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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1835-02-01 · 2 (2.1835) · p. Seite 87

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
2 (1835)
Issue
2 (2.1835)
Date
1835-02-01
Page
Seite 87 (sequence 27)
Language
German
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dem Herzen der Zeiten, in unserem ersten Iugendunterncht vnd ikr der Religion." Eine unwiderstehliche Gewalt, eine traurige Rothwendigkeit zieht unseren Dichter aus der Mitte Andalusiens in das wüste Palästina. Eines TagMfiirdet er sich in tiefer Träumerei versenkt, unter den Mauern der heiligen Stadt; er zieht die Sandalen ab, zerreißt seine Kleider, und beginnt sein Klagelied zu singen. Ein arabischer Reiter kommt vorüber, und überhäuft den armen Pilger mit Beschimpfungen. Iehuda laßt sich in »seinen Gedanken nicht stören; der gereizte Barbar läßt desi Zügel fahren, und der Dichter athmet bald unter den Füßen des Pferdes den Geist aus. Sein Schwiegersohn A b re» h a m Ab st- Ez r a?») ist eben so berühmt dusch seine zahlrriohen SchriDn--.als durch seine langen Reisen, und durch die Wechsel seines Schicksals. Seine ausgezeichneten Eommcntgrien über die Bibel sind genug bekannt. Unter feinen Dichtungen führen wir hier nur einen Vers an, wo er von seinem Unglücke spricht; man verzeihe das Uebertriedene dem Geschmacke der Zeit: „HHerin meine Thränen nach der Unermeßlichkett meines Unglückes flössen, so würde der Mensch keinen Platz finden, wo sein Fuß auSruhen könnte; aber wenn der Schwur des Ewigen die Gewässer. Noah'S angehalten, so hat sich auch für meine Zähren ein Regenbogen gezeigt." Dies ist der Charakter der Mehrzahl der rabbinischen Poesien, welche uns aus der arabischen Epoche übrig geblieben; man muß ja nicht vergessen, daß dies auch die Epoche der Kreuzzüge war, wo die Niedermetzelungm der Juden nicht selten waren. Damals bot sich Zur der Tod als daS Ziel der Leiden Israels dar; auf dieser ganzen Erde^tzgt es nur ein Grab'. Stamme mit wanderndem Fuße und schmerzhafter Brust, 2öol)in werdet ihZflrehen und ruhen? Die wilde Taube hat ihr Nest> der Fuchs seine Höhle, Der Me»sich sein^Daterland — Israel nur das Grab. Lord Byron. < „Alles hat seine Zeit; cs gibt eine Zeit zu weinen, eine

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