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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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1. Die — j»U M(i|Uf« 0c{bw««t. Der Weg de» Lebe«» ist ein Euchen und Stiebe» »ach der höchst» Vollendung. Wir sind zur Reinheit uud Tugend geboren. Die höchsten Ziele aller meuschlichea Erzichuug, jedweden Unterricht« könne» »ur erreicht werde», wen» neben dem, wa« der Kampf nm« Dasein au Wissen und Ausbildung der Anlagm erfordert, die höchst« ursprünglichen Anlagen, — die religiösen, geweckt gekräftigt und auSgebildet werden. Nur diese geben dem Erziehung-Werke die ideale Richtaug und damit dem Menschenleben den idealen Gehalt. »Der Weg de- Leben» geht auswärt» für den Brraüaftigen. damit er entkomme dem tiefe» Abgrund." Da« Judenthum, diese ideale Macht, stellt an den Anfang ollrr Erkenataiffe „Gott, den Schöpfer de» Himmel« und der Erde"; auf den Weg des Lebendie Liebe zu Gott und zu dm Mmscheu — Sittlichkeit und Moralität — und an da» Ende de« Lebenden Ruf: »Höre J-rael, der Ewige unser Gott, der Ewige ist einzig;" uud damit da» Bevubtsein von der Fortdauer der menschlichen Seele, — die Unsterblichkeit« lehre. Da« Kind hat bei seinem Eintritt ia da» bildungsfähige Alter schon religiös« Anlage bekundet und zahllose Spuren der göttlichen Wallung in sich ausgenommen. E» hat die Liebe de« Vater« und der Matter, der Stellvertreter Gotte» auf Erden gesehm und empfundm. E» Hit da» Wort »Gott" au-sprechm hörm von vielen Lippen ia Freud und Leid. E« hat beim gehört und vielleicht selbst schon Gebeiworte gestammelt. Die höchsten Fragm, die die Denkenden oller Zeit beschäftigen, tauchen schon früh in der LindeSseele auf. Da« Lind will wist«, wo Gott wohnt, woher die Sonne kommt, wie die Pflanzen grünen, blühen und wachs«; e» zerreibt diese, um in ihnm selbst die Spuren der äußer« Erscheinung« zu such«. E» will wist«, wa» da« Leb« und wa« der Tod ist, und wohin die Lieb« gegangen, die für immer von ua« gegang«, die für immer von ua« geschieden und — wann sie wiederkehren. — E» läßt sich nm schwer mit sein« drängend« Frag« abweism uud begnügt sich «ur feiten mit halb« Lösung«, mit Fabeln und Märchen. Und nun übernimmt die Schule da« Kind! Alle seine Anlagm sind wie Keime uud KnoSpm, die jetzt der Entwicklung harr«. Die gute Schule sucht alle Gab« de« Geiste» auSzubild« und diesen mit lebendige«, seinen Anlagen rntsprechmdem Wissen zu befrucht«. Soll« nur di« Keime und Kao-Pen, die zu Gott führ«, soll« nur die religiösen Anlagen unentwickelt bleib« bei dm Iud«, dem Volke, dess« Lehre sein Alle» ist? Di« Erziehung«- und UuterrichtSwiflmschast fordert harmonisch« Su«bildung aller kindlich« Kräfte. Diese Aufgabe kann aber nm erfüllt werden, w«n auch der Zug de« Mmscheuherzm» zu Gott, w«n da« Ideale seiner ganz« Bedeutung nach gewürdigt wird. — Sonst bleibt all« Erziehung und jeder Unterricht Stückwerk; die Bildung ist keine harmonisch«, wm» Herz und Gemüth leer bleib«, w«u Fühl« und Wollm nicht in Harmonie sind mit dem Wiffm und Kvnn«; wenn nur der Verstand gmährt wird und nicht auch die Kräfte im Mmschmherzen, durch die der Mmsch ei» Ebenbild Gotte« ist. »Der Mmsch kann nicht ander«; e« ist «i» Bedürfniß seine« Herz«», Gott zu suchen. (Niemayer)" »Nach «einer fest« lleberzrngung gipfelt alle Idealität in der Religio», alle Idem steh« in ihrem Dienste und st« verleiht alle» die höchste Weihe." (Lazam».) Der Glaub« an da» Daseiu eine« einzig« und höchst vollkommen« Gotte», die Lehre von der Einheit der Welt in Gott, von der Würde und Bestimmung de« Mensch«, von der Gottebmbildlichkeit und Unsterblichkeit de» Mmscheu» geiste», vom messianischm Reiche; die Lehre von de« sittlich« Lebensgemeinschaft« durch die Gemeinschaft ia Gott, de« Bat r aller Menschen, dieser jüdische Glaube, der nicht» Ua« , vernünftige» und nicht» Wiederveraünstige« fordert; dieser Glaube, (Emonah") ist der beste Führer de» Mensch» durch da» Leb«. Er ist im Mmscheu zu einer Macht geword«, wenn er im Glücke nicht hochmüthig wird, und in der Nacht de« Leb«», im Unglück nicht verzweifelt, soade« vertrauungSvoll und ergeben aufblickk zu dem Höchst«, in dem allein er Stab und Stütze findet. Der Religionsunterricht soll dies« Glauben erweck«, ihn zur Ueberzeu gung, zur religiösen Gesinnung ausgestalte». Können wir erwmtea,daß solche religiöseGesinnung im Menschen sich ohne religiöse Unterweisung auSbildet? daß sie entsteht und im Kampfe bestcht. sich «hält uud wächst, wenn dem Mmschmkinde nicht strahlende Leb«»bildet au« der Offenbarung, au» den Zeugnisi« de« SotteSgeiste», au» der ReligionSgeschichie vorgrführt »»erd« «ad Geist und Herz erheb«? Zm harmonische« Erzichuug gehört, wir wir sagten, die Pflege der religiös« Anlage; gehört der Religion»untrrricht, die Bildung und Richtung de« Gemüth» auf da» Ideale, damit sich in Geist und Herz einsenke die religiöse Gesinnung al« »Weg de« Leben»". Dürsm jüdisch« Väter und Mütter ihren Kinde«, dm Liebling« ihrer Herz«, dies« Unterricht vorruthalteu? Dürsm sie ihnen da» raub«, wa« allein Stab und Stütze bleibt bei all« Wechselfällm de« Lrben«? Sollt« sie nicht vielmehr Sorge trag«, daß durch diesen Unterricht die Bildung erst recht zu einer harmonischen sich an»gestalt«? Ihr Eltern, Ihr seid Stellvertreter Gotte» auf Erd« für «re Kinder! Erkmnt eure Pflicht! Fühlt ihr, wa» ihr thut, wenn ihr ihn« d« Religionsunterricht entzicht? führt fie auf de« Wege de» Leben« zu Gott. Pfleget in ihn« die religiüsm Anlagen. Leitet sie, damit in ihnm erwachse die religiöse Gesinnung. Lastet die Religio »«lehre wirken auf ihr Gemüth. Ihr werdet dm Lohn ernten schon in eurem eigm« Leb« — in «trat Herzen, in der Liebe «rer Kinder! _ (Fortsetzung folgt.) Die Jude« «Kd die französische «evolntton. Zwei besonder» iutereffaute Kapttel in Herr» 8«»» Kahn» Werk über di« Iud« in Pari» find: die Nevolnttoa und die Schreckensherrschaft. Am 16. August 1789 wandt« sich die Iud« von Pari» au die Volksversammlung nett der Bitte, dm übrig« Bürge« gleichgestellt z« werde». Die Versammlung zögerte mit der Gewährung dieser Bitte; «der eiue starke Bewegung, au der« Spitze Ibbö Gregoire staub, wurde zu ihr« Gunst« in Scene gefcht. Ihr Patriotismus uud ihr Much lieferten dm Stoff zu öffvatttche» Nedm uud schriftlich« Zeugnisse». Bau 500 tu Parts ansätzigen Iud« wurde ei» Bierth eil für dir Ratioualgarde augeworbe»; *) «»licht euch JBtrtrama* ia sich. (Daffckbe Gort drdeatet auch .«iMan^ - f «Wer *JO. - Red.» ,

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