Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 6 (6.1835)
- Date
- 1835-06-01
- Page
- Seite 236 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/7166791-7167212-8877243--0693-7167519- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
> 236 " Träume dem müden Sterblichen, laß jenen leicht und diese hold sein den Meinen. Zwei Gewichte hängtest du an der , Wage des irdischen Menschen auf, das Lehen und den Schlafdas Bewußtsein und die Vergessenheit seiner selbst. Je höhE jenes steigt desto tiefer, sinkt diese. Schlummer gabst dm den Lebtnhkgen, und den?odten— ewiges Leben." Dieser Gedanke ward die Flugmaschine meines Geiste-, . auf derber sich hinanschwang. Als er aber droben schwebte in der Unendlichkeit, und mit den Gedanken der Ewigkeit spielte, wie Knaben mit Federbällen?— bleibt doch Einser Geist hienieden immer Kn!abe — da kehrte er noch elnwM zu seiner geliebten Erde zurück und sprach: „Ihr plätschernden Wellen, leise schwatzenden Zeugen meiner Andacht! Wenn ihr hinunter gelanget in das Meer, und eureWaffertropfen mit den seimgen vermischt, dann habet ihr längst schon meiner vergessen. So fließen die Wellender Zeit vor dem Einzelnen'vorüber in daS große Meer der Zeit und vergessen stiner. Und doch ist ein Dhwsnkender Gedanke, her auS meinen Hirnwindungen sich hervorwindet, und ein zitterndes GefühldaS aus den Kammern meine- Herzens sich herauskrümmt, mehr werth, als selbst euer Meer. Ständet ihr hier oben, und sähet euch, wie ich mich sehe, dem Himmel nahe, ihr werdet euer auch vergessen. Kenn hier oben gibt es keine Ufer und keine Wolkenkein Bette uNd kMen Grund— Alleist schrankenlos. Ein Wort wird hier oben gesprochen, and seine Laute hören nicht auf zu tönen: „ich werde sein, der ich bin." Nun fing, ich an zu beten z meine Seele warf den rhettalar der Aiidacht, weiß wie Schnee; um alle ihre dunkeln Flecken, um ihre Brandmäler und WundnaVben; sie faltete ihre unsichtbaren Hände, von denen die schwarzen Äetriemen deheiligen Schmerzes hinunterflatterteü, und ihre aufgerichtete Stirn umwand sie mit der Stirnbinde himntlischer Erhabenheit. So wickelt und schnürender Mensch sich ein, wenn er kn sich hineinsehen will, von der Außenwelt abgelöset. „Sollen die Worte der Andacht zu Thaten der Frömckigkeit aufgehrn, ewiger