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Israelitische Wochenschrift · 1890-02-27 · 9 (27.2.1890) · p. Seite 65

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
9 (27.2.1890)
Date
1890-02-27
Page
Seite 65 (sequence 1)
Language
German
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b. PiiMivi, 27. Fekrrmr 1890. XXL ♦ i♦ eine allaerneine Zeitung des Judenthums. WHchnUIich Rfchitaf I« «tu« UvMaur kn 0e«ch»»sch»l«l-> »e* 111•*»#״•*. a. t«• «*bl •tt#*. ftcM Mt tl« brtMPUHt(• M «If* •*ttäitnR *. •*4l**kha*׳n1 Ünl Muk Mit kittete< fiafcatao(: Ilhrllch U ■Ulf. 1*4 U»»a«l*ake: 1e »f. Oft.. WgR•., S HH» 4 StiUrt). »«- ^v»ch*»»4 rin* aitt JhnailUabl^t* (•kat ״fllttat*tatHttr) Mtt: ■ »U*b *6 Vf*. *UTtd|UrU4. Herausgegeb«» von Rabbiner vr. M. Htahmer in Magdeburg. fit Ditzttzel«, Hecht 1ak ftlrkti! i«r**.t* litt bl».ג tat (11*f 4 e «•4 enf4tift* au für fa« .g » bisch» «iltee»1ar.>l*tf, kt» ntlawhialttB( »«» ottra «*am M Vf. lind tntiMbtt durch die Kniuacta. •(*»ktttoncn von Gk. X«. Dtub. <9bO<^ K>1AoUMo«.,lTa*—n»f*ln4l *Vo.l*r a.n. ober direkt«iu,u>«ak»a»n! Ml* ■qallHm »»* ,.P*»»»Iif. M«ch»»- fch*M" im *■•*»•*■»• Lottende Artikel: Da» Leichenbegüngniß des im Duell gefallenen o»»ä. naoä. Eduard kalomon in Freiburg i. B. — Aus dem | österreichische« Reichstaihe. Bericht» >vd Eoeeefpond«»,*»: Deutschland: Magdeburg. Berlin. Berlin. Ingelheim. Wesel. Aus Oberschlesien. Halle a. S. Oesterreich-Ungarn: Aus Ungarn. Wien. Rußland: Warschau. vervtischtr »uv neuest» Nechrichteu t Berlin. Aus Herbe de. Aus Baden. Biebrich. Reustadt O. •6. Bukarest. Warschau. Wilna Alexandrien. Insorore »M" Rechdruck ohne vellftindige Quellenangabe untersagt. *M Machen- , r!‘׳״״ UK Kalender. [ 1890, 6660. | 27 7 Foottag. . . 28 8 Oowobend llR 1 i» .6.16) תצוד.) r. socunr. Aovrrta, . . 2 10 Movto». . . 8 11 Mo«»«, . . 4 12 Mittwoch . . 6 13 Tb*al( Eatker. Donveoot«, . 6 14 Pari». La» Leichenbegängnitz des im Duell gefallene« «uns. ■«i Eduard Lalrmen in Freidurg i. 0.*) lut Baden. Roch selten hat Freiburg ein so glänzende« Leichenbegängnis gesehen, wie dasjenige de« im Duell gefallenen Studenten Salomo«, da« am 16. d. M-, Rachmittag« 2'/, Uhr stattfand. Nach Lausenden zählte die Menge, die fich um den Friedhof Versammelte. Sämmtliche akademischen Berbiudungeu waren durch Deputationen in Dich« mit umflorten Fahnen vertreten. Die Leichenrede hielt (infolge Erkrankilug de« hiefige» Rabbiner«) Herr Konferenzrabdtner Dr. Schwarz au« Karlsruhe, der hierzu , telegraphisch hrrbetgerufen wurde. Wie er sprach und wa« et sprach wird niemand so leicht vergessen, der e« gehört hat, am wenigsten die akademisch« Jugend, die vor der Leichen- Halle versammelt war. E« war kein« Grabrede im eigentltcheu Sinne de« Worte», sondern eine Philippika gegen den Duellunfug, gegen die Berwtrruug der Ehrbegriffe und gegen dt« geistig, Berrohung» die heutzutage bei der stndentischeu Jugend ganz besonder« eiugeriffeu ist. Die Red«, ein Meister- Werk der Rhetorik, geißelte aber auch in schönster zutreffendster Weise die antisemitische» Tendenzea, die fich dank der heutigen! Zeitftrömung, auf unseren Univerfitäten so breit machen und j bi« schon den Schülern der untersten «affen dr» Ghmnafium« «ingeimpft werden. Man mag darüber streiten, ob eine derartige Tendeuzrrde am offenen Grabe angezeigt war, jedenfall« aber ist e« mit Freuden zu begrüßen, daß der Herr Rabbiner in rücksichtsloser Offenheit die Dinge einmal beim richtigen Name« nannte und die Gelegenheit wahrnahm, über diese barbarischen Zustände — wie sie schlimmer nicht ») Bergt, die Sorresponbent Frei bürg in voriger Rr. in der Zeit de« Mittelalter« und de« Faustrecht« vorhanden waren — da« Berdikt auszusprechr«. Wenn nicht besonnenere Elemente di- Oberhand behalten hätten, wäre es jedenfalls seiten« der Vertreter der »schlagenden" Verbindungen zu Nenßerungrn de« Unwillen« gekommen — der beste Beweis dafür, wie mächtig die Rede ringeschlagen und gezündet hat. Dieselbe lautete: »Geehrte Trauerversammlung! Im alten Israel gab es ein Gesetz, nach welchem die Aeltesten einer jeden Stadt, in deren Gebiete oder in deren Nähe ein von unbekannter Hand Erschlagener aufgefunden wurde, ein ganz rigmartige« Opfer darbringen, über diesem Opfer ihre Hände waschen und dabei da« Bekenntniß ablegen mußten: »Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen und unsere Augen haben es nicht gesehen." (6.B. M. 21,7.) Wir, meine Freunde, strhm hier an der Bahre eine« nicht von unbekannter Hand Erschlagenen, wir stehen hier an der Bahre eine« jungen Mannes, an dem es leider buch» stäblich zur Wahrheit geworden da« Wort der Schrift, wie wir e« gestern in Israel'« Gotteshäusern verlesen gehört, »daß Jemand an seinem Nächsten frevelt, um ihn mit List S“־־־־ ־־־■*־'־־־־ * ׳'■" . - ־ . dünken, daß wenn irgend so in diesem durch seine Ursachen und durch seine Folgen doppelt und dreifach traurigen Falle den Aeltesten die Pflicht erwächst, fich ernstlich zu fragen, ob sie über dem Opfer, das hier eingesargt vor uns ruht, die Hände in Unschuld waschen, ob sie mit reinem und ruhigem Gewissen sagen können: unsere Hände haben diese» Blut nicht vergossen und unsere Augen haben es nicht gesehen. Bon welchen Aeltesten ich rede, fraget Ihr? Nun, ich red« nicht vom Senat der hiesigen Universität, deren akademischer Burger der entseelt vor na« Liegende gewesen, nicht von dem Professoren kollegium, welche» dem barbarischen Unfug de» Duellweseus zu steuern außer Stande ist; ich rede auch nicht von dr» Aeltesten, von de« Vertretern der Stadt Frei- « •>. . 1 .. V

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