Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 38. für das Schlujahr 1914-1915 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 74)
- Language
- German
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9 Auf die am Ende des Schuljahres 1913—14 aus dem Philipp v. Schey’schen Fonde ausgeschriebene Preisarbeit: »Die hebräische Etymologie im Midrasch und im Talmud« ist eine Arbeit mit dem Motto: לעולם יבדוק אדם בשמות eingelaufen, über die der Fachprofessor in folgender Weise urteilte: »Der Verfasser hat den reichen Stoff mit großem Fleiße gesammelt und die Etymologien in lexikalischer Form geordnet. Die erste Liste enthält die Etymologien der Eigennamen, die zweite die der Gattungsnamen. Bei jedem einzelnen Schlagwort führt er kurz die Erklärung der Tradition an und in einer daran geknüpften Anmerkung die Quelle samt der Bezeichnung des Verfassers der Etymologie. Häufig genug geht er — besonders im ersteu Teile — auf die von der heutigen Sprachwissenschaft gebotene Etymologie ein. Trotz der zu billigenden gedrungenen Darstellung füllt das Material 188 geschriebene Quartseiten aus, welchen noch eine 18 Seiten umfassende allgemeine Einleitung vorangeht. Aus den am Ende dieser Einleitung angeführten Quellen, die der Verfasser benützt hat, ergibt es sich, daß mehrere wichtige Quellenwerke, darunter auch tannaitischen Ursprungs, unbenützt geblieben sind. Die Einleitung gibt zumeist richtige und sehr wichtige Bemerkungen über die jüdische Tradition, besonders über den Talmud, allein diese stehen mit dem bearbeiteten Thema nur in sehr loser Verbindung. Die Charakterisierung der Etymologie der alten Rabbinen, welche sich aus dem bearbeiteten Stoffe ergeben würde, fehlt beinahe vollständig. Der Verfasser ließ die großen Gesichtspunkte unbeachtet, er prüfte weder das gegenseitige Verhältnis der palästinischen und babylonischen Etymologie, noch das der Tannaiten und der Amoräer zu einander. Es zeigt sich z. B. als feststehend, daß die Tannaiten keine griechische Etymologie machten. Es wäre überdies das Verhältnis der klassischen Etymologie, wie auch das der hebräischen Etymologie der Onomastika zur Etymologie der Rabbinen zu prüfen gewesen. Der Verfasser hat bezüglich des letzteren bereits einige Versuche gemacht, insoferne er das einschlägige Werk des Hieronymus in seine Untersuchungen mit einbezogen hat. Auf die in Einzelheiten