Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 2 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
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r Cri MenfVI fecafc nt Man Urfpr»nß nnb fci bcfAcibcai 1 Nab an deine Abßüngigkeit ,»d sei hülfreichl beule an di« gleiche Aostammnng »d »erdann« allen Dünkel «»» alle, Stotz ans Gestalt «nd Rang und Macht und Reichthum und Gewalt. Sei Mensch! aedtnke der würde deiner Ratnr »nd in diesem Bewußtse» fti »eise, frei und sittlich aut und gediegen; an diesem Bewnßlsein besitz« den treuste» Schutzengel deiner Unschuld, die stärkste Stütze deiner Tugend, den mächtigste» Antrieb zu jeder edkn Gesinnung, zu jeder groß» That, die sicherste Wehr gegen Selbste» twethung und Selbsterniedrigung!l — Sei Mensch, und Meufchenbeglückung sei deine Bestimmung bi» znm letzten Athemzugr. Aber in der Äuge der Zette» hat der Mensch seine» Namen» hohe Bedeutung vergesse«, and Mensch wurde ihm nicht« weiter al» der Inbegriff aller Schwächen und Gebreche». Daß er au» Gott entstamm« vergaß er; daß er vom Weibe geboren, dessen allein war er eingedenk; daß ihn der Himmel gezeugt, vergaß er, daß ihn die Erde genährt, dqsen allein gedachte er, und darauf wälzte er die Schuld seiner Sünden und Laster uud Leidenschaft», die chn und di« Brüder zerstörten, zerfleischten. Er vergeudete seine Kraft, er mißbraucht« seine Gewalt, er verhöhnte die Unschuld, er legte seine Brüder in Fesseln, er mortete ihre Freiheit, er vergiftet« chren Friede« uuo stieß den Dolch mit kalte« Blut« in da« Heiz de« verfolgten Mitmenschen und — wenn er zur Red« gestellt »ad vor Gericht gezogen ward, glaubte er sich genug entschnldigt und gereinigt zu haben mtt Len Worten: Bia ich ja nur Mensch! Ist Schwäche ja de« Menschen Loo« uud Erbel- So trat der Mensch in de» Hintergrnnd — c» war kein Ruhm, keine Ehre, kein Stolz mehr, den Namen Mensch zu trogen, den« der Mensch hatte seine» Adel verleugnet; sein« Krone verloren; Dichter und Sänger grisse» nna trauernd in die Satten, und ihr Lied war de« Mensch« Fall, und der Genius der Weltgeschichte schrieb d« Namen Mensch mtt Blut und Thrän« ein, wie er ja selbst sein« Namen mit Blnt und Thrän» in ihre Tafeln gegrab» ... Jetzt rief e« au« den Hähen: „Sei Mann! Wirk« mänulich!- Abermals ein groß» Name, und größer al« der erste, und wett umfossrnder die Aufgabe, die er in stch ttägt. Denn Mann sei», soll all« Schwächen und Gebrechen, soll alle« Kleine and Gemeine «»«schließen; Mann'sein, heißt cknt Kraft und Stärk« uud unerschütterliche« Math« für Recht und Wahrhr it wirken, für Recht und Wahrhett aufopftrn de« Leb»« gepriesenfte Güter »nd Fr»d», Ruhe und Ruh» und Würd u und Ehrenstrll», für Recht uud Wahrheit leben und w»n e« gilt — für Recht und Wahrhett sterben. (Schluß folgt.) schenb» sanft lyrisch« Romantik gesesseU wurde. Eine» seiner erste» Werke war di« «ltbtbltsche Idylle von ,0m» und Rnth-. Ihm folgt» im Jahre 1838 „Die Inden m vsbhtou", die erst« seiner Schöpf»»»», dt« aLgrmttue» Inf. seh» erregte. Da» Bild befindet sich im Wallraff-Richartz» Mnseum z» K»lu. Sei» Hauptwerk der Feühzett ist .Jeremias ans den Trümmern von Jerusalem-, «ine Groß gedmhtt, t» herrsch» Pathos der Zeit mtt schwuugvoller Kraft dnrchgeführte Schöpfung, di« Bendemanus Ruf über die Grenzen de« Vaterlandes hmaustrug »ad auch iu Paris 1837 üb» Haftes Anfseh» erregte. Der nnu zu den berühmtest» zählende jnnge Meister wurde 1838 nach Dresd» als Pr», ftsior » die Kunstakademie beruf» »nd dort förderte er sein» Ruh« »» eia mächtiges Stück weiter, durch di« bedeutend» Fresco-Arbeit», dt« er im königlich» Schloff« ausführt«. 18V8 kehrt« er »ach Düfieldorf zurück, und zwar als Ldech. folger seines Lehrers Schado» in der Leitung der Kunstakademte. Hier schuf er nan «in mtt d» Dresdner Werk» wetteiferndes ,wette» großes Hauptwerk iu der Ausschmückung der Aula der Realschule «it »roß» Waudgemäld» in Oel «ad Wachs. 1872 «alte er noch ei» wetteres Hauptwerk. „Die Wegführung der Jab» in die babylonisch« Gefangenschaft-, das sich im Besitz« der Nattoualgalertt befindet. An» neuerer Zett stad »och zu nenn» ein musterhaftes Selbst, bildatß und eiu etwas schwächeres „Opfer der Iphigenie in »uli«-. Als Letter der Düffeldorser Akademie, der» Führung er 1888 »iedergelegt hatte, gebührt Bmdemauu das bedeutsame Berdieust, daß er sich stets »erstäudnisooll für d» »ch in der Knust unvermeidlich« Wandel der Zeit» »«zeigt hat, wie er denn auch in seinem eigen» Schaff» noch bin in die jüngste Zett bewtts, daß er nicht zu den» gehörte, die durch mißverstände« Beherrllchkett iu d» Ueberzeugung» der Jugend zu früh alter» Der feiugetstige Meister wir» au seinem Grab« »iele dankbare Schüler, viele ehrlich, Bewnnberer find» und er wttd kein» Feind hiuterlaffen, dm» er war ein« der edelsten Küastlmutturen, die »an kenne» lern» konnte. Kithfel-Auf-Ghr«. I. N«tf«ßeö ^s-ck-ryPy. von 6. in B. Mit .«* Hot man durch Zwang versuch«, Uu zu eutftembru So» dem Herr»; Veit ,»' ist es gor schön« Frucht. Man Itzt gekocht uud roh p« gern; Mtt ,t- PU» »st den Feind erschreck«, Senn man «I» Zeichen zngedeckt. Profeffor Dr. GA »ne» von»«««»». der frühere Direktor brr Düffeldorser Kunstakademie, ist am 27. Dezember, 78 Jahre alt, ra einer Lungenentzündung gestorben. Abnard Bendemanu war am 3. Dezember 1811 z» Berlin als Sohn eines jüdisch» Banqniers gebor» »nd »ahm in einer sorgfältig» Erzieh«»» uud in d» angenehmst» FamUiawerhältuiff» jene reiche Bildnngsatmosphäre in sich «f, dt« damals, wesemlich unter gesellsch^tlicher Führ»»» vornehmer jüdischer Familien, das Berliner Geistesleb» anszetchnete. Der »eichsühlende, vornehm geütol«' Jünaling »andle sich der bilde»»« Knust zu und ftndirtr «st »i« Aafangsarüude in Berlin, um dam» nach de» i» höchst« Glanze seines Ruhms strahlend» Düffeldorf sich zu «erw» und bei Schadow zu lernen. Es entsprach ganz seiner Eigenart, daß er von der Düffeldorf damals betzerr- II. Z-ßrÄsche HUttßfet-Mßtch«. Bon ch.L t» Sondou. »Ulst du mit 0 «ich erkennen, so weud« »eiu Auge »och ttn‘r villß mtt dem N du mich schan'n, tltck' in Me Zwfc hinab. 8. Mas du versprichst mtt dem J, M Mußt du getrmlich erfülle,; Brich utcht die Schrnuke, di« selbst dn dir mtt 3 gesetzt. A«ßSf>«O Irr Pitttzfsl i« »sr. Pr. 1. Sehnnbol, Rubel, «M, «el. « 6« Mt) IL rflfN « Küchlein; lonratt in «tu Uurul vor. -H — Stier; -sch» — Asche (uud zwar wgetabilische» oniMalische «d vultanischch. — N^ch — Blum«. Aeraeuoortttcher «choewur: Dr. M. Aahmer, Magdeburg. Druck »a» D. L. Molff, Magdeburg. Verlag »»» Ködert Felis«; Leipzig.