Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 44 (1.11.1871)
- Date
- 1871-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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858 I* bring«. Sie. in Anhänge i* 230 Innlniai gegobea«, Ontflenaachiseise geb« basta Saabe, btch die beachtet der Laie atcht — stt stab n4 fftt tH> dcMvkfttBa i Sei bas Vach enthält, iß' in Titel aagegebea, sobatb wi> eriäaterab benerkm, baß bas „iaaere Bebea" bie vittea aab Gebräuche bkS häu»- lichea aab geselligra Lebeus, iasoseea ße aicht in eigeatlichea Sttae religiöse aab caltaelle, ntaa laaa aach sag«, iafefera sie aicht in Schulchi« >rach verzeichnet stab, hebeutea sei. Mit bcn vörtch« Haal bcm iaaerea *eben" aHX der Vers, aabeaiea, baßeraar EiaMes, aar Pr»belege» eine» größerea Wertes gebea miß; dl ber Vorrebe ist aas wettere »a beerb ei trade Rubrik« hiageafies«; za bea beet geaaaatea toaa noch man bei Andere bia|agefggt «erd«: Cttbräuche bei Familienfest«, j. v. Beschueidrngsfettr, ftaneagebaag von Knabm aab Mädchen, Formen des gesellige» llngang«, voltssprachwörter a. b. n. Möge bet Vers. Maße aab materielle Förbetaag stab«, am bie Fortsetzung seiner Arbeit liefe« za Man«.*) Das vorliegend« Heft ist mit Grünblichkrit und mit ber Genauigkeit und Zauerlöfstglett geschrieben, bie ber Vers, ia früher« Werk« begrabe Ytt; es (aaa daher bra Gelehrte», es kann aber aach allea Lesern und Leserinnen als belehrende und unterhaltende Lektüre empsohl« «erd«, btt ber d» viel« Aelterm traute Jugeuderiuuerung« erwach« werden. Diese vemerknng führ« ans d« Punkt, b« attr an den Bache za kritistr« Hab«, lös ist der Titel: Das Leb« der Jab« „im Mittelalter". von »««herein ist es klar, baß bas Mittelaller in Hinsicht ans die innere Geschichte nab das ,innere Leb« der d«tsch« Juden durchaus aicht mit dem Zeitpunkte abgeschlossen ist, welcher dasselbe in der allgemein« Geschichte abgrenzt. Wie «ei« geht es »na, wo liegt nach der Meinung des Vers, der Wendepunkt? Gr sagt in der Vorrede ein paar Wnrte über „die Grenz«, welche ihn bei der vezeichaaag b«tsches Mittelalter vorgeschwebt haben"; doch stab diese eb« nicht geeignet den Leser auszuklär«. Jabess« kSau« «tt die Bezeichn»ag „Mittelalter" aas sich beruhen last«; was za berichtig« ist, betrisst nicht ein« Ausdruck, sondem die Sache. Der Vers, will nämlich ans alle Fälle sag«, baß bas von ihm geschilderte Leb« einer längst vergangeaen gett augehöre — bas ist aber nbht wahr! Das Vach «»hält vielnehr Schillerung von Vitt« und Gebräuch«, die unter b« Jnd« in Mittelalter entstanden stab und sich bi» in die namittelbare Vergangenheit, ja bis in die Gegenwart aaveräadert erhalten haben.—) Nun was V. SS st. über Kleibaag und veschästigung der Jab« gesagt ist, bezieht sich aas bas Mittelalter» bas Uebrige ist meist noch bis . sm wenigen Jahren, des unser« Lebzeiten, unser ändert gewes«! wenn nun der Vers, seinerseits diese Behauptung sehr befmabeab stad« wird, so köan« wir ihm, wie man zu sag» pflegt, ans den Traume helsm. Der Uaterschich zwisch« den, was er in seinen Buche erzählt, und dem, was er in seiner Hettuath geseh« hat and aus der eigen« Erinne«ng (emet, liegt nicht, wie er glaub«, in dem Unterschiebe zwisch« Mittelalter und 19. Jahrhundert, sonbe« ia den zwischen „Aschkmas nab Pol«". Der Unterschieb zwischen d« s. g. Minhagtta dieser Länberronplepe liegt nämlich keineswegs nur, ja am allerwenigst« in b« Differenz« des Rituals, soabe« er lügt in b» Vitt« aab Gewohnheit« tt> den ganz« Typus und Habitus de» Lebens, in b« ungeschriebene» Minhagi«, als« in dem, »vas der Vers, das innere Leb« nennt. I« ist dies graabverschttrm, sieb sach «tgegeugesetzt. (lBrfe TBTB) Die »an Vers, ritirtea alttu Vchriftstell» gehör« denn auch sämmttich zu dm Aschkenastm. Da mußd! es demr aas b« Referent« ein« seltsam« Sudruck amcheu, wenn er Gebränche ec, bie et «i» eigen« Aug« geseh«, die er selbst noch als Rabttuet in Westbeatschlaud geübt, hier so erzählt »ab geschildert fand, all ob sie seit Jahrhunderten verscholl« and nur noch in verstaubt» Mannscripten zu stab« wären. As genüge Einzelnes anzuführ«. Die Feier de» „Spinaholt" (Groß- und stleia-Vpianholz — Hörspiel" dagegen ist ettoa« Anderes) au den Vadbathea vor und nach der Hochzeit ist zwar jetzt wohl nirgends nehr üblich, aber sie war es vielfach »och vor 30 Jahr«, und in elterlich« Hause des Res. könatt De. v. da» silberne Epumrtdchen sehm, welches durch eia Mißverstäuduiß das „tpinaliare“ — oder „apon- •all»“, woran» „Vpinuholz" «»stellt ist — darstell« mußtt, ebenst' wie d« filberuku vrantgürttl (E. 28 — aber auch der Bräutigam trägt «in Hochzeitstage ein« Gürttl) und b« silbernen stamm, der zum „Flechten" bieote. Das „Mohaführra" ist noch in via'« Orttn und Fomilttn gaoz in der •) Ueberdie» ist der Reinerttag einem sehr edlen wohlthärigeu Zwecke gewidmet, dm Herr De. v. uns privatim näher bezeichne» hat.. —) Daß der Vers., in btt vergaugmhett versenkt, atttunttr bas Jmperfectma gebraucht, wo es, wtt er selbst weiß, aicht an Platze ist, «oll« wir aicht rügen, da es sich nur am lapouo Calami handelt.. So z. B. S. 36: ,Mau mied die au» wolle und Lein« gemischtt Kleidungv, 18, wo soa ■'■b'nro erzählt wttb. Was dageg» V. 4 nach Zu nz über Anfänge de» Unterrichts und v. 6 über bas Mttaehm« von Mädchm in btt Synagoge gesagt ist, bürste einer früher« Periode aagehör« aab in deutsch« Mittelalter nicht mehr gebräuchlich gewes« sein, wtt denn auch dabei aas Raff. Sofrim, Aruch aab andere ältere Schrift» verwies» «erb« mußtt. S. 27 geschildert« Weise üblich; „Siwlanoth" hat Res. ia seinen früher« Rabbiaat regelmäßig „gegeben", meist nicht an Vorabend, sonder» vor der Tranaag; stiaber überbring» btt geg«seilig» Geschenk» (weil li'l |"K |*pb, damit nicht aa wirkliche pmp gedacht werd« könne). Sowie im Mluhag Potta der Bräutigam den ,Mttl" trägt, und Herr De. B. dies» Gebrauch, weaa er auch in verschwind« begriff« ist, doch aicht als «ia» verschölle»« und nur aus Urkunden zu ermittelnd« bezeichn« wird, so wird aoch heut gar manche vraat ia der Rheingegeud (in uördlch» Aschkeuas kennt man dies» Gebrauch aicht) mir der, ^talloh - Schürze and den Röckle" (nicht „Sarg««»", welche« nur Mä» er trag«) bekleidet. Das kalt» wird und muß dort aoch jetzt jeder Rabbiner, dem dtt gesetzt.ch« Vorschrift« »ich« überhaupt gleichgültig find, von dem Brüntigan anleg» lass« und damit dtt Braut bedecke», d«u die« ist btt Chappa, »Hw: dtt ja dtt Trauang ganz unvollständig wäre; de« „Baldachin" dageg» lieaat bet deutsch« Ritus nicht. Wmu der Vers, sag», daß btt Frau« „noch im Mittelalter b» lstea- «oubsrag durch Enthaltung vou Arbeit ausgezeichnet Hab«", so brauäst er uur »ach Westdeutschland zu geh«, um immerhiu „noch jetzt" sage» ja können. Freilich findet sich, was bei dem vorig« Geschttchtt allgemein üblich war, jetzt uur »och hier und da bei Einzeln« und meist uur aoch aus de« Lande. Da komm« wohl aoch jetzt dtt Fron« am Rosch chodesch Nachmittag» zusammen, „wickeln die Wimpeln", beste« Paroches, MSuttlch« uod dergttich« aus und — trink« kTlltv atb gemüthlich« stasse ltaza. Larueb ooboamar (S. 31) wird noch jetzt au Sabdath und an Festtage» in ttaditionell« Melodtt» gesungen, ebenso im Sommer buedol jotlnabu, btibes an manch» Orttn aicht vo« Borbeter, soude« vou eine« Privatminne, dem mau dies Recht verehrt, oder der es am VX gekauft hat. (Iahet sprichwörtlich: „mau nimmt ihm sein« baodol jodncha.") Die Canti len«, mit der i» der Schule v*nv .trat (und marpM) gelernt wurde («. 32), hat Res. »«igstens aoch vou seiaem Vater Vk gehört, w«u auch nicht wehr selbst gelernt. Auch besondere jüdische Sptttt (S. 12) keaM er von sei»« lkinderjahreu, so gewisse Sptttt mit Rüssen, vou den« z. B. ein» 0"NSS.Schttßea hieß; das „Trmdelu" am Chauucka aber, welches Di'. B. nicht gefuudru zu Hab« scheint, erhält sich »och unverändert vou galt zu Jahr und ist so spezifisch jüdisch, wie etwa das Hamauklopfm. Was a. o. O. über da« Erlaub« uud verbiet« von Spttl« gesagt ist» läßt sich iuchi» erweitern» baß schon voa dm mischuisch - talmodischm Zeit« a» zwei «tg^mgeseytt Geistesströmung« durch das Judeuthu« gehen, eine askettsch-sbrstere L»d eine lebensfreudige uud heiieitt. Was S. 22 über Twhe ITWl erwähnt ist, glaubt Ref. au« dem, was er „vor sich geseh«", dahin berichtig» zu können, daß stt nur am IWTT gleich nach der zweit« gmouunm wurde; der rituelle Grund ist dem Unterrichtet« klar. Außer dies« Steinig» keitt» hätten wir »oä> über einige Puuttt mehr zu sag«, als hier fflaon uud Tendenz des vlatte» gestatten; es müßtt dabei ans Halachische« eiagegaag« werden; Herr Dt. v. weiß ja, so g« wtt wir, daß selbst der geringfügigste Gebranch bei unser« Vorfahr«, auch wen» er anscheineut gar keine religiöse vedmtuug hatte, ein« rituell« Hiuttrgraub uud tiora Grund ia irgend einem p oder hat. Der Herr Verfasser würde gat thuu, sich bei Fortsetzung seiner Arbeit mit Jrmaud in Verbindung zu setze», der das jüdische Leb« ia Westdmtschland aus eigeu« Anschauung kennt, er würde manche Ergänzung zu seinen Colttktam« erlang«; es ist ja natürlich, daß dtt Schriftsteller nur gelegentlich Einzelne« au» den volksiebm erwähnt Hab». Berichtigung. Ja Rr. 43, S. S4Sa» ist am Schluffe der Notiz üb« btt du Bouzel'sche autt-jüdische Petition f»lg«d« Satz nachzutragen: „Herr du Bouzet, der das seit dem Ocwder 1870 uuaugesochrei, bestehende Lrsmieup'sche Decret in sein« Depeschen nicht gmug hatte lob« könne», der cs als gesetzuud rechtmäßig» oothwmdig und uuumgär glich erklärt hatte — er war nun plötzlich beff« heftigster Gegner und richtete am Ist. Januar d. I. an dtt Sammet in Versailles eine Bitte um dtt Aushebung des Dekrets. Und seine Gründe? Stt find fast sämmtlich aus der Rllstkainmer geholt, wo die scharttgeu Schwerter uud Lauz« des Mittelalter« roste r." stSrieskaßen der Redaktion. HH. DDr. S. und F. Ich hoffe recht bald Schritte in der sragl. Angelegenheit aubahueu zu können. Her« De. C. in 8. Ich habe leider, wtt schon eimaal bemerkt, btt gewünscht« Verbindung« nicht. — Ueber Leiche»-Sektion sinder. Sie Ausführlich«» in Frankel« Zeitschrift, Bd. II..V. 184S, S. 342. Her« Rabbiner Dr. Rahner i» Magdrbarg. Wirbielteu «l für überflüssig, erst za bemerke», daß jene Correspouben, au« Magdeburg ia Rr. 42 aicht voa Ihn« herrührt; aus Ihr« des»aber« Wunsch «oastitttt» wtt btt» httrm it aachträglich aoch.