Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 5 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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axf da Haiti cnaartetd Opfer, aab ihre Echter« ia Thätigkdt setzte«. Ja etaer «lltaat, »area V»a b» üpptßea Pdes aab 1«*» iaftaaa likai sichtbare Gparea ftbrt| §e* UW«, vir (Marita erheb« eia Gearter aab Gehral aab raaat» aaf b« Gtzaag„|iahof zarück Dt« Polizist» amcht« sich «, ihre GnsolgaaG aab Gdaagt« aaf dies« «eise ebenfalls aaf b« G»agi,«tzif <M0 fl, barchaaS atcht bebaaerle». beaa hinharrte ihrer viel alcMt*. Vif Mttta, schaittea sie hier P«ies aab Kaftans, aad erhielt» sogar aoch eia Triakgdd basstr. baß sie Hit .Geschoren«" Hab« ia Fried,« zieh« lass», -doimehr iibetIeagt. baß »it ber Polizei atcht gat s仫rz«, ftrbaet» dir Jab« aaf bi« Gtraß« ia ihr» umgracbettet« Kleide» aab ^kürzt» Pries. Uad »ttvohl das am« Laftüa» Mn de» alt« sich sehr »eai| aaterschieb. «rkaaatea aa diese» Laße die Jaden «iaaader nicht. .Wirk biß Da es. Meier?" bist Da es. Mordchai?" .Uad ich dachte. Da seiest ein Pan!' .Ich würl» Dich für eia« tzeiermaaa ßehalt« Hab«." Uad aach dieser Begrüßaag besah« Meier aad Mordchai etaaader »eu Kaps bis Faß aad hielt» fich ia die Seit« «r Saih«. Uad ia der Lhat bas Loftü» sah sehr k»»isch aas: riicht Matsch nach altpolnisch, sondern et»as Unbesdtttbare», das »aa «hae za lach« aicht schau« k«UUtt. Nicht ganz zwei M«aate »aren verstrichen aad die Iad« hatten sich arit ihrem neu« Lostüme Völlig aasgesöhat, es ungemdu praktisch aab kleidsam gefaad». Was aaa die Fraa» aalaagt. s« »ar» sie durch das aeae Fay« ihrer Garderobe säst »oa Sinn«; deaa diese» Fayoa erhöhte aoch - »ehr ihre natürliche Schönheit and Grazie, »as schließlich selbst d« Nichtkokett« gefall« »aßte. Die alte Tracht erregte in iha« Spott aad Wider« »illea, ja sie spncktea aas bei der« Er»ilhaaag. Uad aach aai» aach amcht« die Iüdiaa« Bekanntschaft mtt d« Wirklich« Pariser Mob«, di« sie za befolg» begaaaen «it eiae» Eifer, t«r de« schön« Geschlecht ia solch» Dtag« eig« ist. Dadurch litt« mahl die jüdisch» Taschen, nicht aber — »te niaa Anfang« glaubte — die jüdisch« Religion Die vefiirchtuag» ber Fanatiker and die Prophe« zeihung« der Frömmler trafen nty da, »it sielt ihrer Bermnthung» nicht dntresf« — »ran fie Speculatton» sind «f vorartheil, Unv^staud und gdftige Nacht.... Der Wmsderrab-i. Fast alle Nachkommen des Rabbi .Grolle"*) in Szadagora zeig« ttt ihre« blasse» Gesichte trotz der fürstlichen Pflege, Spam« ber Kränklichkeit, wdche sie selbst dnem Ber« mächtaiffe des Ahnherr« zuschretb«, laut welchem die Mttglieder der F««iU« nur unter duauder heirach« dürs«. Sie Mvölkera daher mir ihre» groß« Gefolge und den augezog«« chasfibtsch« Element» »auch« Lurplatz, deff« rquraz fie mehr als best» Glanz erhöh«. Doch biet« überall bcu Publikum Stoff zur Unterhaltung dar und galt« als die gesuchtesten, und von All« bewandert« Per» süullchkdt«. So wurde ich durch dm gemeinschaftlich« Aufenthalt auf dnem Eurplatze «tt brat Bojaner Rabbi Jsat yriebmaua, dar» Bruder de« gegenwärtig« Szadagorer bekannt, der allgemein für dm Thef dieser weltberühmten Fr.-ma grhatt« wird Uisprünglrch führt« Beide e i rr ea Hauslfalt, wie auch da» Geschäft irr Eompognie betrieb« wurde. Doch soll jener Psalmsimrch von ber brüderlich» Eintratht aa der Familie der Szadagorer sich nicht besonders b«>ähr«, oder fühlte der Jüngere, der Ramm«- »ifCc des vmrüuder» der Dtzuafüe, die Wahrheit de» «usspräche»: ,dcß nicht zwei Könige einer Krone sich bedi«« soll«." Gerag, er bestimmt« Mn witregraun, der ihm an •) »Srolte' ist Kosename von ^isrol". Red. Gelehrsamkeit, b. h. aa kabbalistischer Keaataiß, überlegen sein soll, geg« eine hohe Abfindungssumme — man spricht vou so.000 fl. — sich in eine» benachbart» Städtchen Boiau «in« neu» Wirkungskreis za grüub«. 80.000 fl. soll er bart aas Mn Bau eines »it modern«» Lnzas, aber al>ch mit all« rttaell« Anstatt« ansgestattet» Haales ver- »eadet Hab«, welches b« Stamarsitz tu jd« Hrnstcht verdunkelt. Durch eia vornehmes, doch qeaiaaeuMs Wes«, zieht er die Partei seines Bruder« aa sich. Auch ber praktische Fernblick dos »Bojaner" ist »dt und brdt berühmt, so baß eia urehrfacher russischer Mtlltonür nichts ohne bcffcn Zastimmaag unternimmt. Seim Leb«»»eise ist dnfach und regelmäßig. Eiae FamUttakraakhett, ber» Grand in d« hünstg vorkommmden Berwindttneh« za such» ist — schreibt ihm strenge Diüt vor. Die Hauptbeschästigaag ist Bet«. Lern« der «ischaa aad Kabbala. Der Schlaf dauert blos vier Staad«. Das Frühstück leerer The«, »heb »arg«« aot be» 8dm, das Mtttagmahl u» 4 Uhr Nach»ittags, da« Nachtmahl geg« Mitteraocht gramma«. Abends hält der Sekretär Bartrag über die eiagelaufme amfaugreiche Post; aracht Vorschläge über die Lertheittmg der Sp«d« — angeblich eines Zehntels der Eiaaahm» — selbstverständlich unter die Srarm seine« Anhänge« und Palästina»; erstattet Bericht über die polttisch« Rraigkett« und die zur Aubimz angemeldetm Person», »ach »elch« er jedoch zuvor graaue Erkuudignuz» eiagezog» hat. Mir »urbe diese Ehre am Tage seiner Abreise zu theil. Er »ar über bie in Kremsier stattaefuabea« Kiiserzasammeakuust, ber« Emzelhdt» ihn interessiert«, z»au unterrichtet. Bom rdigtös» Leben hier za Lande hat er eine vid schlechter: Meinung, als es sich ia Wirklichktt damit verhält, und worüber er «tt sichtbarer Fr»M sich von mir auMren ließ. Lin« Sch dirtd er sdnem Gaste nicht aa, ebensow»ig rrwiedert er best« Besuch. Es gitt »ei den Eiage- »eihtto schon als dae Gunstbezcngaug. vma er de« sich Empfehlend» za« Abschiede, nach chassibischer Weise, bie an die Brust gelchate Hand etwas zurückhaltend reicht. «tt diele« Zeich» uad de« Wunsche vollständiger Geuchuug entließ er «ich. Um das« Händedruck wurde ich von all« llmstcheud» beneidet, den« sich der Rabbi wmigrr zugänglich zeigte. Auch sein Sohn, de« ich dies« Auvimz verdankte, erklärte btt meinem Fortgehen, wie sehr 'er über d» Besuch von Mäaneru der Wissenschaft erfreut sei. Dieser zdgt überhaupt schon eia intelligentes Aeußere und trägt «in« mehr weltlich» Anstrich zur Schau. Deff« ungeachtet pflegt er oft unbewußt iu Verzückung zu gerathen und wie verklärt sdne Blicke gen Himmel zu richten. Es soll diese Augewöhnuua dae Vorübung für M^ künftig« heilig« Berus sein. D«n er gitt als ber präsumtiv: Nachfolger des Vaters» deff« unbedingtes Vertrauen er besitzt. Der seiner Würde stch bewußte Kranprinz ist schon jetzt »id umworb» und genießt unbegrenzte Verehrung bd bra Ehassidim, denen nun seit Mm TvM des Sandeczer Rabbi, der durch seine Grlchrsamkett und Humanität die Sadagorer weil überragte, viele der früheren Gegner sich angeschloss« Hab«. Mit dem wachsend« Anhänge befestigt sich diese Dynastie immer «ehr und die Länge ihrer Dauer ist bd der qegeu» wärtlg«, dem Rückschritte günstig« Vewegum» unabsehbar. Ein Jahrhundert wraigst«« ist nach unserem Ermeff« ihr Gedid geg« die Anstürme der von ihr znrückgedrängt« Lulmr und Bildung gesichen, und die Verbreitung der Aufklärung unter d« Judm der Bukowtua und über ihre Grrazea noch wdt hinaus für lauge Zett aussichtslos. Hmzufüg« aber muß ich, baß selbst intelligrate Schriftsteller, mit großer Begeisterung von Mn au« einer Unterredung mit Mm Rabbi empfangen« Eindrücken sprechen, du Ildn w«ig vom Glaub« an sdne WuuMrthuerd besang« sind, wdcher sogar von gebildet» Ruhtisraditen gethdlt wird. Folgendes z. B. habe ich selbst erlebt: Am Beginn vorig« Sommers zdgt mtt i« Wäldchen des hiesig«