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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 9 (1889) · p. Seite 36

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
9 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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der ta Bedrückung lebende, vom Staatslebm fast vollständig ausgrschlnffme Jude vergangener Jahrhunderte suchte natürlich im Kreise seiner Familie dieFrmdm, die ihm außerhalb derselben versagt bliebe». — So* specieü die jüdischen Frauen anlangt, so mag die strenge Regelung der geschlechtliche» Beziehungen durch da» Wische Besetz bi» zu gewifsem Grade dazu beitragen, dieselbm i» guter Gesundheit zu erhalie». Tbeu darauf beruht e» wohl auch, daß nur ein sehr geriager Proceutsatz von jüdischen Kindern todtgeboreu wird. Hebet gewisse Eigeuthümlichkeiteu der körperliche» Orgauisatioa der Inden ist e» zur Zeit noch nicht möglich, eia UrtteU abzugeben, da die auf diejelben bezüglichen Untersuchungen noch gering an Zahl find «ud sich — wie z. B. bezüglich der S ch ä d e l meffungen — widerspreche». Je« Form der Nase, welche gewöhnlich al» charakteristisch für die Lugehvrigen de» Jndenthum» angeuommeu wird, findet sich keiuesweg» bei allen Bekeuneru de» mosaischen Blanden»; vielmehr lehrt die tägliche Beobachtung, daß gerade rud breite Naseu bei deu Joden keiue-weg» zu den Seltenheiten gehören. Nach Jacob» ist e» nicht sowohl die Form der Nase selbst, wir diejenige der Naseulöcher und die Beweglichkeit der beide» Nasenflügel, welche die Angehörigen de» Julieathum» kennzeichnet. Der eigeuthümliche stechende Blick, wie er fich bei der Mehrzahl der Juden findet, kau» nach dem letzterwähuteu Autor sehr wohl al» eine Re- «iniSceaz an jene Zeit« de» Drucke» und der Berfolguug gedeutet werde», wo die Judea fortwähreud nicht nur für chre Hube, sondern auch für ihr uud ihrer Angehörigen Lebe» tesorgt sein mußten. Fissen wir die Ergebnisse der vorhandenen Beobachtuugen zu» Schlüsse »och einmal kurz zusammen, so kau», wie wir berei» bemerkten, bei deu heutigen Juden oou einer einheitlich i» fich abgeschlossenen, dem christlichen Germaumthum völlig sremd gegeuüberstehendeu Rasse keine Rede sei». Aach unterliigt e» nach unseren obigeu Au»führuugen keinem Zweifel, daß da» mit indogermanischeu Elementen stark durchsctzte Bolk J»rael» sei» heutige» Gepräge im Wesentlichen ter Etiwirkuug der socialen Berhälwiffe uud der Jahrhundert hindurch fortgesetzten Jsoltrung verdankt. Wenn Herr t. Treitschke bemerkt, daß die deutsche» Juden fich nicht ,,«l» Deutsche fühlen", so ist da» eia Borwurf, der für die bei Weitem überwiegende Mehrzahl derselben durchau» nicht zutreffend ist. Wenn bei einer geriugeu Anzahl der dealscheu Judeu in Folge de» Drucke», der Jahrhunderte hindurch auf ihnen lastete, der »atiouale Gedanke noch nicht in ger ügeuder Weise Wurzel geschlagen haben sollte, — wie die» j » auch in andereu Schichte» der deutsche» Bevölkerung noch t ier uud da der Fall ist — so folgt daran» nur, daß jene Ursachen, welche der vollständigen Natioualifirnug de» deutsäm Judenthum» hindernd im Wege steheu, beseitigt werdea muffen. Wa» aber die antisemitische Bewegung anlangt, auf die wir da» Shakespeare'sche Wort anwendeu möchtt«: ,-sie nimmt vo» unseren Dhaten, noch so groß verrichtet, Dm Kern und Anrbund unsere» Werthe« weg" — so erreicht fie da» gerade Gegeutheil von dem, wa» fie zu brzwekm vorgiebt. Während fie angeblich die Judeu zu Deutscheu machen will, richtet fie jene kaum beseitigten socialm Schranken zwischea de» Deutschen christlichen uud mosaijcheu Bekmutuiffe» wieder ans und verhiudert auf diese Weise da» vollständige Aufgeheu der Juden in der staatlichen Gemeinschaft. _ der Käaia Ludwig schickte mir in seiner hochherzigen Thellaahme seuren Leibarzt Dr. Wenzel, de» ich aber in «einer Stumpfhtit nicht untreu wollte. Rach läugerer Zeit, al» ich schon mehrere Tage ansging, begegnete ich im .englischen Garten" Sr. Mojestäch dem König Ludwig. Rach seiner Gewohnheit» herablassend uud gütig, geruhte Sr. Majestät mir zur Gmesuug Glück z» wünsche« uud fügte hinzu: »Aber warum haben Sie den» meioen Arzt nicht haben wolle«; habe» Sie kein Verträum zu «einem Leibärzte?" Ich verneigte mich ehrfurchtsvoll und erwiderte: -Rein, Euer Majestät! Zu dem Leibarzt Euer Majestät habe tch kein Vertrauen, denn er fft gewohnt. Unsterbliche zu behandelt»!' w w Erkannt. Fra«: Ich möchte, lieber Mann, zu morgm Abmd auch dm jüdlschm Schriftsteller ft. einladen; meinst Du nicht auch? Mann: Geh', spar' Dir die Mühe und da» Porto der Einladung; dmn er wird doch abschreiben. Frau: Da» kannst Du ja nicht im voran« wiffen. Mann: O. ich kma' ihn »ud feine Schriften — der schreibt immer ab. 3-it ißt Geld. Folgmde Geschichte ging vor einiger Zeit durch «Oe Londoner Blätter uud macht die Runde durch die mgltschm Provinzialblätter: Ein Herr wollte währeu» seine» MorgenrittK einem Londoner Freund einen Besuch abstattm und übergab sein Pferd der Obhut etue» Suaden, «elchm er zufällig auf der Straße sah. Al» er znrückkam, erwartete er natürlich, dm Laabm einen Ritt versucheu zu sehen. Doch nein, dieser überließ da» Pferd dm klemm Jmtgm, welche gegen Zahlung eine» Pmny auf dmselbea dt» au da» Ende der Sttaße uud wieder zurück reiten durftea. Der Herr stand eine Zeittaug auf der Haustreppe uud beobachtete diese» Mauoevre; dmn betrachtet« er sich da» Gestchr de» Suabm «ud fand, daß er aller Wahrscheiulichkeit nach jüdischer Ab» kauft sein mußte. Dieser Suade wußte dm Werth der Zeit «ud de» Geldes zu schätzen, s—Da« Ereiguiß trug fich vor ungefähr 40 Jahre» zu. Der Saab« aber wurde eiaer der eiuflußreichsteu Männer der mglischea Metropole und Eigenthümer eine» Herrm-Hause» nicht weit vom köaigltche» Schlöffe. _ I. Aeulsches ^ogogryph. von S. in 91. MLnner sind'» von reichern Wiffen, Die un» der Erd' Entstehen künden; Wenn ein wir aut vermissen, So werden wir ein Wo« bald finden, Do» deutlich an» und klar zeigt an, Wa» Jadenhetzer stet» gethan. n. KeSrAfche» -Logogrppy. von >. K. in London, versetzt die Mittlern Zeichen man, '*‘l- -- —m*M Q««)| IKtl« V»« WH»*»»» -r Die Pflanze zeigt ein Land Koch an; Doch wenn verkehrtfie vorne stehn, Lülit sie da» Aaradie» Euch sehn. 's Aleitte jüdische KharaLterrüge. Sine Saphir-Anekdote. I« Jahre 1821 — erzählt Saphir iu seium Memoireu — lag ich iu München am Ravmfieber todtkrank darnieder. Ich war ganz eutmuthigt und fast apachffch. Sr. Majestät A«siSs«ttr der m »er. Ur. I. Wmbv«, Am»«. n. CTBJ Gkensch), D“J (Vlm). m. Die Stattet de» König» Chmkij* hieß (Sätet). Verantwortlicher Redakteur Dr. «ahrner, Magdeburg Drrnk von D. L «olff, Magdeburg, Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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