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Jahresbericht · 1931-01-01 · 1931 · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 9 (sequence 16)
Language
German
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zigsten Geburtstages unseres Präsidenten eine namhafte Zuwendung gemacht. Im Oktober 1931 hatte die rumänische Judenheit den Tod des hochverdienten Vorkämpfers für ihre Emanzipation, Dr. Adolph Stern, zu beklagen, mit dem wir Jahrzehnte hindurch für die Besserung der Lage der Juden in Rumänien zusammengearbeitet haben. Wir betrauern den Heimgang von Herrn Isidor Tolkowsky, Präsident des Vereins EZRA in Antwerpen. Mit dieser Organisation verbindet uns jahrzehntelange Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Auswandererfürsorge. Am 9. Dezember 1931 war der hundertste Geburtstag des 1896 verstorbenen großen Philanthropen Baron Moritz v. Hirsch. Zu gleicher Zeit feierte die Jewish Golonization Association (ICA) ihr vierzigjähriges Bestehen. Baron Hirsch hat der ICA, wie einer ihrer Vertreter bei einer Gedenkfeier für ihn hervorhob, ein Programm gegeben und zugleich die Mittel zu dessen Verwirklichung. Das Werk des Hilfsvereins hat seitens der ICA stets reiche Förderung erfahren. Wir sprechen ihr an dieser Stelle unsern Dank aus und wünschen ihr eine erfolgreiche Fortführung ihrer sozialen und kulturellen Arbeit im Geiste ihres unvergeßlichen Stifters. Emigranten hilfe. Im Jahre 1931 wurden die Einwanderungsbeschränkungen verschärft. Die Einwanderung nach Australien wurde für alle Personen, die nicht eine besondere individuelle Landungserlaubnis haben, gesperrt. In Mexiko ist durch Verfügung vom Juli 1931 u. a. die Einwanderung von Arbeitern zeitweilig ganz verboten worden, soweit es sich nicht um Spezialarbeiter handelt, deren Arbeit im Lande noch nicht ausgeübt wird. Argentinien erhöhte zur Verringerung der Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen die Visagebühren beträchtlich, Brasilien ließ nur Landarbeiter, Landwirte, Handwerker nebst deren Familien sowie Verwandte von im Lande ansässigen Personen unter bestimmten Bedingungen zu. Sonstige Einwanderer fanden nur Einlaß, wenn sie über eine erhebliche Summe verfügten, oder wenn für sie Bürgschaft geleistet wurde. Die kleineren mittel- und südamerikanischen Staaten erschwerten die Einwanderung durch Forderung hoher Landungsdepots, Beschränkungen auf bestimmte Kategorien von Einwanderern; es fehlt dabei auch nicht die Ausschließung oder Ausnahmebehandlung von Angehörigen einzelner Staaten. In Kanada ist nur die Einreise von Landwirten bestimmter Staatsangehörigkeit in zwei Provinzen gestattet worden, wenn die Einwanderer das erforderliche Kapital zur Ansiedlung daselbst besitzen. Auch die Zulassung nach Palästina ist stark beschränkt. 9

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