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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Ivtlcht sich mtter J<c»b Birab. der sich »er,«de«» b«- »Scheine, da« Patriarchat und dt« Einigkeit der Sytlagogc» »ichertzerzoftelleu, zu etuer besouderu Höhe emporschwaug. Die Juden i» Safed sind vorwiezeud von bleicher Qk» fichtsfarbe, ihr Haar ist bloud oder roth uud ihre Auge« bla« oder grau. Die jüdische Gemeinde war ei» iu eiue» blüheudeu Zustande, denn da sich unfern Glauben«,enoffe» keine günstige Gelegenheit zur Beschäftiprug dielet, so befitzen fie in der Stadt nicht den Einfluß, zu welchem ihre Zahl fie wohl berechtigte. Sie leben dagegen mit ihren nicht-jüdischen Mitbürgern auf freundschaftlichem Fuße. Die meiste» Juden Safed» lebm von der Thalnkah (Geld» nnterstützung von anßerpalöstinenschen Glaubensgenossen). Diese wird jährlich auf 280,000 Franc» geschätzt. Die Lhalukah für die Aschkenafim kommt hauptsächlich au» Rußland und Oesterreich-Ungaru, die für die Sephardim au» Llgier, Egypten, der Türket, Persien uud Indien. Die in Amsterdam und London gesammelten Beträge, so wie die Knseu de» Moutefiorr-Legat» werden unter Aschkenafim und Sephardim fast gleichmäßig »ertheilt. Uebrigeu» geschieht dir Lerthrilnng sehr unregelmäßig und willkürlich. Es wäre an der Zeit, daß mau nur den wirklich Armen einm größeren Aulheil zukommen ließe. Die Aschkenafim haben 4 große Synagogen, 26 Midraschim (Lehrhäusrr) und 8 Oberradbiuer. Diese bilden mit den 3 Oberrabbinern der Sephardim da» . Seth-dtu (jüdische BerichtSgehörde). Vermischte uud neueste Nachrichten. Berlin. Zu »schrecklichen" Drohungen gegm die Jude» vrrsteigt wieder einmal da« Stöcker'sch« „Bolk" tu einem Artikel, welcher darüber ärgert, daß der Erbprinz von Monaco sich mit einer Jll» dt», der vittwe de» Herzog» von Richelieu. geb. Heine, verlobt habe. Der Artikel schließt wie folgt: .Die Volksbewegung gegen di« Ueber» Hebung de« Judentum» ist ein« große. Sie leidet nur an der politische» Erschlaffung unserer Dag«. I» dem Augenblicke, in welche« sich politischer Drang de« Volke« bemächtigt, wird euch die veweaung gegen da» übermütige Judentum emporbraufen an» diesem ein Halt! zurufe». -« liegt «och in der Hand de« Juden»»«», dafür zu sorgen, daß dieser Vorgang nicht unter schreckliche» Erscheinungen sich vollzieht. Aber wem wäre e« gelungen, einm von Erfolg Berauschte» zu ernüchtern 7° (Sind derartige Mischehen »trkltch eia »Erfolg'' de« Judmthum«?— In unsem Augm nicht. Red.) Bresla«. Drohdrm e« nunmehr iestg«stellt ist, daß der Studios»« Bemftei» seine widernatürlichen pädrrastischm Attentat« auch an jü» dischm Kindern verübt hat, — bet der letzten gerichtliche» Verhandlung mit Auöschlaß der Oesfeatlichkeit soll auch der Rabbiner Dr. Rosenthal rezege» worden sei» — und e« flch jetzt nur noch darum handelt, ob an einer bloßm geschlechtlichm Verirrung, oder aber auch an einem getsttzen Defekt leidet, der seine Zurechnungrflihigkeit a»«schlösse, hörm «etiswnittsch« Blätter nicht auf, iu diesem Vorfall dm Beweis de« „Et* ßmnche» so» ilhrtstmblnt bei dm Jndm" zu erblickm. So mtblödet flch «in Berliner Blatt jene« Gelichter« nicht, jetzt »och zu schrelbm: »Grund «or Aurweislang der nöthiom «ormalverfassung B.'« soll in dem Umstand« llegm, daß derselbe da» im vesmiltchm a«s Blutabzapfung hin- «»«lansende Verbrechen wider di. Sittlich seit nicht mer an christlichm, sondern auch a, einer größerm A«zahl jüdischer Knabm begangm Hab«. Einer «,besan«mm (?) Lew» würde da», unsere» Erachtm», »»erst di« U«chw» «rhelegm, daß v. vergleichende Stustt» über die verwmdbarkeit de« christlichm Blatt» «inerselt» uud de« jüdisch« anderer» seit« angepellt habe. Geisteögestvrchett würde sich »tt solchem Dhuu nllntttig» schwer vereinigm lasten." Ser zu solch« nnstnnigm Schluß. ß^mmgm flch^wr^ä^beff« logisch« llnzmechuuug» fähig teil steht -- 8. MtUUchei», 11. September. Bo» dm zwei Knabe», di« hier — wie in Rr. 86 d. Bl. stand — weg« einer noch zu bestehende« Rnchprüfimg flch selbst da» Leb» «ahme», war »nr ei»«r ein Jude. Ilillfliit. De» l«QMt)t Dr. gaeobso», Professor an der chirfla» Universität ist i« Ostseebad Sranz gestorben. Ittsterbwr,, 18. CIcMmte. Groß« Schaar» russischer tzluö» Wanderer passt«» jetzt altäglich unsere Gwdt. Gestern früh fahr« wird« mit de» Aersonenznge der Ostbahn c«. löv russisch« gudm über chmadurg »ach Amerika, »teselbm war« vormstem per Dampfer tat Dllsn hier etnaen offen. MpE I» Ersetzung de» verstorbmm Marhange, der Präsident tze» Emflstorinm» war, wurde der G«richr»vollti«hrr am hiesig« Ge» ^»en Bechen ist ia der hiesig» Synagoge ei» Harmonium eingeführt. »w. Unter de» XMJftmtn und Sstwmim" twröfimtlicht» Srtebrich S. Kra»f ei, eth»»^phqche« Wsrk, interefflutt» Detail« über di« erfolgreich« DHItigkett der Inden in diese» Länd«, ntjift. Der Handel diqer Lä^er ist »ach Dr. Kr»»ß zum größtm Dhelli» de» Htndm der jüdisch« Bevälker»»^ skottrrda». Der hiesige greise Rabbinat»v«rweser Herr A. D. Lutomir»ki, der mehrerehebr.-grammattkaltscheWeektbm versaßt-,hat nach langjähriger Arbeit eine allgemeine Schristform, welcher er dm Ramm „knaiatonoarnpiris" bellegt«, settig gesttllt. Di« Schrift ist dem Könige von Holland gewidmet. Baris. Unter de« 240 hi:e studirrudm Russen sind 200 Jude» und Jüdinnm. Die meisttn derselben — einige weiden von der „.Alliance Israelite universelle" unterstützt — ernähren sich durch ihrer Hände Arbeit. Eüie junge jüdische Dame welch« Medizi» Vudirt und jungst promonirt bat. «mährte sich während ihrer ganzen Studienzeit dadurch, daß sie täglich 4 bi« 6 Stunden einer Wäscherin waschm und bügeln half. Wahrlich, diese Dame macht dem Judmthnm nicht wmiger Ehre durch ihre Heldenlhat, al« Baron von Hirich durch sein« Millionen. — Der „Figaro", diese« Klaischblatt der Pariser Spießbürger, lenft die Aufmerksamkeit de« Publikum» auf die jüdische Schlachtweise, um die Stiergefechte, di« gelegenllich der Aaßstellnag stattfind«», plausibel zu mach«. Dtt »Archive«" weisen in würdigem Tone diese versteckte Feindschaft zurück und biktm die Humanität«hel»e» vor eigenen Dhüren za kehr«; diese mögen Sonntag »jägem, den Wettrennen, dm Tauben» schießen re. zuvor ihre Aufmerksamkeit schenken. Petersburg, 1l. September. Im vergmgenm Jahre wurde dtt Zahl der jüdischen Studeoten der Medizin an der hiesigen Universität bi« auf einm aewissea Prozentsatz beschränkt. Jetzt soll nun auch, wtt die ,Rowoje Wremja" M'ttheilt, die Zahl der lutherischen Studcatea der Med'ziu an der hiesig« Hochschule bezw. au de« damit verbuodme» Seminar für Militärärztt bedeut »nd herabgesetzt wer dm, da angebllch eine ganze Reih« jüdischer Studenten vom Judenthum zur lutherischen Kirche übergetrttrn ist, »m dtt erst« gesetzlich« Verfügung zn uwgehm." No«. Der Vorstand der hiesigen jüdisch« Gemeinde cröffaet »in Prei«au«schreibm betresst de« Neubaues der Synaaoge. Der Umfang der Synagoge wird 1800 Qmumfass«, der Kosteuprei« btträgt övO.ülX) fr.; dieselbe wirb mft elektrischem Lichtt bettachtet sein. Der rrstt Preis für dm destm Plan ist 8000. der zwei« 3000 kr. Lächer» llch ist e«, daß bei dieser Gelegenheit einig« Jvumale dtt Abreise de« Papste« mit dttser Prachtsynagoge in Verbindung bringen. Unter d«u großen politisch«» Jeitnuge» Dewtschlawds uimmt da» Berliner rageblatt Drahtbertihte seiner a» alle» Wlltplätzeu angestelltmeigmm Korrespan» dentm wrrdm allqem. gebühr, anerkannt. Iu einer besond. voUftäadlHe« Haudrls-Zrituug wahn da» »Berliner Tageblatt" dtt Jnteressm de» Publllam», wie diejenige«. de« Handel« und der Industrie durch «>» parteiisch« und unbefangene Beurlheilung. In de, Lheatrrfe»tUet»«s von D». Paal Lbt«»« werden dtt Aufführungen der bedeutend« Berliner Theater einer eingehende» venrtheilu»g gewürdigt, währeud i» der vh»»taa«-stl»<aabe de» »Berliner Dageblatt": »Zeitgeist»« sich dtt erst« Schriftsteller «tt gediegene» und zettaemäße» Betträge» ein Stelldichein gebe». Da» illustrirtt Witzblatt ».IJIiK.« erfreut sich wegen seiuer zahlreiche» vorzüglichen IUnstratione», sowie seines treffend witzige» und yomowollen Inhalt« längst der uugerhelltm Gunst. Dtt ^Deutsch» Lesehalle" bringt al» »illustrirte« Familimblatt" untrr sorgiäl« gfter Auswahl de» Stoffe«, kttia». Herz und Gemüth «»- regmd« Eqählnngen, sowtt Aussätze belehrend» Inhalt». Ei« besondere Rubrik für Rebu«, Räthsel. Skat-Avfgabea re. sorgt für Zerstrmung uud Unterhalluag. Dtt «iitheilungm über La»d»trthschaft, Sartessta» und Ha»«wtrthschaft", von sachkundiger Hand geleittr, bringen «dm selbstständlae» Fchartikeln, zahlt eich« Rachschläg« und Winke für Ha»« und Hof, so daß jeder Jah-gang, durch «in Sachregister vervollständigt, aleichs«« eia wntbvolle» Reeept- und Rachschlaae-Werk bttdet. Unter Mitarbetterfchast aedttgmer Fachautori'älm auf all« Hauptgebiet«, al« LUtrratur, ^Suust, >stro»o«tt, Eheartt, Dechnologtt »ad Medizi» erfcheia» i» »Berlin« Dageblatt" regelwäßig wrrthvollr Ortgt»al»Ue»iW»- t»»<, welch« vom gebildetm Puillkn« befouber« ««schätzt weiden. Das L. T. bringt »»sfsthrltch« H>arlm»e«t«bertchte, bet wichtig« Sitzung« i» einer Epra-Anägab«, welch« »och wtt dm Rachtzügm versandt wird. Z'ehanöälisteu der Prmßifchen Lotterie, sowtt Effeften» verloosungm. MMtärifche und Sport-Nachricht«. Persounl-Berändernngen brr Etvlln»d wllttärbeawten. Ordens-Berletinng». Reich, hallige »ab wohlgesichtet« Tegeä-Neutakettm an« ber Reichshauptstadt und dm Provinze». Jntereffantt Gerichtsveihaadlungm. Im täglich» Feuilleto» find» »tt /vrlsttmsl-tzl»»»«« ber hervorragmft» Autor» Aufnahme. So erscheint t« nächsten Quart »tt eia »euer, hochbedeatender zeitgeschichtlicher Romen de« nllbelttbtm Dichters WUbraadti „»»am« G«h»r," den da» »Berliner Dngebl-tt' zn« alleiwig«, «vdr»ek fär «,», Dr»tschUt»b erworb» hat. Wch» eteeet»* auf M täglich > w«l t» einer Atmb» «mb WHWli Morgen-Ausgabe erscheinend« „Ckd, Daaeblttll »ad Btnrvalszeit«»," bei «»«» Gosteneflalt«» de« D«»tsch«t Mekhes für al« S Blätter z«f»»«m für » fittt Pf. vieNeljäymch. Gr»st,«,»«,r» gratis »»tz fumtt.

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