Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 8 (8.1835)
- Date
- 1835-08-01
- Page
- Seite 296 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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296 / ——-—^^ . ./ s . ' ..-^.r, .- > verliert. Sah ich doch den Anfang beider kn der stunde deineASterbens, als daK Todesende der Seele noch an deinem Körper, und das Lebensende des Körpers noch an deiner Seele hing. O, ich gedenke dessen! Die Seele ließ einige Tropfen des Himmelsnektars, den sie schon zu genießen begann § als letzten Gruß auf die Hülle fallen, Ln der sie so lange heimisch gewesen. Da glätteten sich die alten Kampf- und Sorgenfurchen auf deiner Stirn wieder wie in der Jugendzelt; dein Auge leuchtete, aber nicht wie ein Wettekstrahl, sondern wie der Mond, der aus dunkeln Gewitterwolken heraustritt, und d^n blauen Nachthimmel erblicken läßt; Und deine Gestalt erhob sich in majestätischer Ruhe. Dann ^rst neigte sich dein Haupt, und deine Augenlieder sanken, und deine Tatze legte sich auf die Erde, als ob du dieser leise zuflüstertest: „Nun hast du mich, so viel du mich zu haben vermagst!" „Darüm bin ich hinHufgetreten auf diesen Gipfel, den der Sterblichen nur zwei erst betraten, seitdem er dje Wollen alS kühlende Gewänder um sich geworfen — es waren zwei Brüder*). Ich hebe meine Rechte zum Himmel hinauf, der so Hoch ist, und neig; meine Blicke zur Erde, die so tief ist." „Was ist eS denn, Dahingeschiedener, daS unsre Brust so schaurig erfüllt, an der Stätte, wo so eben ein lebendiges Wesen zum leßtenmale geathmtt? Warum umschwebt die niedrigste Hütte, die einen Todten birgt, der Hauch der Heiligkeit, selbst wenn der Lodte ein Verbrecher war? Scheue dich, Sterblicher! hier hat der Tod gewaltet! Hier wandelte der Schritt des Todes, und seine unsichtbare / Spur ist sichtbar geworden. Hier hat er sein geheimnißvoüeö Werk vollendet, und so wie er einen Vorhang hat fallen kaffen, hat er einem andern in die Höhe gehoben. Ruhest du denn jetzt allein, Körper? Ist es bloß die Hand und der Fuß, die stille liegen, daS Herz, das stockt, und - *) DkrOebrüher Meyer, aus Aarau, am s. August 1311.