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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 16 (1888) · p. Seite 62

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
16 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 62 (sequence 4)
Language
German
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durch die Abwesenheit dieser traurig« Erscheinung der leideudeu Meuschheit auszeichnet mb hierdurch sowohl Prasestauten als Katholik« b^chämt. « ist »üblich, daß ewige wenige Juden unter die Klafie der Protestanten rubrizirt zu werde» verdienen, aber mir ist von eine» Anlaß hierzu nie etwas bekamt geworden. Die Mäßigkeit der Juden ist sprichwörtlich. So ausgedehnt mein beruflicher Verkehr mit denselben auch gewesen, ich bi, noch nie wegen Trunksucht von Juden consultirt worden, «ährend man Rath gearu dieses Nebel sehr oft mb von einer große» Anzahl Lhriftm uachgesucht wurde. .Unter de« Titel .Religion" habe ich die anerkermmswerthe Mäßigkeit der Juden hervorgehobeu. Rach meiner Ansicht ist die Abwesenheit des Lasters der Trrnksacht in alle, Klimattu und unter allen Lebevsverhältutssm (diese Regel hat nur wenige Ausnahme») eben so schr eine Folge der Raceneigenthümltchkrit als der Diät und mehr in erster« als in der Religion begründet. Dieses merkwürdig« Volk hat inmitten seiner wunderbaren Unbeständigkeit eine Mauuigfaltigkeit vaschiedener Lharakterrigmthöuuichkeitm bewahrt, »nd ich kann nur annehme», daß in irgend einer dem Stamme angeabtea Selbstbcherrschuugskrast ebensowohl, als in einer demselben innewohnenden Unempfäaglichkeit für ncrkotisch« Einwirkungen, welche noch dmch die Hebung verschiedener hygienischer Borfichttmoßregeln verstärkt und gekräftigt werden, der Hauptgrund für chrr Mä^gkrit z» finde» ist. Sogar bei denjenigen Juden, bei welchen alkoholhaltige Getränke zu den gewöhnlichen Genüssen gehöre», habe ich nie daS Vorhandensein einer daran» entstandenen Unpäßlich« kut oder eine» Rausche» entdeckt. wenn auch eine leichte Trübung der Sprache, eine außergewöhnlich« Rrdseligftit und eire ungewohnte aeistiae Lebhaftigkeit immerhta eine» gewissen Grad alkoholischer Vergiftung verriethea. Bon einem starken Triebe nach alkoholhaltigen oder ander» narkotische» Genußmirteln Hab« ich bei diesem Volke noch keine« Fall erlebt." — ALertet für de« KautiNeMsch. Das Moses Mewdelsfohrr-Haws irr Berlin. Das alte unscheinbare Gebäude au der Ecke der Kaiser» Wilhelmstraße und Spandauerstraße ist bekarmtlich uieder» grrisse» worden, um eine« Prachtbau Platz zu macheu. An diesem Gebäude hat mau eure neue kleiue Tafel befestigt mit der eiufache» Inschrift: ^ier wohnte Mose» MerrdelSsohn, geb. i» Deffau. den 6. S. 1729, gest. in Berliu, de» 4. 1. 1786". Die alte Inschrift, welch« auf einer Marwortafel i« vertiefteu, vergoldeten Letter» angebracht war: wohute uud wirkte Uusterbliches Moses Mendelssohn", ist an der Hinterftout des Vorderhauses ««gemauert worden. Die beide» Inschriften ergänz« sich. P«ri» auf einet jüdisch«» Rolouie. Aus der Kolonie der russisch« Juden .Allianz" in Wineland (Amerika) bringt .Hazephira" ein« sehr »ach .Humbug" klingend« Bericht über die Feier de» letzten Purim-Feste» in dieser Kolonie: .Ja der von der Frau Rcllendorf gestiftete Synagoge versammelt« sich die Kolonist« zum Anhörm der Megilla. Sein großer Raum in der Synagoge war für Kinder reservirt. Diese warm mtt grla» den« Pistole» versetz«, und jedesmal w«« der Rame .Mordechai" oder .Esther" dem Mund« de» Vorleser» «tsttömte, wurd« von dm Kinde« Ehrenschüsse (Salute» d’honnenr) loSgebrauut. Rach der Synagoge fuhr« die Kinde« in 6 Grspauum der Kolonie eucher, das Banner' Amerika'» in dm Lüsten ftatte« lastmd, patriotisch« Lieder i» mgltscher Sprach« sdrgmd, i» Begleitung der Mütter, die die Ifinder beaufsichtigt«. So begab« fl« fick zur Wohnung des Lehrer». Dieftr brachte «st gefüllte« Bocher ein« Toast au» auf die- Protektor« der Kolonie, iu welch« die Kinder mit donnern, de. Hoch» eiustimmt«. — 9hm, die Herren Keilouist« scheinen stch ja schr schnell .amerikanistrt" zu Hab«, ja sie .überamerikanisir« die Amerikaner". Ei«e sehr k-mische Sttmttio« hat ein süddeutscher Müuchhausm unter l« Lhasaut« erdacht. — Ort der Haudlrng ist die Stzuageg«: Zeit der Handlung di« Aera der Talglichter, die »ou Zeit >» Zeit mtt der Lichtputzscheere aufgefrischt »erd« mußt«; Trg der Handluug der Bersöhrnugstag, Stund« derselbm di« .Awoda". wo sich alles zur Erd« wirft. — Am Bersvhuungstage wurde gewöhultch das »Lichtputz«" »ou ei»w christliche, Aufwärterin b«s»rgt und besonders dir 2 Lichter, die zur Rechtm und Link« des Lautors sta»drn, »uß^n »ft geputzt «erd«. Grade als der Lhasa« stch zur .Xwrda" «»schickt, ist die Fra« nit dem Putzen des Lichtes seiner Rechtm beschäftigt. Ehe sie fertig ist, wirst stch der Laiitor zur Erde, uud die Frau dtuft: Was brauch« ich d« Umweg zu mach«? Ich steige eiumal über dm Lautor hinureg na>h der a»der» Seite! Gesagt gethau. Doch kaum hat ste dm Fuß »ach der and«. Seit« gesetzt, erhebt stch der in feiner tiefer Andacht nichts ahymt« Laator von der Erde, und tu seinem Eifer hat er — die Lichtputzfrau mit emporge jobm. di« ihm nun ans dm Schulte«, wie ein Ritter hoch zu Roß, fitzt. ... Tableau! — Witthf-LAvfgahr«. 1* A«tsche Eyara-e. Bo» Ö. in L. Di« erste neonel «In« Etadt, Im Schweizerland gelegen Die zwei»« Ist oft rauh, oft glatt» Und liegt auk alle» Wegen Das Ganze findet man im Sand Wohl an der Ostsee kühlem Strand Auch war es ein recht knnd'ger vk»nn. Der wunderschön erzählen kann. II. Keöräisches AätM. Bon A. Kanfmanu in London. Fünf Rainen, weißt du'S?, gab «an ihr. Die man die Göttliche auch heißt; Und wenn du lir nicht all« weißt, Renn' einen einzige» nur mir. Giebst krpflo» da mir diesen an. Gelöst hast du «ein Räthsel dann. — Doch welch' ein Wunder ift aescheh'nl Da» Rätsel stehst nun vor dir stehen. A«siSs«rrder Kitthsel i» »»r. N»- 'S Faradie» «so? Saris (Jos. 19,10) » Sonn« 9 Aro8r (SB. M. 2^6.) >i Vdaldae» * Falb » llingeweid« i Sebulu» , m Talmud Q. Belgrad an der Gau. 49m t ä «eranwortlicher Redaettur Iw. Ra hm « r Magdeburg. Druck von L. L. W » tff, Magdeburg. Veelag. »on, «dierr. «,

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