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Blätter · 1917-06-01 · 5 (6.1917) · p. Seite 5

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Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
5 (6.1917)
Date
1917-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 aber auch die Orthodoxie eine eigene Tageszeitung, »Das jüdische Wort", die dem Einfluß der die Orthodoxie bekämpfenden Blätter mit sichtlichem Erfolge entgegentritt. Außer einem Organ ging aber der Orthodoxie in Polen jede Organisation ab, was sich bei Wahlen und vielen anderen Anlässen als ein fühlbarer Mangel herausstellte. Diese Organisation ist jetzt durch die Agudoh der Orthoxen in mustergültiger, achtunggebietender Weise geschaffen und macht sich täglich mehr in überaus segensreicher Weise geltend. Die tatsächlichen Erungenschaften, welche die Agudoh der polnischen Orthodoxen in der kurzen Zeit ihrer Bestehens bereits zu verzeichnen hat, und der maßgebende Einfluß, dessen sie sich als zahlreichste aller jüdischen Korporationen des Lander erfreut, brauchen hier nicht in seinen Einzelheiten geschildert zu werden. Sie ergeben sich am deutlichsten aus der maßlosen Gehässigkeit, mit welcher die gegnerische Presse alle diese Bestrebungen zu verdächtigen sucht. Nur auf folgende» sei hier verwiesen. Warschau allein hat eine jüdische Bevölkerung von 350,000 Seelen; sie ist nach New-Pork wohl die größte jüdische Gemeinde der Erde Der größte Teil dieser Bevölkerung lebt in drückender Armut. Der Krieg, die durch die deutsche und österreichische Besetzung des Landes erschwerten Lebens- Verhältnisse haben diese Armut in ganz unglaublicher Weise gesteigert. Schlechte Wohnungsverhälnisse, Hunger und Krankheiten haben eine Sterblichkeit erzeugt, die geradezu schreckenerregend ist- In normalen Zeiten kamen im jüdischen Warschau täglich 7 Todesfälle vor- Heute beträgt die Durchschnittszahl 14 7. Es giebt keine zweite Stadt, in der solche Teuerung aller Lebensmittel herrscht, wie in Warschau. Viel, ungemein viel geschieht von seiten der jüdischen Gemeinde und durch private Wohltätigkeit, um diesem Jammer zu steuern Aber alle Maßnahmen erweisen sich als unzulänglich diesem Riesenelend gegenüber. Angesichts dieser Tatsache sollte man nun glauben, daß die erste Sorge der Beseitigung dieses materiellen Notstandes gelte. Aber in Wirklichkeit geht die Sorge um die geistigen Güter der Massen, die Sorge um Verbreitung der תורה in allen Schichten der Bevölkerung, jedem anderen, gemeinnützigen Streben voran. Die nach Hunderte» zählenden Lhedarim zu erhalten und zu verbessern, die bestehenden Ieschiwoth zu konsolidieren und durch neugegründete zu vermehren, die Lehrer an den Chedarim mit den Anforderungen der Pädagogik durch Veranstaltung von Vorträgen vertraut zu machen, Iugendvereine zur Pflege der תורה zu gründen, diese und ähnliche Schritte waren die ersten Maßnahmen, welche die leitenden

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