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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 6 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
6 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisch« 18-0. % $trau«ff|.»ai M 9t, «. Malmet ix tRtgMmtg. In stckrstliu, x Idtimwi fft Mt ittiMstt fuülit. _ gjt Wx.W«. «x, i«ch1»tzch«l.chsch» MnlWxxa «» »Uhelm »elfcmxx«. ff*1;!«»»») ~ Qhtfi/irt« S|mäteäil>Mx B. Iaeobfotzx-Leipzig. — Der »werrabbix» »ex Kxglaxd. — Probe« jSdyche» »tze». — <öpigra»x»e. S«Ml. «» w Wt> —W *■» ~ «• «•»••■ - lutem t«.<x tt «] Die fchS»e SLdi». mrn «ttWxxi BOB vilhelm FlldMXX«. (Mo* dem P»l»tscheu äbertragex vox E. tz»ro»ltz.) ■ ■■ tfT«.tnrf WM XU. 8d der Teufe erhielt Klara den Varna m» .Helme" «I dt« GtalchaUerei gistaUrt« ihr dm Nam» z» «dem. Mir Me Welt starb die Klar, ZMebel «xd Helm« Lybulrka »«de tzeborm. (Zwiebel heißt polnisch: ettafe). Dieser Namenöwechsel erschien ihr sehr »ortheilhast und sie füllte «ft alt ihrer um«» Unterschrift |<i|t Bog» Papier ul. Wie halt« Abriße»« hierzu -muß Muß«. Seit de« Laß«, an Welchem dir Bezirköhauptmannschaft in O. de« Matrikel-Amt« in Mali»« dir Mttlheilnng -»««hm ließ, daß .die in dm Vtandesdüchem Band . . Seit« . . Pas. . . «»getragene Keile, recte Klar», die uneheliche") rechter de« Stfef nod Lhaje Zwiebel, gutwillig die rdm'sch.katholische Neligto» anßeueauvm habe, was de de« betreffenden Buche angumerk» sei", feit diese« Taß« änderte sich ihre Lage i« He»se der Marschollin — nicht um Bessern. Inder« war e« var einig«» Woche», ,l« fi« der Pfarrer erst »ach O. gebracht hatte. Alle« mar für sie am «nd interessant; sie selbst mar ebenfall» für Alle «in Gegmstmd der Neugierde. Nach der Schenke impantrte ihr da« Hau« der Marschalli» und von dm Menschm »ar sie entzückt. Im Kloster rnrill« fir nur kurze Zeit mit gntm »nd sanft» Orden«- schweftern. Der Pater Raimund nnterrichtrte sie t« Katechi«mn« »nd klärt« st« in Religion»gegmstitndm ans. Kr erkannte schnell ihr entzündbare« Tempera»»!, ihre tdeal.Wystischen Netgnugen und ihre demtnirmd« Phantasie. Dementsprechend behandelte er kr. In seinm Religion«- oartrtigm legte er ans die theologisch-dogmatische Seite keinen Nachdruck, dafür gab er ihr die Evangelien und di« Kirchen- »schichte zu lese». Ans diese Weis« hau» Her» »nd Phantasie «ne erwünscht« Rahmng. Sie «tbrannte für dt« Ideal« nnd mit de» Herz« Ward ste ihre« »mm Bland» zngetha». Da« Leb» Ehdstn«, die Beschichte der Aßostel, dt« Biographt» der Heilig» «nd Märtyrer, sättigt» ihr, rvmanttsche Egaltatla» und sprach» zri ihre» Herz« — nicht s» mar e« aber «it de« treck»» Katechiamn«. I» Uedrigm War der Pater Natnnmd et» ,g«t«r" Sehr«. Sr dtgpnltrt« »tt ihr gerne »nd oirl, lenkt« geschickt dm Besprächgstoss» schab Za» wx»..x ..l. au«.---1 .... — und befaßte sich mit nicht«, al« »it Experiment» in seine« schäneu Bluoengärtchm. In htuRtche« und Beldangelegmheitk» halt, er Irirnc Stinune. Die Marfchalliu hingegm vergaß nicht, trag ihrer Jahre, an ihr« Herkunft und an ihre apostolische isflou". Sie scheute Weder Mühe »och Arbeit, n« noch bet Lebzeiten der Kanonifirung theilhaftig zu »erdm «nd unter ihr« .geistig» Kindern" hatte ste »och nie «in solche« ffzcmlfiT mit Sfara ae-L-t. Sie «mpfixg also ihr Mündel t« Salon und lud jede»« «al viele Person» ein, auf daß sie dies« ihr« Srobernug für« Lhriftmthn« bernnndem. von de» .hohen Herrschaft»" herzlich »nd huldvoll behandelt, von all» gelobt und geltebkost, di« Salonlnft in Gesellschaft »oa 8eni» «inachwmd. Welch« znr »Welt der Ideale" gehört», »ar Klara mit dem Anfang« ihrer um» Laufbchu natürlich sehr znfried«. Ihr Anstand, ihre Beschridmheit und jene unauesprechlich« Annmth, Welche sich Herz» erwirbt, «acht» selbst auf jene. Welche hinter de« Rücken der Fra» Marfchalliu über ihr« .Manie" »nd ihr« .geistigen Kinder" lachten, ein» guten Eindruck. Selbst die »egen ihrer hoh» BUdnug bekannte Fra» Baronin, die Btmahliu eine« Sxjud», äußert« im vertrau», diese Jüdin sei gar nicht wegzumachea, sie drücke sich fränzvfisch mit Accmt au«. Lein Sünder, men» Klara, von solch mannigfach» Befühl» «nd Empfindung«« erfaßt, in d» Lag hinein lebte, wenig am» «lternhau« denkmd. Nur manchmal bebmert« sie den Vater, .er ist doch kein schlechter rer «ttsprechend« Bilder nnüer »nd — ttas ihr» Geschmock » Nach scher Sectim zeiate er «tne groß« Zufriedenheit »nd küßte ihre Weiß, Stirne. De« Abend« halbe sie di« Kalesche der «arschäli, ab. An» der Winzig» Klosterzelle ging ste jth in glänzende »a>e Appartement«. Dort traf st, zu» erst» Male mit dm Figur« der .ideal» Welt" ms««»». Der Herr Marschall War ei« Persm i» »Itter» Alter, M tmpanirender Haltung — ei« prachtvoll» Null. Uurer de» Pantoffel seiner Fra» steckend, welch« vom Hans ul da« Gräfin war. sprach er ste »doMod skjka4*") a r *)Sa«tttft: xM l«M denAnsoevernxgen MttBUtft»« getraal» | •*) WWeUlchi «chlthäNeix, dem «ix» »ach mki pJÜp Bm. Mensch", sagt« fi« stch. Sie sehnte sich auch nach Büchersamullong. Die Mutter erwähnt« st« nicht, zur Taufe übrigen« hatte sie kein« Ursache di« Maliniecer Bchänke zu vermissen. Zur «st» Beichte bereitete fle sich «U einem Feuereifer vor. Sie glaubte fest, daß mit de» Empfange der Eomueunionder heilige Geist bei chr einkehren »erd«. Bi« sie statt best erlmchtmdr», ein betäubender Blitz tras. Ihr» Vater in der Pose der Verzweiflung«- »olle» Tragik erblickend, fragte fl« sich zu» erst» Male: .vielleicht habe ich doch nicht recht darau gethan, indem ich ihn verließ?" Al« sie an« der Kirche hei»kehrte. Wurde sie von all» Gäst» mit Aufmerksamkeit» »nd Beschenken bedacht, von d» Tanfpath» «hielt fie «in prachtvolle« «tt Stein» besetzte« Kreuz, »» d» übrige» Säst» weniger kostbare Präsente. Sie dankt« für dies« Beweise de« «aPWoll»«, mar gerührt nnd »oll Dankbarkeit; Rur vor ihr» Ang» fümmert» diese Edelsteine wie Thrün» ihre« Vater«. Die Gratulation» vermocht» nicht sein» Aufschrei zu tbattabra. Selbst die Sophisterei de« Pater «atmnnd mar nicht i» Stand«, fie gau» zu beruhigen. 6» Nachmittag desselben Tage« kehrte fi« tu« Kloster zurück no» wurd« nicht »ehr in« Hau« der Marschalli» ^aden. vereinsamt betet« fi« znsa»»» »tt d» Nouu» und bracht« ganze Tage über SLarga'« Buch .Leb« derheilig»" zu, ch« e« zu lesen. Ste saun daviel sich nach nnd ttänmtr, ahne aber über ihre gegenWiirtig« Lage nn» die möglich» Folg» derselb» logisch zu duck», mm» aber erscht» ihr klar, daß sie weder länger

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