Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
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18 große Anzahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden in den oberen Klassen zu vermindern. Wir haben aber nunmehr damit einen Anfang gemacht, indem wir das höchste Maß der Unterrichtszeit auf 38 Stunden wöchentlich (das Turnen mit eingerechnet) festsetzten, mit Ansnahme der I-, wo 39 St. wöchentlich bleiben mußten, da der Unterricht in der Chemie um 1 St. vermehrt wurde. Diese Verminderung, durch welche die Unterrichtsstunden von 5—6 Uhr Abends (bis auf eine in I.) in Wegfall kommen können, wurde bei solchen Gegenständen vorgenommen, die durch die ganze Schule hindurch mit einer größeren Stundenzahl bedacht sind. Dagegen sollen in denselben für die schwächeren Schüler regelmäßige Nachhilfestunden eingerichtet werden. Trotzdem ist die getroffene Abhilfe nur als eine vorläufige zu betrachten, indem der Uebelstand, um den es sich hier handelt, durch andere Mittel gründlicher beseitigt werden kann. Bei diesem Anlaffe können wir die Bemerkung nicht unterdrücken, daß häufig noch die spärliche Zeit, die für die häuslichen Aufgaben und für die Erholung der Zöglinge übrig bleibt, durch Privatunterricht allzusehr verkümmert wird. Es wäre überflüssig, wenn wir hier die daraus entstehenden Nachtheile auseinander setzen wollten. Die Theilung der III. (2 d) geht künftiges Jahr auf die II. (2 a) über. Die Knabenschule zählte beim Beginne des Sommersemesters 410, beim Beginne des Wintersemesters 429 Schüler. Die Mädchenschule zählte zu Anfang des Sommersemesters 220, zu Anfang des Wintersemesters 229 Schülerinnen. Die Vertheilung auf die verschiedenen Klaffen gestaltete sich für beide Semester folgendermaßen: I. Klaffe - - - . 31 — 24 Schüler. 1. Klasse . . 6 — 5 Schülerinnen. II. „ (2 a.) . . 46 -48 „ 2. „ . 36 -35 IN,!•„ (2 b, 1.) . . 37 -43 „ 3. „ (3 a.) . . 25 -23 NI, 2. „ (2 b, 2.) . . 36 -38 „ 4. „ (3 b.) . . 34 -32 IV. „ (3 a.). . . 48 -48 „ 5. „ (4.) . . . 31 -34 V. „ (3 b.). . . 52 -51 „ 6. „ (5.) . . . 20 -20 VI. „ (4.) - . . 51 -53 ., 7. „ (6.) . . . 30 -33 VN. „ (5.) . . . 38 -42 „ 8. „ (7-). - . 38 -47 VlN. ,, (6-) - - . 37 -38 ., 220- —229 Schülerinnen. IX. // (V) - - . 34 -44 „ 410- -429 Schüler. Die Aufnahme betrug für den Beginn des Schuljahres 53 Knaben und 31 Mädchen, im Laufe des Jahres 34 Knaben und 13 Mädchen. Leider haben wir auch drei geliebte Schüler durch den Tod verloren. Am 14. Mai starb der Schüler der II. (2 a) Klaffe Hermann Götz aus Augsburg, 16 Jahre alt. Er war ein sehr braver, wohlgesitteter Schüler, der sich die Liebe seiner Lehrer und Mitschüler erworben hatte und zu den besten Hoffnungen berechtigte. Wir nehmen an dem Schmerze der Eltern den innigsten Antheil.