Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 45)
- Language
- German
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43 B. D. “ f l * 7 , Stipendienstiftung. Voriges Jahr fiel der Bericht dieser Stiftung aus, weil der Vorsitzende, Herr Director vr. Stern, schwer erkrankt war. Am 9. Mai v. I. wurde derselbe seiner segensreichen Wirksamkeit durch den Tod entrissen. Wie dessen Verlust für die Schule ein unersetzlicher ist, so vermissen auch wir schmerzlich seine Wirksamkeit an unserer Stiftung, der er, wie noch so manchen anderen gemeinnützigen Anstalten, neben seinen Berufsgeschäften sein reiches Talent und seine ihm spärlich zugemessene Zeit widmete. Der Verstorbene hat der B. H. Goldschmidt'schen Stipendienstiftung seit ihrer Gründung im Jahre 1856 als Vorsitzender angehört. Der Unterzeichnete, welcher auf den Wunsch der Verwaltungsmitglieder einstweilen bis zur Wiederbesetzung dieser Stelle die Functionen derselben neben seinem Schriftführeramt übernommen, beehrt sich, der statutenmäßigen Bestimmung der Stiftung entsprechend, über deren Wirksamkeit in den abgelaufenen zwei Jahren hier Nachfolgendes mitzutheilen: Stipendiaten der Stiftung waren in den abgclaufcncn zwei Jahren sieben, darunter fünf Studirende der Jurisprudenz, einer der Philosophie (jüdischen Theologie) und einer der Medizin, von denen zwei die Söhne hiesiger Bürger, einer der Sohn eines hier ansässigen Permissionisten und vier die Söhne auswärtiger Eltern sind, welchen in Summa in den Jahren 1866 und 1867 fl. 3700 Stipendien bewilligt wurden. Das Vermögen der Stiftung besteht außer dem Stiftungsfonds aus einem unangreifbaren Reservefonds von fl. 4500 in 3 V °/o Frankfurter Obligationen und einem Dispositionsfonds von fl. 1000. Die Anforderungen an die Stiftung waren in den verflossenen zwei Jahren so dringender Natur, daß wir nicht umhin konnten, unser Budget zu überschreiten und sowohl im Jahre 1866 als auch im Jahre 1867 mit einem Deficit abzuschließen; wir werden aber im Laufe dieses Jahres im Stande sein, durch Ersparnisse die Mehrausgabe der verflossenen Jahre zu decken. Wir wiederholen bei dieser Gelegenheit das bereits in früheren Berichten Erwähnte, daß der durch den edlen Stifter für den wohlthätigen Zweck dieser Stiftung begründete Fonds keineswegs ein geschlossener ist, sondern nach den Bestimmungen der Statuten Beiträge zur Erhöhung desselben oder besondere Stiftungen, die sich an diese anschließen, nicht nur zulässig, sondern sehr erwünscht sein würden. Möge diese Andeutung genügen, um dieser so segensreich wirkenden Stiftung neue Mittel zur Erhöhung und Erweiterung ihrer Wirksamkeit zuzuführen. Joseph Nutten. ^^639093