Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 5 (5.1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Rabbiner Dr. Ehrentreu-München / Die alte, ewig junge Lehre. II. Wir müssen aber hier einem Mißverständnis Vorbeugen- Wenn wir sagen, daß die Tora eine מורשה קהילת יעקב ein Erbteil der Gemeinde Jakobs sein soll, so ist damit nicht gemeint, daß die Pietät ausschließlich und allein den Beweggrund und die treibende Kraft unseres religiösen Lebens bilden soll, daß mir einfach alles als gegeben hinnehmen müssen, ohne weiter zu prüfen und zu forschen, ohne nach der Berechtigung dieses Standpunktes zu fragen- Nein, so ist es nicht gemeint- Dieser Stand- Punkt!st allerdings ein geschützter und frei von Gefahren, wie wir soeben dargelegt haben, aber der idealste Standpunkt ist cs nicht- Die Thora verlangt nicht blinden Gehorsam, verständnisloses Tun, sic will, daß wir denkenden Geistes und bewußt ihre Lehren und Vorschristen üben sollen- Dafür zum Beweise mochten!vir ein anderes Wort unserer Weisen anführen- Man soll allerdings die ם2ר תורה, die uns als Erbe von den Vätern geblieben ist, nicht preisgcben und nicht verschachern un! Gold und Gut, um Stellung und Ansehen zu gewinnen, wie es leider so oft geschieht, wir sollen sie hoch in Ehren halten und ihr treu bleiben; aber sie sagen andererseits in Sanhedrin 21b! אע״פ שהניחו לו אבותיו ס״ת מצוה ״ לכתוב משלו שנאמר: ועתה כתבו לכם את השירה הזאתWenn auch seine Väter ihn! eine ם“ת hinterlassen haben, so ist es dennoch eine ,מצוך, sich neben dieser eine eigene zu schreiben", und das werden wir im Sinne der obigen Erklärung so zu verstehen haben: das, was uns als Erbe der Väter teuer und wert ist, das, was mir in der Jugend aus Treu und Glauben hingenommen haben, weil es uns von unseren Eltern und Wohltäten! als heilige Wahrheit überliefert worden ist, das sollen wir bei reifem Verstände und erwachender Erkenntnis als ein unantastbares Heiligtum bewahren, unser ganzes Leben hindurch. Außerdem haben wir die Pflicht, in der Thora zu lernen und zu forschen, sie auf die Tafel unseres Herzens neu zu schreiben, um sie dadurch zu unserem geistigen Eigentum zu machen und sie mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben. דע את אלקי אביק. Erkenne den Gott deines Vaters, sagt der König David in seinem Derniächtnis an seinen Sohn und Nachfolger Schlomoh, ועבדהו בלב שלם ובנפש הפצה, und diene ihm mit ganzem Herzen und mit freudiger Seele! David hat vorausgenomme!^ das Wort des deutschen Dichters: ״Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.׳, זה אלי ואנוהו אלקי אבי וארוממנהו ״Dies ist nrein Gott, ich will ihn verherrlichen, der Gott meines Vaters, ich will ihn er- G