Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 1 (1.1835)
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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P H 27 Wir ersehen aüS diesen Versen , wie der königliche Weift dem Menschen anräth, wenn er auch noch so sehr von Drangsalen heimgesucht » wird , noch so bittere Schtäg/deö Geschickes zu dulden hat, noch so viele Jahre im Tieiben und Wirren des LebenS zubringen muß, — daß der Mensch in solchem Falle dasüße, sanfte Licht, die wohl, thuende Wärme der Sonnenstrahlen sich/veranschauliche; dies wird ihm die Ueberzeugung und den Trost gewähren, daß, wie nach der, von der dichtesten Finftergiß eingiehüllten langen Winternacht endlich doch die Morgendämmerung heranbricht und die Sonnenstrahlen wieder glänzen, so auch im Leben kein Unglück von Dauer sei; alle Widerwärtigkeiten müssen sich am Ende in Gutes verwandeln, und selbst auS der trostlosesten Verwirrung wird Lust und Wohlsein hervorgehen. Darum freue si^ der Mensch seines LebenS, wenn es noch so sänge währt,Mnd gedenke, daß die Tage deS düsteren Kunimersso viele ihrer auch sein mögjn) vorübergehend unli nichtig sind. — Aber wie soll der Mensch seine Freude am Leben zu erkennen geb^n? „In der Jugendzeit thue deinem Herzen wohl;" im jugendlichen Alter, o damenschliche Herz für alle Eindrücke und Erscheinunen deS Lebens noch ganz warm und ungetheilt schlägt, wo ein Gegenstand hinreicht, den Menschen ganz zu fesseln, ihn so in Begeisterung zu versetzen, daß er um der^ Freude an diesem Einen willen, von dem er ganz erfüllt ist, Alles uM sich her vergißt, selbst wenn er mit Noth und Ungemc/ch zu kämpfen hätte, — allerdings, da mag die Freude in sinnlichen Ausbrüchen sich kund thun, denn auch das Sinnliche hat da für den Menschen Bedeutung; er lebt und webt ja ganz noch in den Eindrücken der Sinne. — Aber in späteren Jahren, im Mannesalter, da wird der Mensch kälter, bedächtiger, besonnener, selbst wenn seine äußeren Verhältnisse fick besser gestaltet haben, wenn er für sseind Zukunft unbesorgt zu sein glaubt, wird er nicht so seicht einer Freude sich ganz hingehender wird erst forschen, üach-