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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 43 (1892) · p. Seite 170

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
43 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 170 (sequence 6)
Language
German
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' 7-1 Rabbiner Sie von ihm ougefühtte» Gründe als fein« Stellung angemessen finde, so sehe ich mich *» dem nunmehrigen Antrag bewogen, falls eine hohe Kreisdirrrtion mich mcht überhaupt von Eintragung meunS neugeborenen Sohne» in ein hiesige» Geburtsregister völlig dispensire» will, den Segenstand nunmehr aus sich beruhen lassen. Dresden, 26. Januar 1852." Auerbach folgte diesem Rathe; nur Luden« er den Schlußsatz, begonnen von: so sehe u. s. w. Er schrieb: „so erlaube ich mir, um die Sache von dem Gebiet kirchenamtlichen Conflictr» fernzuhalte», einer hohen Kreisdirection den einfachen Antrag vorzulegen, mich überhaupt von der Eintragung meine» neugeborenen Sohnes in die hiesigen Geburtsregister zu diSpensiren, da ich, fall» solches nicht geschehen könnte, jede ärgerliche Weiterung auf dem Gebiete vermeiden möchte." In diesem Sinne folgte auch die Entscheidung. Es sei uns gestattet, hier noch folgendes hinzuzufügen: Ich kernte Auerbach im Sommer 1854 kennen. Er. weilte damals zur Sommerfrische in Schandau. Zu jener Zeit war gerade Doctor Holdheim bei ihm zu Besuch. In späteren Jahren kam ich öfter nach Dresden und blieb daselbst längere Zeit. Ich hatte da oft Gelegenheit mit und bei Auerbach zu verkehren. Eincs Tages, im Jahre 1858, theilte er mir mit. daß er nicht die Absicht habe, seine Kinder in einer positiven Religion erziehen zu lassen. Er meinte, wir wollen aus unseren Kindern brave, tüchtige Menschen machen, und dazu bedarf eS nicht einer positiven Religion, denn es gab auch unter den Herden ausgezeichnete, vortrefflich» Menschen. Urberdies aber meinte er, werde der Kopf des Kindes mit Dingen vollgepfropft. die es dann zu vergrsien suchen muß, wenn dem freien Gedanken kein Eintrag geschehen soll. Ich glaubte hierauf bemerken zu sollen, da unsere Kinder in einer Umgebung leben, die sich zu einer positiven Religion bekennt, so werden sie, falls sie nicht im Judenthum erzogen werden, eben Christen. Thatsächlich kam, während wir sprachen, der älteste Knabe ins Zimmer, der mittheilte, daß er rat der Kindsftau in die Kjrche gehe. Ich glaube auch nicht, fügte ich hinzu, daß Jemand gehindert werde, Freidenker zu werden, wenn er auch im Judenthum erzogen wird. Als Beweis deffea gelte er, Auerbach, selber, der Rabbinatscandidat war unv daun Spinozist wurde, und bei Spinoza, der ihm als Muster und Borbild diente, traf derselbe Fall ein. Das Gespräch blieb zunächst resultatlos. Später übersiedelte Auerbach nach Berlin, und von dort au» schrieb er mir: „Sie hatten Recht; ich lasi« meine Kinder in der jüdischen Religion unterrichten." den zur Leitung de» Gottesdienstes Beruf gefährlichen Posten <."V2V fWö) vermeinte, daß fast für nüchig hielt, chm zu rathen, sei dem Beginne heiligen Function sein Testament zu mache». Die» mag mft den verschiedenen Sagen über das furchtbare Ges gewisser sittenloser Hohenpriester. welche beim Eintritt in Allerheiligste das Opfer ihrer Gottlosigkeit wurden, in Berbindung stehen. Der Chasan aber hatte msi sichtbaren und unsichtbaren Mächten zu kämpfen und die Phrase 3 „im Gebete ringen" ist ganz sicher nicht puritanischen Ursprungs. Diese Generäle versahen sich mit den besten Waffmt^Z deren sie habhaft werden konnten und verfaßten amh äfcf vielen Fällen die Texte zu ihren eigenen Melodien. Die diese Weise entstandenen Gebete hatten hauptsächlich Charakttr einer Jnttodoction (Einleitung), z. B. OS nfB'C; ferner da» Gebet „Komm mir zuvor mit gnädiger Antwort, wenn ich für deine Kinder bete" <7>NR 'T» Hp-7>7VN.12.-N71077101PV). welche» ursprünglich für! BersühnungStag bestimmt war. aber auS irgend einem tm* ’. bekannten Grunde in die Wochentag-Selichoth ausgenommen^ wurde.*") Der Verfasser der erwähnten HTrSO war kein geringerer als R. Gerschom „da» Licht de» Exils", wÄher dem Judenthnm mehr Dienste geleistet hat als irgend ei« anderer Schriftsteller seiner Zeit. Er war auch der welcher die Monogamie in das Judenthum einführte md hat man sich seitdem bei den occidenw tischen Juden stteng. an seine diesbezügliche Verordnung gehalten. Rabb.Gerfck scheint selbst ein Chasan oder vielmehr ein „Abgeordneter der Gemeinde" OT33C unter welchen man nf' nothwendig einen besoldeten Borbettr zu verstehen hat wesen zu sein. Auf solchen heiligen Lippen - waren die Worte „wenn ich für deine Kind« bete", keine bedeutunglose Phrase. (Forts, folgt.) **) Eine Selicha mit diesem Anfänge rristirt nicht E» ist die von Robbriuu Gerschom für de» 3. Selichothtog DtrftfsHj ginnend •Q-m* TO O’PO niDt mit dem Schloß NN CH mit nicht klar. Zunz führt in Litt. «esch. d. j. P eia« solche nicht NN. i) Auflösttug der Mthsek in voriger Mrmmrr? m Liturgische Aphorismen.*) Eine Geschichte der Liturgie wird nicht früher geschrieben werden, bis wir eine zuverlässige Geschichte über den Chasan (Cantor) und seine Stellung in der Gemeinde besitzen. In der guten alten Zeit war der Chasan nicht blos ein Sänger, er war der General (Führer) der Gemeinde. Die Heilsarmee hat keinen militärischen Ausdruck für das Wott „Beten" erfunden. „Komm und eröffne die Schlacht!" pflegten die Männer von Ansehen dem Chasan Jahrhunderte vor derGebutt des General Booth zuzurufen. In einem handschriftlichen Midrasch finde ich, daß man *) Im Anschluß an die Lilthrilung .Mahril in RegeuSburg" Familieu-Blatt Rr. 41—43) bringt rin englischer Blatt mehrere AvtzoriSmen, die, da sie in gachkreisen besonder» lnteressireu dürften, Herr L. Lohen in Ree4 für unser Blatt ifterfcfete. ES «Ire tu wünscht. Mc Reihe derselben auch von deutschen Gelehrten und Lantoren —mehrt ja sehen, to t» an Mat»ial gemiß nicht feqlen mird. —rraniWortl-Redakteur. Dr. Rehmer, Magdeburg. Druckvmt Bendig LH uhu (früher: D.LWolff>, Magdeburg. Beklagob. Friese, 01R - Ledern. Cherubim, « Rsterhavc, 8 ve bir, « Lrstgeburt, » Sach«. . kelrn, Z Amrife, * UM, w Rohameck, Akrgrsa. Ration; - 613 ««setze der IL D'jnn»« m. Fisun, »er rpetzttischen «nf,a»e.( „Wenn nicht ,1'pPR (Anfangsbuchstaben von (TOT® DT1 .OTIS) in deiner Mitte Ist, so bist du ein hartnückige»!

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