Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 30 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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18M. S«dif«e» M DotertzM«;».-ckstmi ftr Nt Imillk. 9« UiN* ■mnMM. CqHHani M« kt« Mische» Leit» Ma Btttba Giusberg. — ümck «tk btt Vtegugtahtit. Fett Aihalt; M S. Stäub» M Swtwrusit. — «Uttlti fiibru 8««m«* tlf* - Dir ntfllW* loogeltm»«. «u G. Nudl. — ttsthstlusgalm» a»b NKchstllHsuGe». (Q»btfi|itt IbulSnwnk birst« «ritt ist «attrfatO v dm letzte« Attgencklick. Trzlhkaag us de« Mische» Ldeu v»a Vtrtha Giabbttg. Der Sivtertag ging za Lode. Roch »ar die San« Nicht hinter dt» höht», k-hlrn Vilm«« verschwanden; '«ach hi»g fie wie ei» glührader Ball über der winlerliche» Eid«. Ahr letzitr Schein flog mn die Kftchthurmspitz«, spftgttte flch in d,n Fenster» der Häuser und breitete sich »tr et» schimmernder Schleier über dir schneebedeckte» Dächer de« Städlchrn«. Roch i» de» roge» Hof. de» eia hölzenflr Za»» va» der Straß« trennte. drang da« ralhe Acht und »oiflab die beiden Gestalten, die dort unser» dem Ausgange standen, scharf flch abzetchnend va» de» leuchte»den Hioler» grau de. Der kallr Sind riß da« Tuch aa» der Schulter be« Mädchen«, er trieb et» wilde« Spiel mit de« lange« Maatel de« Ma««, pe schiene» e« beide nicht z» «terkru. Jetzt wandte der Man» sein Antlitz, da« in be» knabenhaft glatte« Züge» eine» niilnnttch«» Ernst trag, nach der vrr» tzlührnbe» Aenrrschetb« und sagte: .Dir Sanne geht unter: r« ist Zeit." »ar e« der blendend« Schein, der chm dabei die Thrän« in« Aagr trieb, »ar'« et»a« Andere« - Da« Mädche» antwortete nicht sogleich. Sie dachte, baß auch ihre Saune »«ergehe» wallte, die San« ihrer Liebe, die eine kurze. Zeit — flüchtig »ie ei» einziger Tag — da« Dasein bitte Bride» erhellt hatte. Und »te da« Tage«gestir» beim Scheiden »ach einmal seine» ganzen Glanz in eine» Strahl zosammruzusaffe» scheint, de, e« ak« Adatrd«gr»b^dee Erd« za sendet; ja floß auch in dieser kurzen schted«stu»de da« ganze vergangen«: Glück i» der Erinner»»« tr« Paare« znsamwen »ad warf nach einmal ^ic» goldenen Schimmer ür dir veidüstrrtrn Seelen der den. Und nn» klang r« herüber rmd hinüber: .Seiht D» »ach- Entflbnft D» Dich? — Denkst Do daranP" Hab r« flöge» die Sorte von Einem z»m Ander», selige, galden« Erinnern»««». Sie gedachten jene« Sowmrrtagi«, an dem Rebekka, bir berühmteste Heirathüorrmfttlerin I« Gegend, bri» ia der Ctabc bri ihren Eltern saß »ab mit ihnen flüsternd eine »Parti«' für da« Töchterchen besprach, während der Gegenstand ihrer Erörterungen in der Küche flch z» Mae« Paar Schuhe Maß mhmeu ließ. Da »ar just nicht« Ve- Kdere« daran, den» Esther kamtte be» junge» Jankrl schon eine» Jahre, so lang« er in der Stadt lebte, und hatte schon mnnche« Serk seiner geschickte» Hände getragen; nnd der jung, Schuhmacher hatte schon öfter« um die« Nein« Füßchen sei» Maß ahne da« mindeste Herzklopfen gelegt, »der heute kannte er damit nicht zu Stande kommen. Sen» er da« Maß »ach aste» Regeln der Knnst «a de» schlanken Knöchel gelegt hatte, glitt e« chm plötzlich wieder ah, und er mußt«' nach einmal von vorn ansangeir. Und dann wieder hatte er di« Lrutimeterzohl vergesse», dt, er in sei» Ratizbuch etnschreide» «all»«; — e« war zu sonderbar l Esther, die michrmw der ga»-r» Zett eifrig'nach der Thür hin ' gehorcht hatte, a» timt* von der Uw erhol tnng da drin zu erlausche«, erinnerte flch plötzlich, daß der tn»ge Jankrl nach immer vor ihr kniete, wie ein Liebhaber vor der Dame seine« Herzen«.. .Aber Jucket. Ihr werdet ja heute gar nicht fertig!" Sie blickte dabet unwillkürlich hernieder nnd ^rade in seine Auzeo, die er mit stummer Bitte n« Entschnldignng erhaben hatte, «ie kam e« nur, daß ste erst heute zum erstenmal sah, »a« für hübsche kluge Auge» er hatte l Und er- Er machte z» gleicher Zeit dt« Bewirkung, daß die« da« kleinste und zierlichste Füßchen sei, da« jrmal« seiner Hände Serk getragen. Und hau», al« fürchtete Jede«, durch eine» Blick dem Ander» dies« Gedanke» zu verrathe», senkte» beide «n gleicher Zeit die Auge» zur Erb« nieder. Hastig beendete Jankrl sein« Arbeit, dann klappte er fei» Ratizbnch |K» sammen und stand auf. Aber dnrch da« Schweigen, da« die beide» bewahrten, klattg <« plötzlich laut und scharf vom Rebrnzimmer her: .Weniger al« sechshundert Gulde» nimmt er nicht; — saviel müßt Ihr chm geben." Dies« Warte kamen au« dem Mund« Rebekka'« der Heirath«vermit»leriu. .Wir können nur sünshnndert geben," laute« bi« Gegenrede der Mutter; »mühsam genug habe» wir'« z»> sammengespart für unser Kind." . .Still l Wir werde» ihm versprechen sechshundert I" entschied di« «eiöheit de« Famtlrenaberhanple«. »Man giedt »te sa viel, al« man verspricht. Erft verloben, dann wird er schon nüt flch rede» lassen!" »Ja, ja, Ihr habt Recht l" erklang wieder Rebekka'« Stimm«, .er wird mit flch handeln lafle», er ist et» feiner junger Mau». — nnd wenn er erst Eure Esther sehe» wird-" Unwille und Scham färbte« da« Antlitz der eben Genannte» «ft tiefe« Rath. Daß der Jankrl grade Zeuge sein mußte bei de« Schacher m» ihr« Person! Sn» er wohl dabet denke» »achte! Richtig, «iu spöttischer Zng schien — fast unmerkltch — um seine Lippe» zu spielen. Sa« erlaubte er sich, der Schuster! Maßt« er sich an, ste z» verspotte» P O, fie wollte ihm zeigen, daß seine Meinung ihr gleichgiltig war. .Ich werde «ich nächsten« verloben," begann sie herab, lastend, .sie unterhandeln wegen einer Partie für mich." .Sa-" »acht« er gletchmüthtg; was ging ihn da« an? Aber dann dachte er, daß c« wähl passend sei, ihr vertraue» durch Thettnochm« zu vergelte», dar»« fragte er: ,Mft wem-" „ .Ich kenne ihn nicht; e« soll aber eine sehr gut« ' Partie sein." .Sa Vnnt Ihr dach nicht genau sage», daß Ihr Euch »ft tan verladt," sagte er nun eifrig, .(tan er E»ch nicht •tfltt —" JBanm salve er «ft nicht gefalle»-" erwiederte sie ganz verwnnbert. .Er hat ei» eingerichtete« Geschäft, und e« geht ihm gnt — —" »Aber da« Herz spricht dabei nicht mft!"