Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1835-06-01 · 6 (6.1835) · p. Seite 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
2 (1835)
Issue
6 (6.1835)
Date
1835-06-01
Page
Seite 238 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7166791-7167212-8877243--0695-7167521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

238 melnt Seele, dle im Himmel kniete. ,,Darfst du denn beten?" früh ich mW. „Ist denn nicht schon über dich entschieden? Schwebt denn etwa eine Wage am Himmel, die hinauf- oder hinunttrsteigen könnte, und Midie dein Gebet ein Gewicht mehr hineinzulegen vermöchte? Bete nicht im Himmel,, Seele, bete buf der Erde Senke dich ganz in den Staub, und wenn du dem Staube gleich bist, dann bete. Nur die Nacht darf beten. Und die Erde, auch nicht der Tod; nur was sterben wird, nicht waS gestorben ist. Jenes darf beten, tim sich zum Lode zu stärken, um die Stunde des UebergangS zz, veehüüen und sich zu verheimlichen. Darum bete nicht, daß du unsterblich seist, denn wenn du unsterblich bist, oder waS an dir unsterblich ist, das braucht nicht -u Wen, sondern nur da-, was an dir sterblich ist, was Staub an dir ist, baS muß beten, um sich zum Tode zu stärken. Der Körper mag knien im Gebete, die Sinne sich verschließen in da- Gebet, die Leidenschaften sich beschwichtigen im Gebete, die Sünden- und Mängel sich aufheben in das Gebet — aber dein inneres, unsterbliche- Ich bete nicht, daß es den Ewigen nicht verletzt." — So war ich denn wieder hinabgestiegen auf die Erde^ in das nächtliche Schlummerland. Ich warf mich weder auf die Erde, Staub an Staub, und entschlummerte an ihr. § 2. Die Offenbarung. Heiligender und heilender Geist der Offenbarung, komni Über mich! WaS steht ihr, Menschen, so weit von euerm Gotte ab, daß ihr nicht begreifen könnt, wie Gott zu der Seele des Menschen gekommen sei, sie zu belehren über sein vollkommenste-Sein? Wenn es einen Gott gibt dt droben, wenn dieser Gott uns geschaffen, geschaffen in Grade und Barmherzigkeit, wenn er uns einen Geist gegebene der begreifen und erkennen sollte uyd konnte — so mußte dieser Gott sich diesein Geiste offenbaren, sich ihm lehren, da- 8 8

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.