Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 8.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938315--6557-5372468- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«it flcmbtir Entrüstung die Berunalimviunq zurück, welche de« Brstorbeven Andenken durch Bemerkungen io Wiener jüd. Blättern erlitten butte Die Gemeinde Nicolsburg wird H dem Rabbiner Dr. Deutsch allezeit Dank .wissen, daß er durch seine« andgezeichnrtev Bortrag ihren «nwcrgkßlichen Rabbiner und dadurch sie selbst geebrt hat. Hilfe«, im Februar. (Or.>Sorr.) Da di« israelitische Allianz zu Wien hier fast hundert Mitglieder zählt, ging »au ei die Gründung einer Filiale. Bar Kurzem traf die lande« ehördlich« Bestätigung ein. so daß mit der Soustituirung beriech«» vorgegauge» «erden konnte. Zum Obmau« »nrde Herr Skabbioer Dr. Taro, zum Stellvertreter Herr Advokat Dr. Steinschneider, zum Losfirrer Herr Kaufmann Moritz Auer und zum Schriftführer Herr Kaufmann Hugo Rudinger gewählt. — Herr Adolf Lewit» Fabrikbesitzer und Mitglied unsere- Gemeindevorfiaudes» wurde unter dem 6 d. SR. wegen seiner mannigfaltigen Berdienfte als Beifitzer im Hmdel» Gericht von Gr. Majestät dem Kaiser zum Kaiserlichen Statt) ernannt. Mit der Srnennnng fühlt fich die ganz« T rwriad« geehrt und in der Zuverficht der allerhöchsten Huld g, gen da» wüste Treiben der deutfchnatioualeu Türken gestärkt und erhoben. Frankreich. Inri». Wenn mau die Morai-stroße, eine fülle Straße, welch« i« die wehr geräuschvolle Rivolistraße stöbt und auch de» Namen .Unglücktstraße" führt, passirt, so bemerkt man eine Aufschrift .Oovterenoe» xonr I«o larnalitaa." täusche fich jedoch nicht! E» bandelt sich hier nur um Lonfnmzm für solche, welche aufhörea wollen, e« zu sein. Dieselbe r werden abgehaltm von den Missionägesellschaftm zur Brtchrung der Juden und bejucht — man weiß nicht recht von wem; den« das steht fest, daß diejenigen Israelit«, »elche;u diesen Versammlungen gehen, schon aufgehört, haben, c» zu sein. Ein religiöser Glaub« ist nicht ein Rock, wekchen man umhäogt oder abwirft, je «ach Laune; er ist da» Res lUat der Erziehung, der Famüieutraditionen. äuge« oommen r Gewohnheiten, in sich aufgenommener geistiger Genüfie da» Gefühl nimmt hier densäben oder wohl noch einm gr lßeren Platz ein, al» die Vernunft. Hiermit soll nicht ges rgt werden, daß mau jene Dinge nicht ändern könne, vielmehr, daß die» nicht ernstlich geschehen könne unter den Bed nguvgen, wiche die Mssionäre an einen solchen Umtausch knüpfen. — Man wird an» zugrstehen, daß wir uo» mit dr» Heldrnthaten dieser Herren Missionäre, welchen chr BekeinungSwerk ebenso kostspielig al» unnütz ist, nur selten beschäftig«!. Wir müflen aber konstatire», daß ihr Thun srgar in Pa»i« nur selten ohne Störung vor sich geht »vd daß ihre Reophyten, fall» sie deren aufzuwcisen haben, sich uur au» den uncontrollirbaren Regionen de» Orient» »der de» fernen Amerika rekrutrrm. Meistens aber bleiben dies« Bekehrungen anongm; wirkliche sind un» nicht bekannt — oder wenn e» deren giebt, so sind sie nicht da» SBnt bn Missionäre au» London oder Berlin. Wir kennen nur solche, die sich dann und wann in den Kreisen der eleganten SEJclt oder der besitzenden Klaffen ereignen und die «»»schliesslich auf rein weltlich« Motive zurückzuführrn sind — schreibt Herrr Isidore Sahen in den Arch. J»r." Spawie«. An» Ikadrid wird berichtet, daß die Regierung den Ge» sammten »Bereinigten Staaten N. Amerika" und de» Vertretern dir übrigen amerikanischen Staaten mitgetheilt Hab«, im Jahr« 1892die400 jährige Gedenkfeier der Entdeckung Amerikr's feierlich begehen zu wollen. Die spavische Nrgierun,. beadfichligt, dem Solumbu« in der Rähe de« Orte«, »» er sich einschiffte, rin Denkmal zu errichten. Alle europäischen und amerikanisen Staat«. so wie alle Gelehrten- »«reine der verschiedenen Länder sollen zur Betheiliguug an dieser Fei» ciegeladen werde». Aach für uns Jude« .ist da» I chr 1492 rin GedenHahr, - «elche« uos nicht nur große«. Leid, .sonder» auch großes) Lreude geliracht hat. Tue Wunde, die es so viele» unsererH Glaabeusgenofiea durch Anstreibnng an« ihrem BaterkaÄW^ geschlagen, hat e» wieder geheilt indem di« Borsehnng i» .. demselben einen Bote» ansgtsaudt, nm «inen neuen Rtcheplatz ausfindig z» machen, kür die Unschuldig Bertriebmy». Am 31. Mär, 1492 rcgrag der Befehl der AustreMtzU^ der Juden au», Spanien am 1. April zogSolumdus an», da» Land der Freiheit zu entdecken. Ewglawd. London. »Jewisb Throuicle" äußerte sich zu» Papstjubiläu« wie folgt: .Unsere Glückwünsche, wckche wst dw» Papst« darbiingea. könne« so anfrichtig sein, al» diejeuigm, welche er von irgendwelcher nichtkacholffchm Seit« rmpfängdffinn auch nicht geleugnet, werden kann, daß in frühen« Zeit«, während verschiedene Päpste die jüdisch« Station in Schutz gerommi, haben, die Kirche sich al» Feindin der Juden qerikl bat, so ist heute glücklicher Weise auch hierin Wandel geschafft uad sei nahe einem viertrljahrhuudekt bedeutende Aenderung zum Guten etngetrrtm. Da» Auf» treten de» Cardinal» Mannlng in d« russischen Judrnsrage war «rin charakteristische» Zeichen veränderter Stellung- «a^ae. D«r gegenwärtige Inhaber de» päpstlichen Stuhles hat e» gezeigt, welch mächtig« Einfluß ans di« Geister 4zu üben vnmag. Al« eine jener Mächte, welche durch ihr Beffpirl dir sittliche Weltorduung fördern helfen, verdient er di« Hochachtung aller derjenigen, welche solche Ordnung z» schätzen wissen» und de»halb «nnpfäagt Papst L-o XfÜ.. heute die herzlichsten Glückwünsche Vieler. welche in früher« Zeit« uur eine schwache Sympathie empfind« konnten für di« Kirche, wetche er regiert. Zu dirsm gehören die Judr»^ und in ihrem Ramm bringm noch wir chm unser« aufrichtigstm Glückwünsche dar." Amerika« Mew-Port. Am Freitag Rbmd dm 28. Schubat, hielt Herr Moritz Tlling'er im Tempel .Gate» of Hope" einm Bortrag über die SRissioa, dm jZweck uad da» Ziel des Ordm» .Baai Bersth.. .Unter dm 28,000 Mitgliedern dieses Ordens sind warscheinlich nicht ein Dntzmd, «»elche über diese» Thema mit solcher Kla'h,-it, Gmauiqkeit uad Lebm» digkeit zu sprechm vermögen, wie der Herr Ellioger vermag. Es ist wahrlich auch an die Zeit, daß da» Publikum üb« diesm Segmstand und deflen Bekeutung eingehender Belehrung erhält, al» sie ihm bis jetzt geworden. Der Orden ist durch seine eigme chm inwohneadr Lebm»kraft zu seiner heutiaea Bedeutung empocgewrchien. Es ist daher kein Grund vorhanden, weshalb seine Bertreter nicht die bewährtesten Kräfte heranziehen sollten, ihn dmm za empfehlen. ivrisch« seinen Werth als ein im höchsten Singe des Wortes erzieherisches, cioilisireude» und mmschmbeglückmde» Mittel noch nicht erkannt haben". (Amer. Hebr.) Ker«ischte ««d «rxste Aeuhrichtr». Mertt» 20. Februar. Heute tagte hier in Saffel's Hotel der fünfte Gemeindelag des D.-J. G.-B. Derselbe war nur spärlich besucht. Wen« man bedenkt, daß von dm fast drittehalbtaufevd jüd. Gemetud« in Dmtschlmckkaum 360 dem Grmeinoebnnde auzehörm. and daß von diesm etwa« über 80 (die genanm Zahlen »erden spitker aagegebm, werdm) vertteter — der größte Thetl aus Berlin u»d i Umgegend, und «eist aus dm Reche» des Ausschnffes,- Agmtm der Victoria — onwesmd warm, mit zusammen vielleicht 70 Stiwmm (Bortreter größerer Gemeindm einigen in fich mehrere Stimmen), so muß «an fich" sagen, das war nur KBiytM KBIS'B, .eine Minorität Minorität" und was da oft nur mit knapper Majorität bei