Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 7/8 (7.1836)
- Date
- 1836-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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I 227 * verlebt, so würden sie nicht wenigem kurz dünken. Dennoch ist der lange Weg deS Lebens begrenzt und emgetheilt, drei Tagereisen groß. Die Jugend, das ManneS- und das Greisenatter, dies sind die drri ParasaNgien, die' drei Stationen, die drei Tagereisen des Lebens. Diese haben wir zu durchwandeln, ehe wir an'S Ende der großen Stadt gelangen. -7- Und der Fromme beginnt und wandelt eine Tagereise weit. Wie, weiter nichts? Das ist Alles, waS> wir von seiner ersten Tagereise erfahren? Wohl dem, von" dem die Welt nichts zü sagen weiß, wohl dem Volke, wohl dem Manne, wohl der Jungftau, von denen die HVelt stille schweigt, die in der Stille leben ihrer TugenKÄund ihrem Glücke. So wandilt auch der Fromme durch seine erste Tagereise, unbekannt, er Allen unbekannt und ihm Alles unbekannt. Unschuld wohnt auf seinen Lippen, Unschuld blickt auS seinen Augen, er thut, was seines Werkes ist, was ihm vor den Händen liegt. Sein Herz ist rein, nur geschwellt von dem Himmelshauche der Andacht, von der Paradiesesluft der Liebes mit der er Gott und die Wett umfaßt und umschlingt und an feine Brust drückt und an sein Herz legt. Und dz'efe Reinheit^ und Unschuld des frommen Jünglings, der frommen Jungfrau, sie ist ent^ zückend. OK wir auch ftlbff vom Schmuzt deS LebenS befleckt seien, sie sind uns heilig und erscheinen unS hehr, wir achten und lieben sie. Aber wie selten werden sie jetzt gefunden! Wie wird haS Herz deb Knaben schon früh von wilder Leidenschaftlichkeit ergriffen , vom Ehrgeiz, vom Eigennutz, von der tzust und Sucht nach Genüssen! Wie wird das Herz deö Mädchens schon früh von Eitelkeit, von Putzsucht, von Gefallsucht, von Neid und Eifersucht ergriffen — und beide verjgistetr Und die Eltern in schnödem Wahne führen sie hlrf, wie Opfer zur Schlachtbank, M Tänzen und Bällen und allen Zirkeln der sinnlichen Welt — aber zu dem Haust! deS Herrn, zur Andacht und Frömmigkrit, zur Sittlichkeitl und Zucht und Häuslichkeit stlttn und freuen sich, dleBlmdtn, da sie mit offenen Augen nicht