ״sssri Er Ohajira“ «172k tll) auch in Anifterdam — der eine hebräische monatliche Zeitung war und die rabbinischen ■־öefti11u״u״H״i für bi.- PZitglieder der ״Scphardic bet ha-mnlra.scii (Arbol de la« Vidas“) enthielt, als das erste jüdische ״Viagazüi" delrachlet werden. Diese Ehre wird indes allgemein für den ..Aohclet Mnsar" in Anspruch genommen, welchen Moses Mendelssohn, mtterstüyt von Tobias Back im Jahre 1750 als Hebräische Wochenschrift, den ethisch philosophischen ,Fragen gewidmet, ausgab und von dem nur 11 זין S?Cnj!Itnin den Zabna» Eronedura von lkieuwied die Herausgabe einer allgemeinen jüdischen Zeitung nnler dem Titel ״Der große Tchauplay", >!h! nur ein Bruchstück dieser dculschen, mit bedräüchen Buchstaben gedruckten Zeitung wurde dewahrt. Im Jahre 1771 u׳urde ein anderer dieier frühen Versuche gemacht, jüdische Zettungei« zu gründen - jüdisch inde»׳sen nur ibrer Leser, nicht ibres Indalies wegen — dieses -v!al in Demschland. T>e wurde ״T obernsurler Prwslegierle Zeitung" genannt »nd war eine deutsche Wochenichrsst in bedräischen Buch«

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