Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 30 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 3)
- Language
- German
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mrlulft gutmalj kk* tank. Wohl hat « Wlffea» tHwwnl Rath ertheilt; »»hl hat « erst «»s M MM L»rt icaatMrtct und auch M «r darch leichte« EapftAckea. nichts kst«w«ig« Klagte» d« th» Besacheaka. haß ßt ohne th, »icht »»»Kt Hab» »Art«, Mb zu th«, «ud baattn th» Mm Fortgeh« (Br feim |tUen .Nath." Oie ^«MrtroO* spielt eben stet« der <H«ak Die Saite Hl«»bte», daß Heb Matt .ein kl»,er tDtam sei — tat -fartftc th»«, unk fl« Mm ftbcr^Hft, d»h et th«u helfe» tane bk schwterigst» Sebetffngra z« löse», trrtzkm st» «k eise befttmmk A«ßrru»p, von th« z» hör« b«l»«e» — »cber et» Ja »och et» Nein. Sie de« auch sei, an« »tr t» srhr lieb, bah bk Leute unsere» Melameb für «tue, Eufle» Mau» hielte» u»b zu th» reit bet Bitte xn Nath Ihm», ban dieser U»ft«»d gewährte n;l gar ««che freie SRfanle. Der Unterricht »tr naT bemaftea lästig, baß »tr »es begrüßte», »a« th» z» nuterdiechen gceigset »ar, «ab u< biefe» Grunde wünschte« wir b« Leut« »o» -Heraea recht »tel Sarge» und verwickelte Eilnatttneu, baattt »ste häufiger der Rathschläge unsere« Melamed« benöthigteu. Naher zufällige» hatte unser Lheber auch setue ständig« -Besucher» die zu bestimmten Zeiten zu kommen uub bc» Unterricht zu störe» pflegt». Sa erschien a» jede» Bach» arittog mit viele» Geräusch unser Rachbar. Red Jaulet, Bratbäcker — ei» lustiger uub geschwätzig« Alt«, »oll toll« GchMe, bet best« Erschein« schon ülle kicherte» »ub . lackte». >» kt Thüre .Gott hrls' I" drisch«», rabschlagte « au uusev« Melawev hinan, pflanzte sich vor ihm aus -und fnt,: ,H«öt Ihr »i-lleicht eine Priese Tabak?" Uub .«an» theilte « uns Genickstücke aus, schäkerte mit eiue« - Jek» »au ua«, setzte sich aus et» »«gestülpte« Fußbäntch« uub begauu uu« die «umöglichft« Dinge zu bericht«: über »ka Franzosen", dessen er sich noch en,inerte, über welch« « »kr tu gottlosester Leise log. Welch wmckerbare Dinge -erdichtete « »icht ükr jene eretguizreiche ZeitBo erzählte er »»« einmal, daß zur Zeit »k« Franzos«'' so viel Geld aas kr Straße gelegen habe, baß bk Passage gestört, ge- ■ejfm sei und am mit Schaufel» sich ka Leg Hecke Hahnen müffen. Lea» mau ihn akr ftng, weöhalb « sich bamal« nicht mit Gelb sür da« gaaze Seku versetz« hak? -so antwortete «, « hak alle^ing« unchrere Fäßchxu mit Stab angeMr und tu kr Erk »«grabe» allein mit ,k« Fruazos«" sek» »ach bk th«r« Fäßchrn »tschwuuka, ul» httttta ste fich schnurstrack« »ach ihrer Heimath gewälzt — »da« wahre Tyrfelsgeldl" schloß er dann gewöhnlich Skb cklmr mochte d« lnstu;« Bäck« sei»« Sügenhastigkeit »eg« gar »icht leiden, alleia « widersprach -th» »icht »ud »ersuchte auch nicht, chn aus ka rechten Pfad I» bring«, kn» dazu hätte « — spreche» müssen, er akr liebte da« Schweig«. An jedem Montage kehrte ei» gewiß« Skb Tauchnm -— eia langanfgeschossener. hager« Hut mit eine« ge* bräunten unstzmpathtsch« Gesichte — bei »»« ein. Sr war Hoaz»ia Suüche» gehüllt» trag eine Lrt Pantoffel anstatt Stiesel »nb hielt in der eine» Hand eine» schlecht« Stock »ub in kr »»kr» eine, mit ein« Inschrift versehene, Büchse, denn Skb Tauchnm sammüte »»»»«gesetzt milk vetträge für trgeab »« z» irgend »a«, und auch »ns« Melamrd warf jck» Montag ein» Pfennig in die Büchse. Aach Skb Laucha» pflegt, eme Priese nehmend und fich za unsere« Melameb setzach, z» «zähle», alle seine Srzählnag« war« ganz «aber« Art. Er «zählte voa Palästina, ka ßtuin» k« heüig« Tempel«, voa ka Stämme» Bne-Dan und B'ue-Mvscheh, welche znr Zeit k« König« Salmauaffar Palästina verlast« hatte» »ad jetzt irgendwo hiakr uuzu- ^gäuglichen B«g» nab sakltzafteu Flüffeu lebt«; «ud « «zähtu bk« Elle« »tt solch« Dattlichkit und Ausführlichkit, al« stüuk « in anaaterbrocheae« Briefwechsel «tt ka B'«-D«n und B'ue-Moscheh. Sei« Erzillünag« hatt» immer bkjetk Pointe: baß bk Nntuust k» Messta« ^üahe kvorskhe; baß kt k» genannt« Stämm» schon rkL _ Borbereilntgg« gglraffeu würka und baß « nicht nmsoust bk Posan» k» Ertengel« «tchaes im Traume virnmum« hak. Diese Erplhtttngen rührt» «m stet« M Thräa» »ab wir gelobt« imawr, ka Talmud fleißig« stubir» »nb tabrüustig« ktta za nwllt». Nkr soaberbar! Kaum hatte sich Sieb Tauchnm entfernt, da warn alle seine rühreub» Ergählungm und kr durch ste heruorgeraseue Eiakuck «r» geff», so daß wir geg» Ldrnb bteselk» Lilbsange wäre», wie ehedem. 1b jede» Dienstag brachte an« Sieb Mottete — eia mtt weiß» Augenbrauen begnadet« jung« Melameb, kr in einem gewtffrn moralisch« Adhängigkeitsoerhältuiß za unserem Melameb stand — ein wenig Zerstrenaog. Und Skb Mottete kam nie allein, sank« stet« in Begleitung sein« Schülerschaar, bk fich bau» eine« Examen seiten« unsere« Melameb« unterziehen mußte. G« gewährte un« ei« gewiffe Befriedigung zu sehen, wk kr flüchtige Skb Mottete um bk Gunst unseres Melamrd« buhlte, sein« Bemerkung« devot lauschte »ud vor Seligkett zerfloß, wen» Skb Matt sich ükr da« Examen kfriedigt äußerte. Mt kr Zeit hattt» wir herauäaefuux«, baß kr »etßbranige und ftntz«- haste Melamrd nicht allein k« Examens »eg« zu »n« kam, sonder» daß « sich »och von eine» Zaudern Mott« hatte leiten lassen. Und diese« Motto hkß — LH arme und war die Tochter k« Bratbäcker« Sieb Jaukel und ein sehr hübsche« Mädchen, sür welche« in Siek zu «glüh« kr Littwer Mottrle da« Skchl zu hak» glaubte. Allein Skb Jauklkstritt th« dkfr« Recht, und darum begab sich Skb Mottek »ach de« Exameu stet« zu Reb Jankelen, um diese« et« Priese au« sei»« ekg«tm Dose zu präsenttte», b. h. um Lhan«» zu seh»; n»d darum schickte in solch« Fäll« kr Bäck« sn« Tochter fort und »erhielt fich, trotz sein« uorortschen Schwatzhaftigkeit, de« zudringlich» Prätendent» gegenüber dnrchan« schweigsam. Gesenkt« Haupte« »nb verstärk» Blicke« kehr« kr Prätmkut dann zu un« zurück und zischelte lauge «tt k» weiblich« Insassen unserer Stube, welche lebhaften Auttzril an seinem Geschicke zu neh nun schiene». E« kam zuletzt so wett» baß Heb Matt seinem Protzt hatte versprach» müsse», «tt de« Bäck« in dies« Sache Rücksprache neh nun zn wolle». Und «tt Ungeduld »artet« wtt «s kn Augenblick, da unser Melamed ükr etwa« .Siücksprrche" «hm« werk»' wa« »icht zu seine« Berufe gehörte. Der ersehnte Moment traf eia. Skb Matt ließ Skb Jaukel» r»s» und dies« erschien. „Ihr habt «ich rnftu lasten, Skb Matt?" frag d« Bäck«, er« Priese »ehmend und fich aus da« Faßbärckcheu srtzead. Reb Matt uickk. »Habt Ihr mir etwa« zu sagen?" Sieb Matt zuckte die Achseln. .Aha, ich errathe" — »ub kr Bäck« erriech e« wirklich — »Ihr wollt «tt mir inbetreff «ein« Chan« sprechen." Sied Matt seufzte, »nb starrte d« Os« au. »Ich muß Euch sage», jXcb Matt," fuhr kr Bäck« fort, als sei kr Seufz« k« Melamed« die beste Antwort ans seine Frage gewesen. .Ich muß Euch sage», daß an» diesem Ewa« kein Bttr v«k» wird.") Skb Mottek gefällt «tt nicht. Obwohl « ei» gut« Melamed ist «ab Kinder reich« Senta unterrichtet, gefällt « mtt kunoch nicht; « ist frech und einem ftech« Mensch« gek ich «et« Tochkr nicht, wozu sollk ich fle «ich ei«« srech« Mensch» gek», wen» ich fle u einen Drechsler verhettath« tan»? Staat Ihr kn Drechsler Rnwrn P' Sieb Matt nickte. »Borigr Loche ist ihm dtt Frau gestorku?" Httr kwegten sich «ab Matt'« Sipp«; fie sprach« die, kt Tranerbotschast» zu verrichtrak, Gektsormel: »Borach Das« hw Emeth l " •} Polnische« «peöchwmt.